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Illingen verändert sein Gesicht

Illingen verändert sein Gesicht

Die Höll-Brache, die Brücke im Rosenthal oder auch das junge Naturschutzprojekt sind Zeichen für die Veränderung Illingens. Dies, aber natürlich auch die Flüchtlinge, waren jetzt Themen beim Neujahrsempfang.

Wenn Dinge vorangehen, wenn man in einst zähen Angelegenheiten plötzlich Tag für Tag Veränderungen vor Augen hat, dann motiviert dass ungemein. Entsprechend war die Stimmung beim Illinger Neujahrsempfang am Samstagabend in der Illipse: positiv, gelöst, erwartungsvoll - Aufbruchstimmung.

"Wir haben es geschafft!", sagte Bürgermeister Armin König , nachdem ein Film für die rund 600 Besucher im voll besetzten Saal die "Abrissparty" auf dem ehemaligen Höll-Gelände nochmals hatte Revue passieren lassen. Täglich verändere sich nun das Bild des Ortskerns und dieser sei kaum wiederzuerkennen. "Wann hatten wir je einen freien Blick vom Werner-Woll-Platz auf fahrende Züge, wann konnten wir von der Poststraße über die Braugasse bis zum Haus Bremerich sehen - mit freiem Blick zum Zwiebelturm?" Die Höll-Brache, die Bürgern wie Verwaltung missfallen hatte, weicht für ein Großprojekt mit Einkaufscenter, betreutem wie autonomem Wohnen und einem neuen Markt als Begegnungsort. Illingen verändert sein Gesicht und das prägt dem vergangenen Jahr seinen Stempel auf. Erreicht habe man dies, so König, weil alle in einem Boot gemeinsam in eine Richtung gerudert hätten. Auch an der Brücke im Rosenthal laufen die Arbeiten. 2016 nun will man noch auf vielen weiteren Ebenen Dinge bewegen. Das Konzept: Regionalität und interkommunale Zusammenarbeit. König sprach auch das junge Naturschutzprojekt "Landschaft der Industriekultur Nord" und die Illrenaturierung durch den Zweckverband Natura Ill-Theel an. "Was wir betreiben, ist kein Grünkern-Fetischismus, wir retten Leben. Wir sichern Biodiversität ."

Zweites großes Thema 2015 wie 2016 stellen selbstverständlich die Flüchtlinge dar, über die König den Bogen zur Weltpolitik spannte. "Es ist eine gigantische Herausforderung. Aber wir haben angepackt. Von Anfang an. Ohne Vorbehalte." König kritisierte Waffenexporte und rief auf zur Verteidigung von Freiheit und Aufklärung, Gerechtigkeit und Frieden. In der Gemeinde packten in Sachen Flüchtlinge zahlreiche Helfer tatkräftig an - von katholischen Pfarreien und evangelischen Kirchengemeinden, von Arbeitersamariterbund, Deutschem Rotem Kreuz, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Aktion Palca und privaten Initiativen. Stellvertretend wurden an diesem Abend rund 70 Personen für ihr Engagement geehrt.

Kurzweilig ging all das über die Bühne, eingebettet in ein Unterhaltungsprogramm mit den Jungs der Kunstturngemeinschaft Heidelberg, den Tänzerinnen von Real Hot Dynamites und Comedy mit Anke Zink. Auch die Sternsinger schauten mit ihrem ehrenwerten Auftrag vorbei. Nach dem offiziellen Teil wurde im Foyer zur Musik von Jamplify dann angeregt geplaudert, mit einem Gläschen Sekt angestoßen und der ein oder andere Neujahrsgruß ausgetauscht.