| 00:00 Uhr

Jedes Dippche gritt sei Deggelche

Illingen. Jede Menge Trubel um Thommy gab es in dem Theaterstück „Thommys tolle Tanten“. Bis Thommy mit seiner geliebten Susi zusammenfindet, sind nämlich so einige Hürden zu überwinden. Anika Meyer

. Manch unzufriedener Mieter, der am Samstagabend im Publikum des Theatervereins Illingen saß, wird vielleicht bei sich gedacht haben, dass er es doch gar nicht so schlecht getroffen hat. Denn mit wirklich anstrengenden Vermieterinnen und zwar gleich dreien, hatte Thommy (Jens Lenhoff) zu kämpfen: Die Schwestern älteren Baujahrs nerven nicht nur mit üblichen Vermieter-Freuden wie Mieterhöhung und Beschwerden, beispielsweise darüber, dass er seine Kumpel Walter (Benedikt Schmidt) und Willi (Christof Simmet) bei sich wohnen lässt. Nein, sie verbieten ihm auch noch Damenbesuch und betreten selbst die Wohnung, wie es ihnen gerade einfällt.

Dass eine von ihnen - Lobelie (Brigitte Hoffmann) - sich in seinem Wohnzimmer sogar vorübergehend ein Wahrsager-Studio einrichtet, das bekommt er gar nicht mit. Besser so, vermutlich. Das Publikum hat sich bei dieser Szene dafür umso köstlicher amüsiert. "Mei Kuchell!", beschwört Lobelie mit großen Augen die Glaskugel. "Bischd dau bereit?" Der wie immer gut besetzte Saal in der Illipse Illingen kringelte sich vor Lachen, auch als Amalie (Sabine Engel) dem Treiben der Schwester ein Ende bereitete: "Wat macht dann diese oaschäärische Vorgarde-Lamp do uffem Disch?"

Lenhoff taumelte als Thommy derweil zwischen Liebesglück und Panikattacken. "Das do is jetzt ein alkoholfreies un ehrenwertes Haus!", stutzt er schließlich seine Kumpel zurecht. Notgedrungen, denn er will die Zustimmung des Brauereibesitzers und Antialkoholikers Specht (Gerd Hoffmann) zur Hochzeit mit dessen Tochter Susi (Luis Detemple).

Drei Tanten statt einer





Dem hat Walter zu allem Übel in einem Moment der Verzweiflung erzählt, der gute Thommy lebe zusammen mit einer alten, ehrenwerten Tante. Jetzt kann man die Vermieterinnen plötzlich brauchen, denn eine Tante muss her. Eine wäre jedoch besser gewesen als drei. Das Chaos ist perfekt, als auch noch eine vierte auftaucht. Ein Einschreiben unterrichtet Thommy davon, dass sein reicher Onkel in England gestorben ist. Doch bevor er das Erbe antreten kann, muss er die junge Witwe Samantha (Silke Schröder), seine echte Tante, wieder unter die Haube bringen. In dem sich entspinnenden Durcheinander der Frühlingsgefühle mischen auch Lobelie, Emilie (Margret Detemple), Briefträger Liebling (Gerd Saar) und Susis Freundin Anne (Manuela Bick) noch mit.

Am Ende erfüllt sich, was Elvira Fuck zu Beginn bei ihrer beliebten Eröffnungsrede versprochen hatte: "Bevor ma hääm gehn, wisse ma, wat for e Dippche wat for e Deggelche gritt." Fuck hatte an diesem Abend zum letzten Mal die Darsteller mit ihrer langjährigen Erfahrung als Regisseurin glänzen lassen. Das 77-jährige Gründungsmitglied der Mundartbühne will nun die jüngeren Generationen ranlassen.