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Emotionalität trifft auf Fachwissen

Emotionalität trifft auf Fachwissen

Beim „Jugend debattiert“-Regionalentscheid trafen jetzt acht Schüler aus Lebach, Marpingen und Illingen aufeinander. Sie debattierten 25 Minuten über aktuelle Diskussionsthemen und versuchten, Jury und Zuschauer für ihre Position zu gewinnen.

Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft - diesen Kriterien setzten sich die Teilnehmer des Wettbewerbes "Jugend debattiert" im Illtal-Gymnasium (IGI) aus. Beim Regionalentscheid für das Nord-Saarland debattierten Schüler des IGI, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Lebach (GSG) sowie der Gemeinschaftsschule Marpingen (GES) zusammen über aktuelle schulische und politische Streitfragen. Erste Preise holten Schüler vom GSG Lebach und der GES Marpingen.

Um Punkt 13.10 Uhr wurde es in der Aula des IGI ernst: IGI-Schüler Justin Gesellchen eröffnete die 25-minütige Debatte der Sekundarstufe I , die sich mit der Frage: "Soll im Saarland die verbindliche Grundschulempfehlung für den Besuch weiterführender Schulen wieder eingeführt werden?" beschäftigte. Zusammen mit Saskia Will vom GSG Lebach vertrat er die Ansicht, dass die Empfehlung den Entscheidungsdruck, den Eltern oft auf ihre Kinder ausüben, verhindern könne. "Neben dem Klassenlehrer sollte aber auch ein externer Pädagoge an der Entscheidung beteiligt sein", ergänzte er. Das garantiere eine neutrale Entscheidung.

Michelle Dorzweiler, die zusammen mit Kerstin Bös (beide vom GSG Lebach), die Gegenposition vertrat, konterte mit nichts Geringerem als dem Grundgesetz: "Dort ist das Recht auf persönliche Entfaltung festgeschrieben." Und dazu gehöre eben auch die Tatsache, frei entscheiden zu können, auf welche Schule man gerne gehen möchte.

Ohne Notizen und auf hohem Niveau lieferten sich die vier Schüler trotz des schwierigen Themas einen dynamischen Schlagabtausch. Und der wurde nicht nur von der sechsköpfigen Jury aufmerksam verfolgt: Schüler aller drei Schulen waren ins IGI gekommen, um ihre Klassenkameraden zu unterstützen. Am überzeugendsten bewertete die Jury Saskias Auftreten und zeichnete sie mit dem ersten Platz aus.

Die Frage, ob Straßen, öffentliche Plätze und Gebäude nachts nur noch begrenzt beleuchtet werden sollen, füllte die Debatte der Sekundarstufe II mit Emotionalität: "Vergewaltigungen, Einbrüche oder gar Morde" befürchtete die Gegenseite, die von Severin Rech und Ann-Kathrin Metzinger (beide GES Marpingen) vertreten wurde, sollte die Straßenbeleuchtung eingeschränkt werden.

Lara Leist von der GES Marpingen und Luisa Gebhard vom IGI versuchten dagegen, ihre Kontrahenten mit ausgeprägtem Faktenwissen von der enormen Umweltbelastung zu überzeugen, die die durchgängige Beleuchtung verursacht. "Die Straßenbeleuchtung könnte zwei Stunden nach der Dämmerung ausgeschaltet und zwei Stunden vor dem Sonnenaufgang wieder eingeschaltet werden", schlug Lara als Alternative vor. Der Frage ihres Klassenkameraden Severin, wann sie denn vom Feiern wiederkomme, wich die Zwölftklässlerin gewitzt aus: "Bis die Straßenlampen wieder an sind." Ihre Schlagfertigkeit zeichnete die Jury mit dem 1. Platz aus. "Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, ich habe mich doch zwischendrin verhaspelt", zeigte sich die Gewinnerin überrascht.

Die Gewinner der ersten und zweiten Plätze treffen beim Landesentscheid in Saarbrücken am Dienstag, 12. April auf die Regionalsieger aus dem ganzen Saarland. Dort entscheidet sich, wer das Saarland später beim Bundesfinale des Debattier-Wettbewerbs in Berlin vertreten darf.

Zum Thema:

Auf einen BlickPlatzierungen in der Kategorie "Sekundarstufe I ": 1. Platz: Saskia Will vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach (GSG), 2. Platz: Justin Gesellchen vom Illtal-Gymnasium (IGI), 3. Platz: Kerstin Bös vom GSG Lebach, 4. Platz: Michelle Dorzweiler vom GSG Lebach. Platzierungen in der Kategorie "Sekundarstufe II": 1. Platz: Lara Leist von der Gemeinschaftsschule Marpingen (GES), 2. Platz: Severin Rech von der GES, 3. Platz: Luisa Gebhard vom IGI, 4. Platz: Ann-Kathrin Metzinger von der GES. koj