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Gang über den Markt hat Tradition

Besucherin Rita Seis bewunderte auf dem Steffesmarkt die Tonwaren von Ursula und Jessica Brill (v.l.). Fotos: Anika Meyer
Besucherin Rita Seis bewunderte auf dem Steffesmarkt die Tonwaren von Ursula und Jessica Brill (v.l.). Fotos: Anika Meyer
Illingen. Fünf Tage lang ist bei der Illinger Steffeskirmes gefeiert worden. Fahrgeschäfte, Zuckerwatte und Co. – am gestrigen Dienstag fand das bunte Kirmesvergnügen dann mit dem traditionellen Steffesmarkt seinen Abschluss. Anika Meyer

"Das hier könnte verhängnisvoll für mich werden", scherzt Rita Seis. Die Schiffweilerin liebt es, ihren Garten zu verschönern, und auf dem Illinger Steffesmarkt hat sie gerade einen Stand voller Keramik-Deko entdeckt. Alles selbstgemacht, wie die Händlerinnen Ursula und Jessica Brill versichern. Seis gibt sogleich eine Blüte in Auftrag - größer als alle, die die Brills da haben. Dass der Steffesmarkt in diesem Jahr etwas kleiner ist als gewöhnlich, stört Seis nicht. "Dafür ist er gemütlich!" Grund für die Verkleinerung ist die geänderte Verkehrsführung an der Hauptstraße, die dort zurzeit kein Marktgeschehen zulässt. Außerdem haben die meisten Lebensmittelhändler Betriebsferien, wie die Gemeinde erklärt.


Deshalb gab es auch hauptsächlich Kleidung und Haushaltswaren zu kaufen und zu durchstöbern, aber auch Handtaschen, Grußkarten und mehr. Elisabeth Linnebach, die mit ihrer Mutter unterwegs war, betrachtete am Stand der Familie Khan Geldbeutel und Gürtel. "Wir gehen jedes Jahr am Kirmesdienstag frühstücken und dann über den Markt", erklärte sie. "Das hat Tradition bei uns."

Tradition hat auch der Steffesmarkt selbst, mit dem die Illinger Kirmes gestern ihren Abschluss fand. Fünf Tage lang sind die Illinger Karussell gefahren, haben Enten geangelt und Dosen geworfen und sich Zuckerwatte und gebrannte Mandeln gegönnt. Mit zehn Fahrgeschäften, Trampolinen, einem Simulator und mehr, lag die Kirmes größenmäßig im üblichen Rahmen.



Die Schausteller hätten sich noch ein paar Fahrgäste mehr gewünscht, erklärt Ortsvorsteher Wolfgang Scholl. "Mehrere Großveranstaltungen in der Umgebung haben uns sicher Besucher gekostet, außerdem ist die Ferienzeit generell schwierig." Insgesamt sei man aber zufrieden. "Das Wetter war hervorragend. Nicht zu heiß und nicht zu kalt." Und die Rückmeldungen der Besucher seien sehr positiv.

Bereits am Samstag hatte man sich "einfahren" können, dazu gab es im Burgviereck Live-Musik vom Shanty-Chor Fischbach, organisiert vom Stobbeclub. Der offizielle Fassanstich fand dann am Samstag statt, an dem auch der SV Kerpen seine Schwarz-Gelbe Nacht veranstaltete und die Schausteller ein großes Höhenfeuerwerk spendierten. Am Sonntag beteiligte sich der ASV Hüttigweiler mit seinem bunten Nachmittag an der Kirmes, am Montag gab es den Frühschoppen und das beliebte Kirmesessen in der anliegenden Gastronomie, das laut Scholl sehr gut besucht war. Am letzten Kirmestag lockten die Schausteller dann mit vergünstigten Preisen. Vor allem Familien waren unterwegs, die Kinderbahnen waren an diesem Tag am beliebtesten. Auch Dominik Schmidt aus Uchtelfangen spazierte mit der Großfamilie über den Platz. "Man trifft hier immer alte Schulkollegen, das gefällt mir", so der 29-Jährige. Manchmal setze er sich auch mit den Kleinen der Familie in eine Bahn. Auf jeden Fall Pflicht sei das Kirmeseis.

Für Kirmesbesucher Dominik Schmidt und seine Familie ist ein Kirmeseis Pflicht.
Für Kirmesbesucher Dominik Schmidt und seine Familie ist ein Kirmeseis Pflicht.