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Kein Geld im Alte-Häuser-Zuschusstopf

Kein Geld im Alte-Häuser-Zuschusstopf

Illingen wirbt im Internet mit Fördergeldern, die nicht mehr ausgezahlt werden. Eine junge Familie hoffte vergebens.

Zahlen, die durchaus zu denken geben: Von 5897 Wohngebäuden in der Gemeinde Illingen standen im Herbst 2014 insgesamt 121 Häuser leer. In 354 Häusern lebten ausschließlich Einzelpersonen, die über 70 Jahre alt sind. Absehbar, dass die Zahl verlassener Häuser weiter zunimmt. Das kann nicht im Interesse der Gemeinde sein, deshalb hat Illingen im Rahmen des Zuschussprogramms MELanIE des Ministeriums für Umwelt im Saarland zwischen 2004 und 2011 mehrere Modellprojekte durchgeführt.

Eines dieser Förderprogramme, mit dem man dem Problem begegnen will, heißt "Alte Häuser für Familien" und gewährt Zuschüsse bei der Wiedernutzung leer stehender und bei der Nachnutzung älterer Wohngebäude. Im Klartext heißt das: Junge Familien mit minderjährigen Kindern, die ein mindestens zwei Jahre leer stehendes Haus oder etwa auch ein Haus mit erheblichem Sanierungsstau wiederbeleben wollen, können einen Antrag stellen. So steht es auf der Internetseite der Gemeinde Illingen, die Familie Schäfer aus Saarbrücken mit Interesse studierte. Denn die junge Familie mit zwei kleinen Kindern erfüllt alle angegebenen Kriterien und machte sich Hoffnung auf einen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro (höchstens 6000 Euro).

Doch die Hoffnung der jungen Familie erfüllte sich nicht. Auf Nachfrage bei der Abteilung Bauen und Wohnen der Gemeinde hieß es, dass seit 2016 kein Geld mehr für das Programm im Haushalt eingestellt sei. Dies bestätigte auf SZ-Anfrage auch Bürgermeister Armin König. "Die Gelder für das Programm sind leider aufgebraucht." Der Fördertopf sei vom Land nicht mehr aufgefüllt worden, und da die Gemeinde Illingen eine Haushaltssanierungskommune sei, dürfe sie keine freiwilligen Leistungen finanzieren. Dies sei allerdings umso bedauerlicher, da sich das Förderprogramm wirklich als sehr wirksames Instrument erwiesen habe, um den wachsenden Leerstand zu bekämpfen, erklärte der Bürgermeister. Wie König mitteilte, seien vom Jahr 2010 bis 2015 genau 33 Zuschüsse gewährt und insgesamt 111 000 Euro an junge Familien ausgezahlt worden. Das Programm sei zwar nicht geschlossen, aber es sei im Moment einfach kein Geld da.

"Wir können die Familien im Moment nur beratend unterstützen", sagte der Verwaltungschef. "Das bedauern wir sehr." Familie Schäfer übrigens auch.