THW Illingen Begeistert von der Rettungsarbeit

Illingen · 32 Junghelfer werden derzeit beim THW-Ortsverband Illingen ausgebildet. Vor allem die praktischen Übungen kommen gut an.

 Ein Leiterhebel soll im ersten Stock durch das Fenster transportiert werden, um die „verletzten“ Personen aus dem Gebäude zu retten.

Ein Leiterhebel soll im ersten Stock durch das Fenster transportiert werden, um die „verletzten“ Personen aus dem Gebäude zu retten.

Foto: Boewen-Dörr

Beim THW-Ortsverband Illingen setzen die Verantwortlichen auf Nachwuchsarbeit. Gerne investieren die Ausbilder Hannah Riehm, Christian Duderstaedt und Christian Hebel einiges an Freizeit, um die Jugend unter dem Motto „spielend helfen lernen“ auf die Hilfeleistungen vorzubereiten, die vom Technischen Hilfswerk (THW) im Katastrophenfall geleistet werden. Alle 14 Tage werden sie samstags für solche Einsätze geschult. Das Thema der jüngsten Zusammenkunft lautete „Grundlagen der Rettung und Bergung“.

Die Übungen fanden zunächst auf dem Boden statt. Es wurde vermittelt, wie Verletzte ordnungsgemäß auf einer Krankenbahre festgebunden und ordentlich abtransportiert werden. Während diese Aufgabe von den beteiligten Jugendlichen sozusagen mit links erledigt wurde, war es bei der Abschlussübung etwas diffiziler. Diese Übung beinhaltete das Ablassen von verletzten Personen aus dem ersten Stock eines Gebäudes mittels Leiterhebel. Doch alle waren engagiert bei der Sache und schafften auch diese schwierige Aufgabe, weil es der Jugend sichtlich Spaß bereitet, solche Hilfsmaßnahmen zu lernen.

Ben Eckert, elf  Jahre alt, gehört seit drei Jahren zu dem Team. „Ich wollte etwas machen, was mit Menschenrettung zu tun hat. Die Ausbildung macht Riesenspaß. Die Betreuer lassen sich immer was Gutes einfallen.“

 Mit einer Leiter und durchs Fenster wurden die "Verletzten" gerettet.  Foto: Boewen-Dörr

Mit einer Leiter und durchs Fenster wurden die "Verletzten" gerettet. Foto: Boewen-Dörr

Foto: Boewen-Dörr
 Der „Verletzte“ wurde in Sicherheit gebracht.

Der „Verletzte“ wurde in Sicherheit gebracht.

Foto: Boewen-Dörr

Louisa Fouqué, ebenfalls elf, hatte ihre Geschwister als Vorbild, die älter als sie und in der THW-Jugend schon länger aktiv sind. „Das hat mir immer imponiert. Die Übungen finde ich klasse. Manchmal fahren wir auch raus in alte Gebäude, um dort Übungen durchzuführen. “ Jonas Hoffmann, 15, ist erst seit vier Wochen dabei. Ihn begeistert die Ordnung und die gute Organisation. „Ich war dabei, als wir einen Trümmersteg gebaut haben. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall dabei bleiben“, ist er sich sicher. Der elfjährige Elias Schneider wollte schon immer in einer Hilfsorganisation mitarbeiten, in der man auch was lernen kann. „Meine Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt“, gibt er zu verstehen. Ebenso erging es auch Noah Kirsch, zehn Jahre alt. Er sollte sich zwischen Feuerwehr oder THW entscheiden. Seine Wahl fiel aufs THW, und er hat es nicht bereut. „Es gefällt mir alles sehr gut hier.“ 32 Junghelfer werden derzeit beim THW-Ortsverband Illingen ausgebildet. Ortsjugendleiter Wolfgang Walzer koordiniert das Ganze mit seinem Team. Er bedauerte im Gespräch mit der SZ, dass Corona Auswirkungen auf die Nachwuchsarbeit hatte. Zu schaffen mache dem Ortsverband auch die sehr hohe Fluktuation, weil die Ausbildung immer aufeinander abgestimmt sei. Wenn Neue dazukämen, müsse man immer wieder von vorn anfangen. „Das Gros bleibt aber bei der Stange“, stellte er positiv heraus. Er informierte, dass es für die Jugend auch Freizeitangebote gibt: „So fand dieses Jahr nach einer zweijährigen Coronapause wieder ein Zeltlager statt.“ Ein Highlight für den Nachwuchs seien außerdem die Einsätze außerhalb. „So durften sie vor kurzem  in einem leer stehenden Gebäude in Neunkirchen Wanddurchbrüche eigenständig durchführen und ‘Verletzte’ aus dem Gebäude retten. Das ist immer noch Thema Nummer eins bei den Beteiligten, weil sie dieser Einsatz total begeisterte.“

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