„Es tut gut, Gutes zu tun“

Die Aktion „Saarlands Beste“ der Saarbrücker Zeitung feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass stellen wir in einer Serie die Jahressieger von einst vor. Heute: Benjamin Kiehn. Der Jahressieger der Einzelpersonen 2014 organisiert mit seinem Verein Mittelaltermärkte und Fantasymessen und spendet das Geld an verschiedene Projekte.

. "Lass' uns was Großes machen", sagte Benjamin Kiehn, "etwas, an dem sich mehr Leute erfreuen, und lass' uns Spenden sammeln." Es war der letzte Tag eines Sommerfestes im Jahr 2009, als der heute 33-Jährige diesen Satz zu seinem besten Freund sagte. Gemeinsam organisierten sie das Fest für den Kinderhospizdienst, und es sollte tatsächlich der Auftakt für etwas wirklich Großes werden. Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt, und so begann die Erfolgsgeschichte vor sechs Jahren mit dem Mittelaltermarkt in Illingen .

Damals waren Kiehn und sein bester Kumpel Dirk Boudier für alles verantwortlich. "Eigentlich war es völlig verrückt", meint Benjamin Kiehn rückblickend und lacht. "Morgens um sechs haben wir selbst den Müll eingesammelt und mussten dann den ganzen Tag die Leute bespaßen." Und das mit Erfolg. 19 000 Menschen besuchten den Mittelaltermarkt im ersten Jahr, im zweiten waren es schon 25 000.

"Wir wollen den Kindern eine Welt bieten, in der es keine Sorgen gibt, wo es bunt ist, laut ist, schön ist", erklärt Kiehn. Mit den Besucherzahlen wuchsen auch die Spenden , aber auch die Verantwortung und die Arbeit. Der Mittelaltermarkt sollte nun im Wechsel mit dem Viehmarkt der Gemeinde Illingen stattfinden, um die beiden jungen Männer zu entlasten. Aber: "Uns war langweilig." Also erschuf Kiehn eine noch buntere Welt: Die FaRK - ein Fantasy- und Rollenspiel-Konvent, das das erste Mal 2013 in der Illipse in Illingen stattfand. 10 000 Euro wurden dabei gesammelt und an den Kinderhospizdienst gespendet. Bald war die Illipse zu klein und die FaRK fand in Landsweiler-Reden statt. Kiehn sagt: "Die FaRK ist keine klassische Fantasymesse, sondern ein Familientreffen." Er ist stolz auf sein Projekt und auf die Spenden , die dabei gesammelt wurden: "Bei der Fantasymesse haben wir aus 16 000 Euro Sponsorengeld 39 000 Euro gemacht und zusätzlich ein großes, kostenloses, barrierefreies Event für das ganze Saarland geschaffen."

Für sein Engagement wurde Benjamin Kiehn 2014 zu "Saarlands Bestem" gewählt. Die Reise, die er dabei geschenkt bekam, wollte er jedoch nicht antreten. Er habe das ja nicht alles alleine auf die Beine gestellt, sagt Kiehn. Das Geld der Reise wurde ausgezahlt und von Kiehn in zwei Veranstaltungen investiert.

Seit seiner Auszeichnung als "Saarlands Bester" hat sich einiges getan. Voriges Jahr hat Kiehn den Verein fit4charity gegründet, der etwa 50 Mitglieder zählt. "Der Verein ist nur dafür da, um Spenden zu sammeln." In den nächsten Wochen wird der Verein auch im Internet zu finden sein unter fit4charity.de. Auch weitere Veranstaltungen sind in Planung. Die nächste FaRK findet 2017 statt, aber schon im März dieses Jahres findet in Landsweiler-Reden eine so genannte Larp statt, ein Live-Rollenspiel. Die Einnahmen aus dieser Veranstaltung sind bereits verplant: "Der Erlös geht an ein multikulturelles Frühstück. Wir laden Flüchtlingsfamilien verschiedener Herkunft ein und kochen zusammen, denn was verbindet mehr als Essen?", erklärt Kiehn.

2015 wurden 30 000 Euro an die Hilfsaktion "Herzenssache" gespendet und 3000 Euro an das Flüchtlingsprojekt "Ankommen". Insgesamt sind es zehn Institutionen, die künftig mit Spenden unterstützt werden sollen. Zu seiner Motivation sagt Kiehn: "Es tut gut, Gutes zu tun." Außerdem sei es schön, wenn man andere motivieren könne, Gutes zu tun.