Illinger Jazz-Lounge geht ins zweite Halbjahr

Illinger Jazz-Lounge geht ins zweite Halbjahr

Was die Besucher da erwartet und worauf sie sich schon für 2016 freuen dürfen, darüber sprach SZ-Redakteurin Elke Jacobi mit Elfi Kleiß. Seit sechs Jahren ist sie die künstlerische Leiterin der Illinger Jazz Lounge, dazu gehören außerdem die Kulturverantwortlichen Armin König als Kulturamtsleiter und Gabi Steuer als seine Stellvertreterin.

Elfi Kleiß ist die künstlerische Leiterin der Jazz Lounge. Foto: Kleiss
Johanna Borchert.
Vincent Peirani.

Jazz und Illingen - das gehört seit elf Jahren zusammen. Was ist eigentlich das Besondere am Illinger Programm?

Elfi Kleiß: Für mich muss das Programm über das ganze Jahr hinweg einen roten Faden enthalten. Ich plane die Reihe im Ganzen. Ich möchte die Spannung von Konzert zu Konzert halten und, wenn es gelingt, natürlich steigern.

Zum Beispiel . . .

Kleiß: Eine gelungene Weiterentwicklung der Illinger Jazz Lounge ist die Idee des Artists in Residence, einen Künstler in Illingen zu etablieren, der die Reihe mit seinem Namen und seinem Netzwerk unterstützt und persönlich prägt. Roman Wasserfuhr, der erste Artist in Residence, hat erreicht, dass wir in diesem Jahr die Reihe in der Illipse weiterführen. Michael Wollny, der zweite Artist in Residence, hatte im Mai sein erstes Konzert mit Wolfgang Haffner. Es war einzigartig. Der SR war mit "Jazz live with friends" als Kooperationspartner dabei, und ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Konzert denke. Das zweite Konzert findet am Donnerstag, 15. Oktober, in der Illipse statt. Als Gast hat Wollny Vincent Peirani eingeladen, beide Musiker haben im Mai je zwei Echo Jazz verliehen bekommen, jeder für seine Instrumente und jeder für das aktuelle Projekt mit seiner Band.

Der Artist in Residence spielt also eine große Rolle?

Kleiß: Der Artist verhilft Illingen durch seine persönliche Ausstrahlung zu einer Leuchtturmstellung im Saarland und darüber hinaus. Auch im Jahr 2016 werden wir wieder einen Artist haben, Michael Wollny wird das Geheimnis beim nächsten Konzert lüften. Am Samstag, 5. Dezember, präsentiert dann Michael Wollny seinen dritten Gast. Leider kann ich nichts verraten, denn ich weiß noch nicht, welchen Musiker, welche Musikerin er einladen wird. Aber ich freue mich auf jede Verpflichtung, denn jeder ist einzigartig und die musikalische Leistung auf höchstem Niveau.

Gut etabliert hat sich dieses Jahr die Reihe "Frau am Klavier ".

Kleiß: Ja, durchaus. Bisher waren im Rathaus Anke Helfrich, Julia Hülsmann und Olivia Trummer. Man hat ja Gelegenheit, mit den Musikerinnen schon ab 19 Uhr bei Wein und Käse zu plaudern. Das wurde von unseren Besuchern gut angenommen. Am 21. September geht es weiter mit Johanna Borchert, einer weiteren Pianistin aus Berlin. Johanna Borchert bekam im Mai den Echo Jazz als beste Vokalistin national verliehen. Ich kann mich Sascha Hilpert nur anschließen, der sie als ungewöhnliche und tolle Frau bezeichnet hat. Ich beobachte diese Künstlerin seit Jahren.

Wie geht es mit der Reihe weiter?

Kleiß: Im November schließen wir die Reihe mit Julia Kadel, auch aus Berlin. Sie spielte im Oktober 2013 an der Hochschule für Musik Saar und gewann mit ihrem Trio den Jazzpreis dort. Im Frühjahr wurde Julia Kadel für den Echo Jazz als beste Pianistin national nominiert und das Julia-Kadel-Trio für den Echo Jazz als Newcomer des Jahres. Kein Geringerer als Till Brönner wurde auf die poetische Power des Trios aufmerksam und machte sich selbst zu einem bedingungslosen Förderer der drei Newcomer. Im nächsten Jahr übrigens wird die Rathausreihe mit "Mann am Klavier " weitergeführt, natürlich sind Kommunikation, Wein und Käse wieder mit dabei.

Die Zwischenbilanz fürs elfte Jazz-Jahr. . .

Kleiß: Illingen hat es geschafft, auch im elften Jahr eine kontinuierliche Jazz-Reihe anzubieten. Die monatlichen Konzerte haben sich bewährt. Wir erreichen die an Kultur interessierten Menschen, wir versuchen, einzigartige Konzerterlebnisse zu schaffen. Das Publikum weiß das zu schätzen und umgekehrt schätzen die Musiker die Atmosphäre der Illipse, den wunderbaren Steinway-Flügel und die Wertschätzung des Publikums.

Was kommt jetzt?

Kleiß: Das Programm für 2016 steht, auch für 2017 gibt es schon Ideen und Absprachen. Wir werden die Reihe des Artists in Residence 2016 mit drei Konzerten fortführen, im Februar, Juni und Oktober. Am 12. Januar wird Roman Wasserfuhr, erster Artist in Residence, in der Illipse spielen. Er lädt zu seinem Abschlusskonzert fünf Musiker ein. Natürlich gehört sein Bruder Julian zu den Gästen, aber auch Markus Schieferdecker am Bass, Henrik Smock an den Drums, Sebastian Gille am Saxofon und Natalia Mateo, Gesang.

Welche Visionen hat Elfi Kleiß?

Kleiß: Klar, habe ich weiterhin meine Visionen. Aber viele konnten wir schon gemeinsam umsetzen: eine monatliche Konzertreihe mit der Illinger Jazz-Lounge anzubieten, eine Rathausreihe im nächsten Jahr als "Mann am Klavier ", die Kooperation mit SR 2 Kulturradio und "Jazz live with friends", die Kooperation mit saarländischen Winzern und der Käserei Hirztaler, große Kultur zu guten Eintrittspreisen anzubieten und damit für jeden erlebbar zu machen. Ich will weiterarbeiten an der Vision, dass "Kultur kein Luxus" ist, sondern "Lebensmittel", wie es Johannes Rau gesagt hat.