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EVS stellt unterschiedliche Müllgebühren-Systeme vor

EVS stellt unterschiedliche Müllgebühren-Systeme vor

Städte und Gemeinden im Saarland müssen neu über ihr Müllgebühren-System entscheiden. Deshalb hat der EVS in einem Regionalforum informiert. Fazit: Das Leerungszählsystem käme meist günstiger als das Verwiegesystem.

Gut 130 Personen - Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte aus der gesamten Umgebung - konnte EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker am Mittwochabend in der Illipse begrüßen. Da die Kommunen demnächst entscheiden müssen, ob sie bei ihrem bisherigen Müllgebühren-System bleiben oder wechseln wollen, informierte der EVS bei diesem Regionalforum über Änderungen der Gebührensätze und Auswirkungen der Entscheidungen der Kommunen.

Die bisherigen Systeme sind seit 2011 am Laufen, ab 2017 sollen die neuen Entscheidungen zum Tragen kommen. "Fünf Jahre sind ein angemessener Zeitraum, um zu sehen, wie die sich die Sache entwickelt hat", sagte Ecker. Georg Jungmann , ebenfalls Geschäftsführer, moderierte die Veranstaltung.

Das Wichtigste vorneweg: Der EVS-Gebührenbedarf, so verspricht man, soll in den nächsten Jahren stabil bleiben. Aber: Durch die starke Abfallreduzierung seit der Umstellung der Gebührensysteme 2011 müssten die Kosten auf weniger Leerungen beziehungsweise geringere Abfallmassen verteilt werden. Die Kosten für den Bürger setzen sich beim Leerungszählsystem wie bei Verwiegesystem zusammen aus den Festpreisen für die Tonne und für die Mindestleerungen/ Mindestabnahmemenge sowie den Gebühren für darüberhinaus gehende Leerungen/ Abnahmemengen. Wie Jürgen Philippi vom Geschäftsbereich Abfallwirtschaft erklärte, wird derzeit in 43 Kommunen nach Leerungszählsystem, in zweien nach Verwiegesystem abgerechnet.

Gellenbeck vom Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management in Ahlen informierte über die Gebührenänderungen. Bleiben alle Kommunen bei ihrem bisherigen System, verringert sich die Leerungszählgebühr bei 120-Liter-Tonnen von 7,30 auf 7,02 Euro , steigt jedoch bei 240-Liter-Tonnen von 13,48 auf 14,04 Euro . Die Verwiegegebühr erhöht sich dann von 0,31 auf 0,48 Euro .

Entscheiden sich alle Kommunen für das Leerungszählsystem, so sinkt die Leerungszählgebühr für 120er-Tonnen weiter auf 7 Euro , die für 240er-Tonnen dann wieder leicht auf 14 Euro . Je mehr Kommunen sich für das Verwiegesystem entscheiden, desto mehr steigt die Leerungszählgebühr. Die Verwiegegebühr sinkt dann, liegt jedoch mindestens bei 0,43 Euro und damit immer noch über dem aktuellen Preis von 0,31 Euro . Hätten beispielsweise 90 Prozent der Kommunen das Verwiegesystem, so läge die Leerungszählgebühr für 120er-Tonnen bei 7,64 Euro , für 240er-Tonnen bei 15,29 Euro . "Die Umstellung auf das Verwiegesystem würde also zumeist teurer als die Beibehaltung des Leerungszählsystems", so Gellenbeck.

Damit der EVS die Fristen für die anstehende Neuausschreibung für das Einsammeln und Befördern des Abfalls einhalten kann, müssen die Entscheidungen bis Ende Juli dieses Jahres vorliegen.