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Hilfe
Kunst und Kreativität  gegen Armut

Marliese Jung-Dörr hat erst ein Brunnenprojekt unterstützt. Nun fließen die Spenden in die Renovierung der Schule in Kadashe in Tansania. Unser Bild zeigt die Künstlerin mit einem ihrer von Afrika inspirierten Gemälde.
Marliese Jung-Dörr hat erst ein Brunnenprojekt unterstützt. Nun fließen die Spenden in die Renovierung der Schule in Kadashe in Tansania. Unser Bild zeigt die Künstlerin mit einem ihrer von Afrika inspirierten Gemälde. FOTO: Andreas Engel /
Illingen. 35 000 Euro haben Marlies Jung-Dörr und ihre Unterstützer bereits für Tansania zusammenbekommen.  Nun startet die Illingerin eine neue Aktion.  Nach Hilfe für den Brunnenbau geht es nun um eine Dorfschule. Von Solveig Lenz-Engel

  Wer Marliese Jung-Dörr kennt, weiß, dass sie erst Ruhe geben wird, wenn auch diese Aktion vom Erfolg gekrönt ist:   156 Mädchen und 143 Buben im  1200-Seelen-Dorf  Kadashe in einem abgelegenen Winkel von Tansania sollen dank Hilfe aus dem Saarland eine „ordentliche“ Schule bekommen.  Die Termiten sollen raus, ein dichtes Dach drauf,  Fenster und Türen sollen rein, die Wände verputzt werden  und auch stabile Schulbänke soll es geben. Und in der Hoffnung auf moderne Zeiten sollen auch Leerrohre für eine Stromversorgung installiert werden. Die Kosten für die ersten Schritte  zu diesem Verbesserungen werden auf etwa 12 000 Euro beziffert, die weitere Generalsanierung wird auf rund 44 000 Euro beziffert.  In Planung sind auch neue sanitäre Anlagen  und eine Küche mit Speisesaal und Lagerraum.


Marliese Jung-Dörr war zwar noch nie selbst in Tansania, doch sie  vertraut der Hilfsorganisation „Life needs Water“, kurz LNW, die Projektbetreuer, Planer und Kontrolleure vor Ort in Afrika hat.

Mit der österreichischen Organisation LNW hat Marliese Jung-Dörr beste Erfahrungen gemacht.  Im vergangenen Jahr hat die Künstlerin und Kunstpädagogin ein Brunnenbau-Projekt in Kadashe unterstützt.  Dafür hat sie (die SZ berichtete)  Teilnehmer ihrer Kunstkurse kreativ  eingespannt.  Vier Säulen   bildeten  2017  das Herz ihrer Aktion für Kadashe, die am Ende die angestrebten 35 000 Euro generierte. Man erinnere sich: Erst wurden Sammelboxen gebastelt, dann Wasserkanister dekorativ bemalt, schließlich Schablonen hergestellt, um den Schriftzug „Life needs Water“ in Form von Frühlingsblumen im Illinger Burgpark erblühen und zu lassen. Die Buchstaben wurden symbolisch verkauft.



„Das hat alles prima geklappt“, erinnert sich Marliese Jung-Dörr, allerdings hätten sich die Blumenzwiebeln im Frühling nicht nach Plan beziehungsweise nach den Schablonen entwickelt. Schriftzüge waren nicht zu erkennen. Was aber dem Erfolg der Gesamtaktion keinen Abbruch tut. Der Brunnen ist auf einem guten Weg, das passende Solarpumpensystem kann in Europa geordert und von LVW-Mitarbeitern installiert werden. Damit das Wasser dann mangels Fachwissen der Dorfbewohner nicht irgendwann wieder versiegt, werden einige Männer aus Kadashe in der Wartung und Reparatur der Brunnenanlage geschult.

Der Erfolg 2017, an dem die Künstlerin auch der SZ dank ihrer Berichterstattung einen Anteil beimisst, ist nun Motivation für die Illingerin  im kommenden Jahr die kleine, zurzeit sehr marode Schule in Kadashe in die Neuzeit zu holen. 2019 soll ein „großes Jahr“ werden, blickt Marliese Jung-Dörr voraus. Zurzeit befinde sie sich noch in der Denkungsphase, plane neue Aktionen und Projekte, die zum Mitmachen und Spenden animieren und gleichzeitig auch Spaß machen sollen. So denkt sie gerne zurück an das Sommerfest  mit der katholischen Kirchengemeinde in Illingen und den Spendenlauf des Illtal-Gymnasiums zu Gunsten der Arbeit für Tansania. In diesem Sinne soll es weiter gehen. Es gehe ihr um „Verantwortung“ für die Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen, umschreibt  Marliese Jung-Dörr ihre Motivation.