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Es geht um die Natur
Es geht um mehr als nur um den Honig

Bienen sind zurzeit sehr gefährdet. Naturschützer klären auf.
Bienen sind zurzeit sehr gefährdet. Naturschützer klären auf. FOTO: dpa / Matthias Balk
Illingen. Im Illinger Kino stieß ein Film über das Schicksal der Bienen auf reges Publikums-Interesse.

(red) Die Bienen im Landkreis Neunkirchen haben offenbar viele Fans. Das Kino in Illingen war am Donnerstag jedenfalls voll besetzt, als die Grünen zur Filmvorführung „More than honey“ eingeladen hatten, so eine Mitteilung der Partei. Der Film des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof beeindruckte mit scharfen Nah- und spektakulären Flugaufnahmen des geringelten Insekts. Imhoof hat die Bienen rund um die Welt begleitet – zeigt Schweizer Bergidylle neben Massenindustrie mit Antibiotikaeinsatz in den USA. In China gibt es keine Bienen mehr, da übernehmen Menschen die Bestäubung. Viel Stoff zum Nachdenken – das zeigte auch eine Diskussion, moderiert von Grünen-Landeschefin Tina Schöpfer.


So krass wie in den USA gehe es im Saarland natürlich nicht zu und Antibiotika werden hier auch nicht eingesetzt, versicherte Christoph Küntzer, stellvertretender Vorsitzender der Buckfastzuchtgruppe Saar. „Die saarländischen Imker betreiben die Imkerei in der Mehrzahl als reines Hobby. Ihnen geht es nicht um Profit – sie decken mit dem Verkauf des Honigs nur ihre Kosten.“ Er warb deshalb dafür, Honig regional bei den saarländischen Imker einzukaufen statt  beim  Discounter: „2,50 Euro  für das Glas – das kann keine gute Ware sein und wenn dann noch drauf steht, dass der Honig auch außerhalb der EU produzierte wurde, dann liegt die Vermutung nahe, dass er aus zweifelhaften Quellen kommen könnte.“ Ihm liege es besonders am Herzen,  die Imker und Landwirte   beispielsweise beim Thema Glyphosat nicht gegeneinander auszuspielen, sondern an einen Tisch zu bringen, um sich miteinander kritisch auszutauschen. Ferner wies Küntzer auf die Chancen innovativer Königinnenzucht zur Stärkung der Honigbienen hin.

Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND, ist unter anderem der Schutz der Wildbienen besonders wichtig. Er verwies darauf, dass man selbst viel tun kann, um dem Bienen- und Insektensterben entgegen zu treten: „Das geht ganz konkret vor der eigenen Haustür.  Zum Beispiel, wenn man eine Blumenwiese anlegt statt sterile Stein- und Kiesgärten, in denen die Bienen keine Nahrung finden.“



Die Vorsitzende der Illinger Grünen, Maria Luise Herber, lobte die Arbeit des Imkerverbands Illtal, der in Illingen bereits etliche bienenfreundliche Vegetation angepflanzt hat. Grünen-Landeschefin Tina Schöpfer betonte, dass es nicht nur um den Schutz der Bienen, sondern aller Insekten gehe.