Illtalstrecke wird auch nach Anbieterwechsel weiter mit alten Zügen befahren

Illinger Bürgermeister : Auch nach Anbieterwechsel fahren weiter die alten Züge

Es war der letztmögliche Zeitpunkt für eine Rats- oder Ausschusssitzung, und den nutzten Bürgermeister Armin König und die Mitglieder des ÖPNV-Ausschusses: Staatssekretär Jürgen Barke war gekommen, um Besorgnisse der Illinger zur Illtalbahn auszuräumen.

Wichtigste Erkenntnis: Die Illtalbahn wird auch nach dem Anbieterwechsel von DB Regio auf Vlexx am 1. Dezember zuverlässig wie bisher im gleichen Takt bedient. Das teilt König nun in einer Pressemitteilung mit. Die neuen Züge der Vlexx werden hier allerdings erst mit der Umrüstung auf batterieelektrischen Betrieb zum Einsatz kommen. Bis dahin werden weiterhin Diesel-Triebfahrzeuge zum Einsatz kommen, allerdings wesentlich modernere als heute, die auch mehr Komfort für die Fahrgäste bieten. Allerdings wird es, anders als ursprünglich ausgeschrieben, vorerst auf dieser Strecke kein neues Wagenmaterial geben.

Bürgermeister Armin König hatte aus Medienberichten in Baden-Württemberg erfahren, dass Zug-Lieferant Bombardier große Lieferschwierigkeiten habe. Er hatte deshalb einen Brief an Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger geschrieben und um Erläuterungen gebeten, ob die Strecke in Gefahr sei und wie sich die Lieferprobleme von Bombardier auf Vlexx und die Bedienung der Streckung auswirkten.

Barke gab dazu sehr offen Auskunft. Er erläuterte, dass das Land auch erst aus der Presse über Lieferschwierigkeiten in Baden-Württemberg erfahren habe. Daraufhin habe das Wirtschaftsministerium sofort Kontakt zur Herstellerfirma Bombardier und der neuen Betreibergesellschaft Vlexx aufgenommen.

Er betonte, dass nicht die Firma Vlexx für die jetzt bekannten gewordenen Probleme verantwortlich sei. Die Lieferschwierigkeiten gebe es aufgrund fehlender Produktionskapazitäten beim Hersteller Bombardier. Diesem stünden derzeit nicht genügend Schweißer zur Verfügung, um die Wagenradkästen der Fahrzeuge zu schweißen. Deshalb könnten bis zum Dezember 2019 nur sechs von 2117 bestellten Talent-3-Zügen ausgeliefert werden. Die weiteren Züge werden nach und nach bis Sommer 2020 geliefert.

Das Land und Vlexx haben allerdings bereits ein Ersatzkonzept erarbeitet, um den Verkehrsbetrieb auf allen Strecken sicherzustellen und den vorhandenen Fahrplan auch weiter einzuhalten. Dies sei möglich, da die derzeit von der DB Regio von der Bahn auf den Strecken im Saarland eingesetzten Züge in den Besitz des Landes übergehen. Vlexx werde diese Züge anmieten.

Der Einsatz der batterieelektrischen Fahrzeuge ist frühestens ab 2023 möglich. Dies solle in einem Pilotprojekt mit dem Bund realisiert werden. Hierzu liefen aber noch die Verhandlungen. Die neuen Talent-3-Zügen seien ebenfalls mit Diesel betrieben.

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