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Illinger Grundschule setzt sich mit Anne Frank auseinander

Doris Deutsch kam zur Ausstellung : Mahnung vor den Schrecken der Diktatur

Illinger Schüler setzen sich mit Leben des jüdischen Mädchens Anne Frank auseinander.

Am 12. Juni wäre Anne Frank 91 Jahre alt geworden. Die Grundschule „Auf der Lehn“ in Illingen widmete ihr an ihrem Geburtstag einen Gedenktag. Schulleiterin Claudia Jordy hatte sich bereits vor der Corona-Krise für den Anne-Frank-Tag angemeldet. Das Projekt konnte aber aufgrund der Schulschließung nicht in der ursprünglich geplanten Form durchgeführt werden. Aber ausfallen sollte es auch nicht. Relativ kurzfristig sensibilisierte das Lehrerkollegium Katharina Guntermann, Jan Gretzschel, Sarah Müller, Simone Besse und die Schulleiterin die Dritt- und Viertklässler deshalb für dieses Thema.

Die Kinder setzten sich intensiv mit der Lebensgeschichte der Anne Frank auseinander und verarbeiteten die Geschichte des jüdischen Mädchens, das mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Flecktyphus verstorben ist, zum Beispiel mit einem Lapbook. Andere stellten Überlegungen an, wie Anne Frank die Welt veränderte. Johannes veranschaulichte die Hitler-Ära auf einem Plakat „Von der Demokratie zur Diktatur.“ Kim Lambert gestaltete ein Tagebuch über das Leben der Anne Frank. Elias Backes, Jonas Sturm, Yannick Weiß bastelten das Zimmer, in dem Anne Frank versteckt leben musste.

Mehrfach dargestellt wurde von den Schülern das verschiebbare Bücherregal, das als Eingang zu dem Versteck diente. Elena Besse sammelte Zitate, wie beispielsweise „Einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht Juden sein“ oder „Es ist noch niemand arm geworden, weil er gegeben hat“ und präsentierte weitere Sprüche in einer Zitatenbox. Tabea Theobald war angetan von ihrem Besuch während eines Hollandurlaubs im Anne-Frank-Haus in Amsterdam und beschreibt ihre Erlebnisse.

„Wir mussten das Thema behutsam angehen, wobei die Kinder sich sehr schnell mit dem Thema vertraut machten“, resümierte Simone Besse, „weil die Kinder aufgrund der Corona-Pandemie in ihren Freiheiten ebenfalls eingeschränkt waren.“ Für die Schulkinder bedeutet Freiheit, „dass man nicht Angst hat, vor die Tür zu gehen“ oder dass sie Fahrrad fahren können und Fußball spielen.

Fragen stellen konnten die Grundschüler der Witwe von Alex Deutsch zu der Lebensgeschichte ihres Mannes, der ein jüdischer Gefangener im Konzentrationslager Auschwitz war und als Aufklärer gegen den Nationalsozialismus agierte. Doris Deutsch war zu der Ausstellung, die in der Schulturnhalle der Grundschule „An der Lehn“ aufgebaut war, gekommen, erzählte die Geschichte ihres Mannes und hörte interessiert den syrischen Kindern zu, die ihre nicht einfache Lebensgeschichte erzählten.

Die Schulleiterin betonte, dass die Schule mit dieser Aktion ein Zeichen setzen wollte als Mahnung, dass so etwas Schreckliches nie wieder vorkommt.