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Ein Vorbild für andere Kommunen

Ein Vorbild für andere Kommunen

Illingen

Illingen. Wie können europäische Kommunen ihre Bürger motivieren, sich für ihre Gemeinde zu begeistern? Wie bewegt man sie, sich mit Herausforderungen wie dem europaweiten demografischen Wandel auseinanderzusetzen und selbst lokale Lösungen zu finden? Wie können die Verwaltungen europäischer Städte und Gemeinden bürgernäher handeln? 300 europäische Projekte aus 27 Ländern, die sich diesen Fragestellungen widmen, werden im neuen Projektkatalog des Wettbewerbs European Public Sector Award (EPSA) vorgestellt - eines davon ist das saarländische Demografieprojekt "Illingen 2030 - Projekt Zukunft". Für Bürgermeister Armin König (Foto: SZ/Gemeinde) ist dies die Bestätigung, dass die Illinger bei einem Zukunftsthema, das vielen Kommunen unter den Nägeln brennt, sehr gut aufgestellt sind, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach dem Bundessieg bei der Landschaft der Industriekultur Nord mit fünf anderen Kommunen und der IKS sei die Aufnahme in die EPSA-Dokumentation eine weitere Bestätigung der kommunalen Illinger Arbeit, so König.Im März, listet König auf, war "Illingen 2030" zum ersten Mal auf internationale Bühne vorgestellt worden - bei einer internationalen Stadtplanerkonferenz in Kaiserslautern. Im Dezember war Illingen eines von 23 deutschen Vorzeigeprojekten bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Demografie und des Bundesinstituts für Bauwesen und Raumordnung. "Man darf sich nicht auf dem ausruhen, was man erreicht hat", stellt Illingens Bürgermeister fest. "Das ist auch der Grund, warum wir bei Wettbewerben mitmachen und uns auf Kongressen der Diskussion stellen. Wir wollen von anderen lernen und eigene Erfahrungen weitergeben. Und das Schöne ist: Alle kochen nur mit Wasser. Was wir machen, können andere saarländische Gemeinden auch. Dazu möchte ich sie ermuntern. Auch die Landkreise. Das Thema hört ja nicht an Gemeindegrenzen auf."Den größten Eindruck, so König, hätten die Bilder der Brückenstraße in Raßweiler und des Abrissprogramms "Platz da!", mit dem unter anderem der Abriss des alten Polizeigebäudes und mehrerer Privathäuser gefördert wurden, gemacht. Seine Vorträge in Berlin und Kaiserslautern hätten wohl bewirkt, so der Bürgermeister, dass er jetzt von der bundesweiten Dachorganisation der deutschen Kommunen und Landkreise für Verwaltungsmanagement KGSt in die Steuerungsgruppe demografischer Wandel berufen worden sei. Im Februar werde er in Wiesbaden in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Koch vor hessischen Bürgermeistern zum Thema Demografie referieren, im Sommer werde er mit Professor Gunnar Schwarting Studierende der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer über die Praxis kommunaler Demografieprojekte unterrichten.Dass "Illingen 2030" eine solche Entwicklung nehmen würde, habe er sich vor vier Jahren nicht träumen lassen, so König. Dabei habe er das Thema erst gar nicht anpacken wollen, weil es zu unangenehm war. "Aber Ludger Wolf, Hugo Kern und Alfred Gettmann haben mich überzeugt, dass Demografie ein Megathema wird, dem sich keiner mehr verschließen kann." red "Was wir machen, können andere saarländische Gemeinden auch. Dazu möchte ich sie ermuntern. Auch die Landkreise. Das Thema hört ja nicht an Gemeindegrenzen auf."Bürgermeister Armin König