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Rosenmontagszug durch Illingen
Illingen im Ausnahmezustand

Zum Gelingen des Illinger Zuges trugen auch die Gartenzwerge des Karnevalsvereins Die Knallerbsen bei. Die hatten sogar Schnäpschen aus der Gießkanne für die Narren am Wegesrand dabei.
Zum Gelingen des Illinger Zuges trugen auch die Gartenzwerge des Karnevalsvereins Die Knallerbsen bei. Die hatten sogar Schnäpschen aus der Gießkanne für die Narren am Wegesrand dabei. FOTO: Andreas Engel
Illingen. Über 12 000 Narren säumten den phantasievollen Rosenmontagszug.

() Ausnahmezustand in Illingen. „Wie konnte das geschehen, ausgerechnet am Rosenmontag?“, sorgte sich einer von ganz wenigen Menschen auf der Welt, die vom Karneval gar nichts, und von der saarländischen Faasend überhaupt gar nichts verstehen. Außer Rand und Band waren die Narren in Illingen, als sich der Gaudiwurm des Jahres 2018 durch die Straßen der Illtalmetropole schlängelte. Tausende von Narren samt Anhang reisten nach Illingen, alle wollten dort den „schönsten Zug der Welt“ sehen, wie die Stefan Schmitt augenzwinkernd sagte. „Unn die Illinger hann aach immer Gligg mitm Wedda“, stellte der Wemmetsweiler Narr fest, der erleben musste, dass beim Umzug im Nachbarort am Sonntag Schnee und Regen die Stimmung leicht beeinträchtigten. Und tatsächlich ist ein Faasendumzug, ganzheitlich betrachtet, ein Gesamtkunstwerk. Viele hundert Menschen machten sich im Vorfeld Gedanken, wie sie ihre Wagen, Ausrüstung und nicht zuletzt sich selbst verboozen, also kreieren, etwas Neues schaffen für kurze Zeit, das ist das Ziel. „Unser Umzug ist nicht nur der zweitgrößte Rosenmontagszug im Landkreis, nach Neunkirchen, sondern auch einer der schönsten im Land. Der Illinger Umzug setzt Maßstäbe“, sagte Zugchefin Gabi Steuer. 80 Motivwagen, Fußgruppen, Musik-Kapellen, Tanzformationen, Gardemädchen und Männerballetteusen und viele andere mehr machten sich auch dieses Jahr wieder auf den Weg durch die Illinger City.


Begonnen hatte der Umzug 2003 mit 36 Gruppen. Seither ist er immer größer und bunter geworden. Dabei sei man auf Rekorde gar nicht aus: „Wir wollen einfach nur eine schöne Zugatmosphäre“, sagte Bürgermeister Armin König. Wahrscheinlich sei es eben gerade diese Stimmung, die die Jecken so anziehe. „Unsere Gruppen gestalten immer mit sehr viel Mühe super fantasievolle Wagen“, schwärmte König auch gestern wieder.

Mehr als 12 000 Besucher wurden gestern in Illingen geschätzt. Vor allem in der Hauptstraße hatten die Fans einen herrlichen Blick auf den Züch, wie man in Köln zu sagen pflegt. Der Umzug führte am Zwiebelturm von St. Stefan vorbei über den Marktplatz und die Poststraße bis nach Gennweiler. Wie üblich gab es am Börrchen einen kleinen Zwischenstopp. Vorbei ging es an „Kersche“ zum Lustgarten. Dort sammelten sich alle Gruppen zum Schlussspurt. Nach der Kurve an der Zehntscheune ging es zum Finale zur Illipse. Zahlreiche Musikbands sorgten für Stimmung bis in den Abend hinein.