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Gruppe stimmt mit Jazz aufs Kino ein

Gruppe stimmt mit Jazz aufs Kino ein

Quartett New4tet zeigt, wie es geht: Die Vier spielen passende Melodien vor der Aufführung von „Round Midnight“.

Vier Instrumente, mehr brauchte es nicht, um die Zuschauer stimmungsvoll auf eine musikalische Reise zu schicken. Am Freitagabend spielte das Quartett "New4tet" live im Union Theater in Illingen. Mit Klavierklängen und Popcorn-Knistern wurden die Kinobesucher so auf den Jazz-Film "Round Midnight" eingestimmt.

"Es geht uns darum, den Einfluss des Jazz als Stilmittel von Filmmusik sowie als Gegenstand von Filmgenres zu zeigen", berichtet Klaus Huckert, Kurator der Veranstaltungsreihe "Jazz im Film & Live-Jazz." Das Zusammenspiel der beiden Medienformen steht dabei im Fokus. Dabei kann Jazz selbst Gegenstand von Filmen sein, wie beispielsweise die Lebensgeschichte bekannter Jazz-Größen. An zweiter Stelle stehen daneben Dokumentarfilme über Personen und auch Entwicklungen des Jazz.

Bereits 2012 begann Huckert, seine Idee in Saarbrücken umzusetzen. Für den pensionierten Informatiker aus Riegelsberg ist "Jazz im Film" eine Leidenschaft. Er ist Mitherausgeber eines gleichnamigen Retro-Film-Magazins. Seine musikalischen Vorbilder sind Charlie Christian und Django Reinhardt. Der Riegelsberger ist Mitglied in der Amateur-Jazz-Combo "Hot House" und spielt dort Gitarre. Um noch mehr Leute von seiner Idee zu begeistern, tourt die Veranstaltungsreihe jetzt durchs Land. Start war in Saarbrücken, gefolgt von Bous. Nun hob sich in Illingen der Vorhang. "Hier gibt es eine große Jazz-Szene", sagt Huckert.

Der Freundeskreis Jazz war es, der die vier saarländischen Musiker von "New4tet" empfohlen hatte. Pianist Pascal Ohlmann, Gitarrist Jochen Duchow, Schlagzeuger Dominik Lauer und Frank Althaus am Bass präsentierten vor der Leinwand vier Eigenkompositionen. Ihr Ensembleklang war ein moderner, melodischer Jazz. Fast wirkten ihre Grooves lyrisch. Damit schufen sie einen stimmungsvollen Übergang zum anschließenden Film "Round Midnight". Ein Klassiker über und mit Jazz aus dem Jahr 1986. Der amerikanische Saxophonist Dexter Gordon spielt darin den alkoholabhängigen Saxophonisten Dale Turner im Paris der 1950er Jahre. Der biographisch angelegte Film zeigt die Freundschaft des Musikers zu seinem Fan Francis Borier. Dieser verfolgt Abend für Abend am geöffneten Fenster die Auftritte Turners. Den Eintritt in den angesagten Jazzclub kann er sich nicht leisten. Als Freund versucht Borier immer wieder, Turner von Alkohol wegzubekommen. Der Film zeigt in wunderbaren Bildern mit großartigen, melancholischen Aufnahmen Höhenflug und Fall eines Künstlers. Dabei bekommt der Zuschauer einen stimmigen Eindruck der Pariser Jazz-Szene. Herbie Hancock wurde für die Filmmusik mit einem Oscar ausgezeichnet.

Zum Thema:

Die Reihe geht weiter: Der nächste Termin für Jazz im Film ist am Montag, 8. Mai, im Kino in Heusweiler. Gezeigt wird der Film "Paper Moon" aus dem Jahre 1973, musikalisch untermalt von der Formation "Hot House".