Gut Ding will Weile haben

Seit Freitagmittag ist die Gemeinde Illingen Eigentümer der zukünftigen öffentlichen Flächen des ehemaligen Höll-Geländes. Der entsprechende Vertrag mit der Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft (SBB) wurde unterzeichnet.

Mit dem Abschluss des Grundstückskaufvertrages zwischen der Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft, vertreten durch ihren Geschäftsführer Bernd Therre , und der Gemeinde Illingen mit Bürgermeister Armin König zum Erwerb der öffentlichen Flächen im ehemaligen Höll-Gelände (rund 5000 Quadratmeter) kommt der Umbau der Illinger City weiter voran. Mit einer Investition von zirka 400 000 Euro sichert sich Illingen Flächen, um das Areal mit der künftigen Brauturm-Galerie (BTG) und dem Wohnprojekt des ASB (siehe Info) städtebaulich abzurunden.

Zur Erinnerung: Im Rahmen des Bundesforschungsprojektes "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)" wurden Ideen und Planungen für die Neugestaltung der Ortsmitte gesammelt und entwickelt. Bei der Vor-Ort-Ideenwerkstatt im Rahmen von "ExWoSt" im Dezember 2013 brachten die Bürger mehr als 1000 Ideen ein, die vom Architekturbüro Nonconform um den österreichischen Architekten Roland Gruber in einer ersten Skizzenplanung vorgestellt wurden. Eine große Rolle spielen dabei Plätze, Grün- und Wasserflächen, gespeist aus dem vorhandenen Brunnenwasser, und Wege, um das neue Illinger Quartier zwischen Hauptstraße und Bahnhof anziehend und lebendig zu gestalten. Die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung waren die Grundlage zur Erstellung eines städtebaulichen Entwurfs durch das Planungsbüro BLFP Frielinghaus Architekten.

Die nächsten Schritte stehen ebenfalls kurz bevor. In den nächsten Wochen wird die Gemeinde Illingen die Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG) mit der technischen Projektsteuerung zur Entwicklung der öffentlichen Flächen beauftragen. Außerdem soll die Freiflächenplanung in Auftrag gegeben werden. Die Straßenplanung zum Ausbau der Braugasse und zum Neubau einer Verbindungsstraße zwischen Poststraße und Braugasse wurde bereits vergeben.

So gab es am Freitagmittag im Illinger Rathaus Grund zum Feiern. Zumal ein Teil der maßgeblichen Akteure Illinger Bürger sind: Bernd Therre wohnt in Uchtelfangen, ASB-Repräsentant Guido Jost in Hüttigweiler und Investor Jörg Michael Fries kommt aus Hirzweiler. Bis das "neue Illingen " fertig ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Die BTG peilt 2018 an, der ASB will wohl 2020 fertig sein, die flankierenden Maßnahmen, in die rund neun Millionen Euro aus EU-, Bundes-, Landes- und Gemeindemitteln fließen, werden noch etwas länger dauern. Der Bau eines Leuchtturmes und Meilensteins, wie Armin König das Projekt gerne nennt, dauert eben wohl seine Zeit.

Zum Thema:

Hintergrund Der aus Backsteinen errichtete Brauturm (Baujahr 1860) der ehemaligen Brauerei Hohlweck wird in Illingen allgemein als Symbol für neues Leben auf der langjährigen Brache im Herzen der Gemeinde gewertet. Das Areal, das bis 2001 von der Fleischwarenfabrik Höll genutzt wurde und dann dem Verfall preisgegeben war, wird durch Bauen im Bestand saniert und in Kombination mit Neubauten modernisiert. Jörg Michael Fries hat sein Vorhaben, in das rund 25 Millionen Euro investiert werden, Brauturm-Galerie (BTG) genannt. Es entsteht ein Komplex mit 25 exklusiven Wohnungen, Parkplätzen, Praxis-, Büro- und Gewerberäumen, einem Rewe-Einkaufsmarkt, Gastronomie sowie Reiferäumen der Käserei "Hirztaler", die Familie Fries gehört. Das Gesamtsanierungsgebiet, in dem der saarländische Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in einem nächsten Schritt eine Wohnanlage für Menschen mit Einschränkungen errichten will, ist ein wesentlicher Teil der Illinger Ortssanierung "Neue Ortsmitte". Voraussichtliche Fertigstellung des Brauturm-Galerie-Projekts wird 2018 sein, so der Bauherr. Die Bauarbeiten sind seit Herbst 2015 voll im Gange.sl