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Blick auf 2018
Eine Einladung zum gedanklichen Tanz

Illingen. Auf bewegte Zeiten konnten sich die Gäste beim  Neujahrsempfang der Gemeinde Illingen am Samstagabend in der Illipse einstimmen: Bürgermeister Dr. Armin König will die „Verhältnisse“ zum Tanzen bringen. Seine Rede war ein Weckruf gegen Ängstlichkeit und Verzagtheit. Von Solveig Lenz-Engel

Das hat es in der Kulturhalle Illipse noch nicht gegeben: Land unter auf der Bühne. Zum Zwecke der Aufführung von „Swan Lake reloadet“  (einer Art Neuinterpretation des Ballett-Klassikers Schwanensee) bedurfte es eines Wasserteppichs, auf dem  TanzS.A.L.  aus Saarlouis, trainiert von Andreas Lauck,   zeigte, was  Tanz heute sein kann.  Kraftvolle Körperlichkeit, ausgeklügelte Choreografie mit Nebelschwaden und Lichteffekten - ein Fest für die Sinne also. Die bediente auch Lutz Schumann mit fantastischen akrobatischen und varietéhaften Auftritten, ganz in Gold oder Silber.


Da hätte der Illinger Bürgermeister als Gastgeber und programmatischer Redner des Abends ganz schnell ziemlich blass dagegen aussehen können. Doch König wäre nicht König, der ja bekanntlich immer wieder für die knallbunten Effekte in der politischen Landschaft des Landes gut ist. Man denke nur an seinen Vorschlag, ein neues Stadion für den  heimatlosen 1. FC Saarbrücken  auf Illinger Bann zu errichten.

Gemäß des Einladungs-Mottos Magic (E)Motion setzte der Bürgermeister auf die Macht von Magie, Emotion und Bewegung, um Großes (womöglich auch schon im Kleinen) auf den Weg zu bringen. Dazu bediente sich der „Beweger“ einiger Griffe in die Historien-Kiste. Und dabei fanden nicht nur  Illinger Kult-Institutionen wie die Kneipen Lustgarten und Go In, die Band Kuult („So leicht, so leicht“) sondern auch Karl Marx im Jahr seines 200. Geburtstages Erwähnung. „Man muss die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen zwingen, indem man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt“, an diesem Marxschen Satz entlang webte König seine Gedanken. Gedanken gegen Ängstlichkeit und Verzagtheit (so wie bei der GroKo), Gedanken für mehr Inspiration und Mut zum Wagnis. „Was wir brauchen, sind neue Ideen und neue Regeln für diese wilde neue digitale Zeit“,  so König. Einmal mehr hielt er ein Plädoyer für Europa und für eine Neu-Belebung der Illinger Städtepartnerschaften.



 Ganz konkret dann die Auflistung dessen, was Illingen in 2018 erwartet: ein tolles Programm in der Illipse, das die Menschen auch zum Tanzen bringt, die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Brauturmgalerie, der Beginn der Arbeiten am Wohnprojekt des ASB, die konkrete Planung für die beiden Feuerwehrhäuser in Illingen und Hirzweiler, der Umbau der Illtalhalle in Hüttigweiler, die Sanierung der Grundschule Uchtelfangen und der beinahe flächdeckende Breitbandausbau. Raum fand natürlich auch das aktuelle Aufrege-Thema in der Region:  der von der RAG geplante Anstieg des Grubenwassers. Heute um 19.30 Uhr findet dazu eine Info-Veranstaltung in der Merchweiler Allenfeldhalle statt. Es wird eingeladen von Merchweiler, Illingen, Schiffweiler und Quierschied. Und nachdrücklich noch einmal von Armin König.

Tradition ist beim Illinger Neujahrsempfang der Auftritt einer Abordnung der Sternsinger aus der Gemeinde, die diesmal den Erlös ihrer Sammlung für Kinder in Indien zur Verfügung stellen. Es geht um die Eindämmung der Kinderarbeit.

Tradition ist auch die Ehrung von Menschen aus der Gemeinde, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwesen einsetzten. So wurde die fleißige Dritte-Welt-Aktion Palca des Illinger  Illtal-Gymnasiums  mit ihrem seit 40 Jahren veranstalteten Festival Impression musicale  ebenso ausgezeichnet  wie Marliese Jung-Dörr, die mit ihrer Malschule das Projekt Life needs Water auf den Weg gebracht hat. Ausgezeichnet wurden unter anderem auch  die Förderer von Kunst und Kultur im Kinder- und Jugendbereich.

Die weiteren Akteure im  Rahmenprogramm des Neujahrsempfanges 2018  waren der Show-Magier Timo Marc und die Formation Capricorn mit Rainer Andler und Simon Weyland, die beim abschließenden Smalltalk der Gäste im Illipse-Foyer dafür sorgte, dass der Absacker-Drink noch besser schmeckte.