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In Illingen hat der Gemeinderat getagt

Gemeinderat : Tribünenbau bleibt weiter ungewiss

Wird es eine Tribüne in der neuen Sporthalle gegen oder nicht? Das wollten viele Zuschauer im Illinger Rat wissen. Und wurden enttäuscht.

So viel Publikum hat der Gemeinderat selten. Fast 40 Besucher fanden sich am Donnerstagabend im Saal und auf der Empore der Illipse ein, hatte doch die SPD Fraktion die Tribünenfrage einer künftigen Kreissporthalle auf die Tagesordnung gebracht. Dem vorausgegangen war ein medial ausgetragener Schlagabtausch zwischen den Fraktionsvorsitzenden Guido Jost (SPD) und Alfons Vogtel (CDU). Letzterer beantragte eine Vertagung. Wie Vogtel ausführte, habe sich eine Arbeitsgruppe aller Beteiligten gebildet (wir berichteten), die sich „intensiv mit der Finanzierung der Tribüne beschäftigt::: . Ich gehe davon aus, dass es gelingt.“ Jost wiederum würde gern an einen positiven Ausgang glauben, „allein mir fehlt der Glaube“. So habe die für letzten Freitag vereinbarte Telefon-Konferenz besagter AG aufgrund Vogtels Absage nicht stattfinden können. Bei 50 prozentiger Förderung würden letztlich 200 000 Euro bei der Gemeinde hängen bleiben. Gerechnet auf 50 Jahre Nutzungsdauer käme man damit auf 4000 Euro pro Jahr: „Das sollten uns die Vereine wert sein.“ Nichts desto trotz wurde die Entscheidung darüber mit Stimmenmehrheit der CDU/Grünen ausgesetzt. Was bei den Zuhörern auf Unverständnis stieß: Mit „Pfui“-Rufen und „das ist absolut lächerlich“ verließ ein Großteil von ihnen umgehend die Sitzung.

Zuvor hatten die Ratsmitglieder alle Beschlüsse zügig und einstimmig auf den Weg gebracht. Etwa das Bebauungsplanverfahren „Ortsmitte Illingen VII, Freifläche Höllgelände“, wo der neue, begrünte Marktplatz mit Wasserterrasse und Sitzgelegenheiten entsteht. Darüber hinaus soll mittels der vom Planungsbüro Kernplan erstellten Planung der deutliche Höhenunterschied zwischen Bahnhof und Ortsmitte überwunden werden. Dazu will man eine Freitreppenanlage errichten. Als nächstes erfolgt nun die Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren sowie die öffentliche Auslegung.

„Mehr Flexibilität und Entlastungen für den einen oder anderen“, bringt laut Bürgermeister Armin König der Nachtrag zur Nutzungs- und Entgeltordnung für Sport- und Mehrzweckhallen. Diesem zufolge werden Änderungen, die bereits für die Illtalhalle Hüttigweiler beschlossen wurden und ab 1. Januar gelten, nun auf alle anderen Hallen übertragen. Unter anderem steigen die Nutzungsgebühren für private Veranstaltungen und es wird eine Reinigungspauschale erhoben. Ortsansässige Vereine sind davon ausgenommen. Allen Nutzern erlässt die Gemeinde zudem künftig das bisher anteilig auf den Getränkeverkauf erhobene Entgelt. Nichts auszusetzten hatte das Gremium auch an der „Gestaltungsfibel“ für das Sanierungsgebiet Wustweiler. Diese dient bei privaten Baumaßnahmen in Zukunft als Orientierungshilfe im Hinblick auf zu gestaltende Dächer, Fassaden, Fenster, Stellplätze und Außenanlagen. Schottergärten sind unzulässig, da „nicht regionaltypisch und auch aus Artenschutzgründen zu vermeiden“. Über bindenden Charakter verfügt die Fibel zwar nicht. Wer jedoch seine Sanierungsmaßnahme steuerlich geltend machen möchte, muss sich an diese Richtlinien halten.

Auf Antrag der Grüne-Fraktion stellte Jugendpflegerin Tamara Gotzmann ihre diversen Tätigkeitsfelder vor. Für 2021 sei ein Nachhaltigkeitsprojekt und eine Künstlerfreizeit, gefördert über „Kultur macht stark“, geplant. Außerdem möchte sie neben den Projekten „FreiRaum“ Uchtelfangen und Europäische Mobilitätswoche die beiden „Demokratie leben!“ Prozesse an den Grundschule Lehn und der Fortuin Gemeinschaftsschule realisieren/unterstützen. Saniert werden müsste das Dach des Juz Hüttigweiler (Kostenpunkt rund 20 000 Euro). Zudem schlägt Tamara Gotzmann vor, den Spielplatz Dorfstraße wieder aufzubauen (10 000 Euro), das Piratenschiff des Spielplatzes Burgpark zu ersetzen (40 000 Euro) und sich die Skateranlagen vorzunehmen. Beeindruckt vom Umfang der geleisteten Arbeit, bedankten sich alle Fraktionen für Gotzmanns Engagement. Sorge bereitet den Mandatsträgern allerdings die Zunahme von Sachbeschädigungen – mutmaßlich von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen – nicht nur an der Brauturmgalerie oder im Burgpark, sondern auch in den Ortsteilen, ob das Schmierereien an der Hütte des Hirzweiler Angelsportvereins sind oder herausgerissene und zerstörte Ruhebänke in Hüttigweiler. Wie Tamara Gotzmann informierte, waren die Streetworker-Stellen des Landkreises über ein Jahr unbesetzt geblieben. Erst jetzt ist eine der zwei Stellen mit Frederick Leister besetzt. Einen Abend pro Woche geht sie mit ihm in Illingen auf „Streife“.