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Frühlingsgefühle aus Irland

Illingen. Mànran, die Bernadette Morris Band und Dermot Byrne bestritten das Irish-Heartbeat-Festival in der Illinger Illipse. Gut über 300 Besucher waren begeistert von den traditionellen und modernen Folkklängen. Anika Meyer

. Grasgrüner Anzug mit Kleeblättern drauf, Hemd mit grünen Blätterranken und blauen Blümchen und darüber wieder eine Kleeblatt-Krawatte. Petr Pandula weiß, wie man Modefans schockiert und Irland-Fans in Stimmung bringt. Und dass die Irland-Fans sich wohl fühlten, hatte an diesem Abend eindeutig Vorrang: Ihre Herzen sollten höher schlagen beim Irish-Heartbeat-Festival, das am Mittwoch in der Illipse in Illingen gastierte.

Der Termin war kein Zufall: Ein bisschen im Voraus feierte man den St. Patricks' Day (17. März), mit dem die Iren des Bischofs Patrick gedenken, der im fünften Jahrhundert als erster christlicher Missionar auf der Insel wirkte. Festivalmacher Pandula hatte auch eine Erklärung dafür, warum der St. Patrick's Day auch hierzulande immer prominenter wird: "Die Deutschen haben keinen Nationalheiligen, da müssen eben die Iren mit ihrem herhalten."

"Folk-Musik" haben die Deutschen, trotzdem genossen sie die irische ganz offensichtlich sehr. Je irischer, desto besser, hatte man den Eindruck: Bei den ganz typischen, fröhlichen Melodien gab es ganz besonders viel Applaus von den gut über 300 Besuchern. Ob Whistle (Flöte), Fiddle (Geige), Pipes (Dudelsack), Akkordeon oder andere traditionelle Instrumente - Mànran, die Bernadette Morris Band und Dermot Byrne hatten es drauf und zwar erster Klasse.

Größtenteils handelt es sich bei den Musikern um echte Iren, beziehungsweise im Falle von Mànran Schotten. Als "Art Rock" verstehen die sechs auch für ihr Charisma bekannten Jungs von Mànran ihre Musik, als Vereinigung von gälischem Gesang und der alten Tradition mit modernen Anklängen. Mitunter auch mal mit E-Bass, Schlagzeug und Keyboard. Eine gelungene Kombination auf alle Fälle.

Etwas traditioneller lässt es Bernadette Morris mit ihrer Band angehen. Die Sängerin mit der klaren, charakteristischen Stimme sagte dem Publikum gerne mehrzeilige, englischsprachige Refrains zum Mitsingen auf, um danach optimistisch zu fragen: "Got it?" No. Da hätte man schon mitschreiben müssen. Mitklatschen und "Chair Dancing", das ging allerdings.

Der Akkordeonist Dermot Byrne musste ohne seine Kollegin an der Harfe, Floriane Blancke, auftreten, die erkrankt war. Doch man improvisierte einfach und so gab es für das Publikum Dermot Byrne & Friends: Das gefühlvolle Spiel Byrnes, der meist mit geschlossenen Augen darin versank, wurde begleitet von Musikern der anderen Bands.

Schon zum neunten Mal war Irish Heartbeat in Illingen zu Gast und man darf auf ein zehntes Mal hoffen. Pandula sagte: "Es hat sich eine schöne Beziehung zwischen dem Illinger Publikum, von denen viele jedes Jahr wieder kommen, und dem Festival entwickelt."