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Landesbeste Azubis: Steinmetzin Jessica Jungbauer aus Illingen

Landebeste Azubis : Kunstvoll behauene Steine sind ihr Ding

Landesbeste Azubis: Jessica Jungbauer aus Illingen ist eine herausragende Steinmetzin.

Die Steinmetzin Jessica Jungbauer aus Illingen hat einem im Saarland fast aussterbenden Beruf gelernt und ist damit landesbeste Gesellin im Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz geworden, da inzwischen drei Bundesländer die Azubis sammeln, um noch beschulbare Jahrgänge zusammenzubekommen. Steinmetz-Azubis kann man trotzdem an einer Hand abzählen. Im Saarland waren es im vergangenen Jahr gerade einmal drei, die ihre Gesellenprüfung ablegten.

Wir treffen Jessica Jungbauer in ihrem Ausbildungsbetrieb in Hangard, wo sie extra für unsere Zeitung nochmal hinfuhr, da sie inzwischen die Meisterschule in Kaiserslautern besucht. Der Wunsch, eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen, wuchs in Jessica Jungbauer schon früh heran: „Bereits als Kind habe ich mich unheimlich für Geschichte interessiert.“

Die heute 23-Jährige erinnert sich: „Mit meinem Vater habe ich mir im Fernsehen ständig Dokumentationen über Geschichte im Allgemeinen, das alte Ägypten oder archäologische Ausgrabungen angeschaut. Im Urlaub in der Türkei habe ich in einem antiken Amphitheater hunderte Fotos von historischen Steinen gemacht“, erzählt die junge Gesellin mit einem Lachen. Die kunstvoll behauenen Steine faszinierten sie immer mehr. Nach dem Abitur war für sie dann klar, dass sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege machen wollte. Dabei verschlug es sie in die Nähe von Köln, wo Jungbauer im Rahmen einer Besichtigung des Kölner Doms zum ersten Mal einem Steinmetz bei der Restauration zusehen konnte. Hier war der Würfel für das Berufsziel gefallen. Nach ihrem FSJ bewarb sie sich dann ausschließlich bei Markus Glöckner, dem Innungsmeister und Restaurator im Handwerk, der mit seinem Steinmetzbetrieb in Neunkirchen-Hangard ansässig ist und weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus Referenzen in der Branche hat. Sie wurde als Auszubildende angenommen: „Ich wollte nur bei ihm lernen und bewarb mich nach dem Motto: ‚Entweder dort oder gar nicht’, so die selbstbewusste junge Frau. Der Ehrgeiz hatte sie gepackt, sie wollte höchste Fertigkeiten erlernen und sah sich in Hangard gut aufgehoben.

Mit dem Gesellenbrief ist bei Jessica Jungbauer noch lange nicht Schluss. Aktuell macht sie ihren Meisterbrief an der Meisterschule in Kaiserslautern. „Wenn alles gut geht, bin ich damit im Juli dieses Jahres fertig.“ Danach will Jessica Jungbauer erst einmal in ihrem Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten, um dann in etwa fünf bis sechs Jahren die Weiterbildung zum „Restaurator im Handwerk“ zu machen. Dann ist der Weg frei für regelmäßige Arbeit an Denkmälern und Kulturgütern – theoretisch sogar am Kölner Dom oder anderen steinernen Welterbestätten.

Bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbys und Freizeit? „Neben der Meisterschule nicht wirklich, aber ich schaffe es immer mal wieder am Wochenende zu backen. Darüber freuen sich dann vor allem meine Eltern“, erzählt Jessica Jungbauer und muss lachen.