Isabell Simmet aus Illingen ist begeisterte Schiedsrichterin

Ehrenamt : Mit Leidenschaft für Fairness auf dem Platz

Seit einem Jahr ist Isabella Simmet aus Illingen Schiedsrichterin. Mit viel Freude und großem Eifer geht die 15-Jährige ihrem Hobby nach. Auch wenn es nicht immer leicht auf den Sportplätzen ist.

Fußballschiedsrichter haben es auf dem Sportplatz nicht immer leicht. Stets stehen die sogenannten Schwarzkittel im Mittelpunkt bei populären wie unpopulären Entscheidungen. Rund 75 000 Unparteiische sind Woche für Woche im Einsatz, um auf dem Sportplatz für Recht und Ordnung zu sorgen. Die 15-jährige Isabella Simmet aus Illingen ist eine davon.

Seit einem Jahr ist sie als Schiedsrichterin für den SV Kerpen 09 Illingen tätig. Angefangen hat alles mit der spontanen Idee ihres Vaters, dieses Hobby auszuüben. „Mich hat es gereizt, auf dem Platz die Verantwortung für die Entscheidungen zu übernehmen“, erzählt die Schülerin. Gemeinsam mit ihrem Vater, der Vorsitzender des SV Kerpen 09 Illingen ist, absolvierte sie die Schiedsrichterprüfung. Nach der Winterpause hat sie zunächst Spiele von der C-Jugend, in der die Spieler ein Jahr jünger als sie sind, bis runter zur E-Jugend gepfiffen. Stets dabei: die erfahrene Schiedsrichterpatin Sandra Berndt, die ihr regelmäßig Hilfestellung auf dem Platz gibt, damit Isabella ihre Fähigkeiten ausbauen kann.

„Ich habe durchaus den Ehrgeiz, mich stetig zu verbessern und das Feedback meiner Patin anzunehmen“, berichtet Isabella, die sich langsam an höhere Aufgaben rantastet. Regelmäßig bekommt sie von den Zuschauern positives Feedback, aber auch freche Bemerkungen sind von Zeit zu Zeit auf den Sportplätzen zu hören. „Ab und zu ist die Verwunderung groß, dass ausgerechnet ein Mädchen oder eine junge Frau dieses Spiel pfeift“, sagt sie ruhig und ergänzt: „Das geht bei mir aber in das eine Ohr rein und aus dem anderen raus. Ich lasse mich von diesen Kommentaren nicht unterkriegen.“

Medial stehen die Schiedsrichter derzeit arg im Vordergrund. Die saarländischen Schiedsrichter haben vor wenigen Wochen ein ganzes Wochenende gestreikt, um auf die Sorgen und Nöte der Schwarzkittel aufmerksam zu machen. „Natürlich kriegt man mit, was auf den Sportplätzen für Aggressionen herrschen“, berichtet die junge Schiedsrichterin, sagt aber auch: „Zum einen kann ich mir solche Gewaltszenen hier in der Region nicht vorstellen, und zum anderen sollte man sich grundsätzlich von der ganzen Schreierei nicht runterziehen lassen.“

Die Schiedsrichterei bringt manche Vorteile mit sich. So haben Schiedsrichter auf DFB-Ebene kostenlosen Eintritt zu allen Fußballspielen. Zudem ist man sportlich aktiv und lernt einiges an Menschenkenntnis hinzu. „Es ist spannend, unterschiedliche Persönlichkeiten kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Durch die Pfeiferei wird man aber auch selbstbewusster, lernt Entscheidungen zu treffen und zu diesen auch zu stehen“, erklärt die 15-Jährige.

Dass nicht alles reibungslos klappt, hat Simmet schon erfahren müssen. Von Zeit zu Zeit musste sich die unerfahrene Schiedsrichterin auf dem Sportplatz teils unsachliche Kritik der Trainer und Zuschauer anhören. Unterkriegen lässt sie sich trotzdem nicht, und das rät ihr auch ihre Patin Sandra Berndt, die sie stets an die guten Spiele erinnert, die unter ihrer Leitung standen.

Allgemein wünscht auch Simmet sich, dass sich mehr Frauen trauen würden, zur Pfeife zu greifen und ein Fußballspiel zu leiten. Derzeit sind im DFB-Bereich lediglich 2200 Schiedsrichterinnen aktiv, während insgesamt rund 54 000 Männer auf den Sportplätzen aktiv sind, wie eine DFB-Statistik der vergangenen Fußballsaison zeigt. „Dieses Hobby bietet einem so viel in Sachen Persönlichkeitsentwicklung, weswegen es schön wäre, wenn sich noch mehr Frauen für dieses Hobby begeistern würden“, sagt Isabell Simmet, die sich auch weiterhin mit Leidenschaft auf den Sportplätzen im Nordsaar-Kreis aufhalten will.