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Kino statt „staubigem Klassensaal“

Kino statt „staubigem Klassensaal“

Das Illinger Union-Theater zeigt diese Woche im Rahmen der saarländischen Schulkinowoche das Drama „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Gleich sieben Schulklassen nutzten am Mittwoch die Gelegenheit.

157 Schüler und Lehrer von sieben Klassen warteten am Mittwochmorgen gespannt im Illinger Union-Theater auf den Start von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Der Film, der im Rahmen der saarlandweiten Schulkinowoche gezeigt wird, erzählt die Liebesgeschichte von zwei Jugendlichen, die beide an Krebs erkranken. Sie versuchen zwar, trotz Krebs ihr alltägliches Leben zu meistern, aber werden früher oder später von den Folgen der Krankheit eingeholt. Das Jugenddrama ist für die achten bis zwölften Klassenstufen geeignet.

Vor allem viele Deutsch- und Religionslehrer waren mit ihren Schülern im Publikum vertreten. "Wir behandeln anschließend im Unterricht, wie man mit Schicksalsschlägen, insbesondere mit so schwerwiegenden Krankheiten, umgehen sollte", erläuterte Silke Becker, Religionslehrerin an der Gemeinschaftsschule Eppelborn. Die Neuntklässler hatten sich im Vorfeld den Film selbst ausgesucht. "Einige haben das Buch privat gelesen und wollten jetzt den Film dazu sehen", so Silke Becker.

Und auch in den neunten Klassen der Illinger Gemeinschaftsschule gibt es eine Vor- und Nachbereitung zum Film. "Die Schüler haben in der Klasse die Gelegenheit, Erfahrungen und Begegnungen mit schweren Schicksalsschlägen auszutauschen", erklärte Heike Merzhäuser-Alt. Der Film zeige vor allem, dass man auch in aussichtslosen Situationen nicht die Lebensfreude verlieren sollte, betonte die Deutschlehrerin. Zusätzlich stehe nicht nur die Perspektive der Erkrankten, sondern auch der Außenstehenden wie der Eltern im Vordergrund.

Zwar war nach dem Film selbst die Stimmung etwas gedrückt, und der ein oder andere Schüler wischte sich noch die letzten Tränen aus den Augen, aber die meisten Jugendlichen waren hellauf begeistert.

"Es ist einfach mal eine coole Abwechslung zum Schulalltag", sagte die 14-jährige Hanna Zimmer. Und auch Christin Schäfer stimmte zu: "Ich habe den Film zwar schon einmal gesehen, aber er berührt mich jedes Mal aufs Neue."

Der 15-jährige Dustin Weber war mit der Wahl des Filmes eher nicht zufrieden: "Das ist nicht so wirklich für Jungs geeignet, aber ich finde, dass wir öfter mal mit der Schule ins Kino gehen könnten", so der Neuntklässler der Gemeinschaftsschule Illingen .

Anna Feld fand es auch super mal nicht im "staubigen Klassensaal" sitzen zu müssen: "Wir hatten heute Morgen nur zwei Stunden Unterricht, und nach dem Kino ist dann Schulaus."

Im Rahmen der Schulkinowoche erwartet das Illinger Kino 2096 Besucher. Fast alle Veranstaltungen sind ausgebucht. Neben "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" werden unter anderem "Her" und "Das kleine Gespenst" gezeigt.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Schulkinowoche ist eine gemeinsame Veranstaltung der saarländischen Landeszentrale für politische Bildung und des Netzwerks für Film und Medienkompetenz Vision Kino. Neben Dokumentarfilmen werden auch Animationen, Filmklassiker und aktuelle Produktionen gezeigt. Im Unterricht wird dann das Gesehene analysiert und diskutiert. Im Landkreis Neunkirchen nimmt das Illinger Union-Theater teil, es werden neun Filme gezeigt. sum