„Es geht voran“

Weihnachtsruhe auf der Baustelle der Brauturm-Galerie, kurz BTG, im Herzen von Illingen. Erst am 9. Januar gehen die Arbeiten weiter. Die SZ nutzte diese Verschnaufpause zu einem Gespräch mit Jörg Michael Fries, dem Hauptinvestor und geschäftsführenden Gesellschafter der Projektgesellschaft BTG, der im Illinger Ortsteil Hirzweiler zu Hause ist.

Mittlerweile ist aus dem ehemaligen Höll-Gelände auch im alltäglichen Sprachgebrauch der Illinger die Brauturm-Galerie geworden. Gut eineinhalb Jahrzehnte nach dem unrühmlichen Weggang des Fleischwaren-Produzenten, dessen hässlich verschachtelte Fabrik den Ort wie ein Bollwerk zerteilte, ist nach umfangreichen Abriss-Arbeiten erkennbar, wie sich das neue Quartier gestalten wird. Der namensgebende Turm der Brauerei Hohlweg aus der Vor-Wurstwaren-Ära bildet den Fixpunkt, von dem aus sich der neue Gebäude-Komplex mit dem Rewe-Markt, Büro- und Praxisräumen, zwei Dutzend Wohnungen, Gastronomie, Garagen und Käse-Reifungskeller zwischen Hauptstraße und Bahnhof ausbreiten wird. Ein Projekt, um das Illingen von vielen Gemeinden beneidet wird. Verspricht es doch, den zentralen Ort beträchtlich aufzuwerten. Denn im Umfeld der BTG werden dank des finanziellen und planerischen Engagements von Bund, Land und Gemeinde auch Straßen und Wege neu gestaltet, wird es einen kleinen Park geben und dazu eine Wohnanlage des Arbeiter-Samariter-Bundes. Der ASB plant Wohnungen für Menschen mit Behinderungen und Ältere, startet mit dem Bau aber erst, wenn die BTG das Gröbste hinter sich hat.

"Wir sind ungefähr drei Monate in Verzug", sagt Jörg Michael Fries. Was bedeutet, dass nun Herbst/Winter 2018 für die Fertigstellung der BTG angepeilt werden. Die Verzögerungen gehen vor allem auf das Konto von teilweise unverhofft aufgetauchten Tücken bei Statik und Brandschutz. Der Bau-Eifer des erfahrenen Altlasten-Sanierers und Geschäftsmannes Jörg Michael Fries (Bahnlog, Spedition Jonen, Käserei Hirztaler) und seiner Partner wurde durch die bekanntlich hochkomplexen Brandschutz-Auflagen, die je nach konkreter Nutzung von Gebäudeteilen variieren, allerdings nur gebremst, nicht abgewürgt. "Hier steht man sich oft gegenseitig im Weg", beschreibt Fries die Situation der Fachleute, von denen jeder natürlich alles richtig und konform der Auflagen machen möchte. Der Teufel liege da häufig im Detail, ziehe Diskussionen um Art und Dicke von Materialien nach sich, mit denen nicht zu rechnen war.

Bei der Statik fehlten vom Vorbesitzer, der wohl eher "wild" gewerkelt hat, allerhand Planungs-Unterlagen, was die notwendigen akribischen Berechnungen nicht einfacher machte. Überwacht wird der Bau der BTG vom TÜV , denn die Investoren wollen den potenziellen Käufern und Mietern bei diesem Groß-Projekt in Sachen Bauen im Bestand/Sanierung ein Höchstmaß an Qualität bieten.

"Es geht voran. Nach der Weihnachtspause wird man sehen, wie die Brauturm-Galerie wächst", gibt sich der Investor im SZ-Gespräch zuversichtlich. Und ist froh, dass nun auch ein Betreiber und Investor für die Gastronomie ausgeguckt ist. Das Brauhaus-Konzept unter Einbeziehung der Markthalle mit über 200 Plätzen und großer Außen-Gastronomie soll von einer sehr renommierten (nicht saarländischen) Brauerei übernommen werden, die einen bekannten Illinger Gastronomen als Wirt einsetzen will. Details dazu soll es für die Öffentlichkeit im Januar geben, so Fries, wenn der Deal in den berühmten "trockenen Tüchern" ist.

brauturm-galerie.de