Reiten : Ein Sieg ohne Stechen

Reiterin Melanie Bischoff vom RFV Miesau gewinnt ohne Abwurf das S-Springen beim RFV Illtal.

Es war tatsächlich wie verhext. Obwohl im S**-Springen, der Hauptprüfung der Illinger Reitertage, die eigentlich in einem Stechen entschieden werden sollte, viele wirklich gute und erfahrene Reiter engagiert um den Einzug in das Stechen kämpften, kassierte einer nach dem anderen – zumeist auch noch am letzten Hindernis, was am ärgerlichsten ist – einen Abwurf und konnte sich damit nicht für die zweite Runde qualifizieren. Eine ungewöhnliche Situation, die selbst Turnierrichter Dieter Pankok, der jeden Ritt am Mikrofon begleitete, aus dem Konzept brachte. „Das soll der Teufel holen“, lautete daher auch sein fassungsloser Kommentar. Nur einer einzigen Teilnehmerin war das Glück hold – sie schaffte es, diesen schweren Parcours ohne Fehler zu beenden und sich für das vorgesehene Stechen zu qualifizieren: Melanie Bischoff vom RFV Miesau. In Ermangelung weiterer Teilnehmer für Durchgang zwei, entfiel dieser jedoch und die Amazone gewann mit ihrem Null-Fehler-Ritt das höchste Springen – und zwar ohne Stechen.

Rang zwei ging an Marcel Offermann, RSG Soonwald, mit einem Abwurf (64,48 Sekunden). Dritter wurde Niklas Betz, RFV Limbach, der ebenfalls eine Stange kassierte (65,82 Sekunden). Für den jungen Saarländer ein schöner Erfolg, auch wenn ihm der Sieg sicherlich lieber gewesen wäre. Da er an diesem Wochenende aber schon zwei Springpferdeprüfungen der Klasse L und das U21-Stilspringen der Klasse M*, eine Qualifikation des „Zukunftspreis Springen“ vom PferdesportverbandSaar für unter 21 Jahre alte Reiter, gewonnen hatte, sah er das Ganze sportlich.

Von Freitag bis Sonntag liefen auf der Reitanlage des gastgebenden RFV Illtal insgesamt 17 Springen. Nachdem am Wochenende davor im Rahmen des ersten Turnierteils die kleinen Reit-, Dressur- und Springprüfungen gelaufen waren, standen nun die höheren Springen an – darunter allein vier Prüfungen in der schweren Klasse. Das S*-Springen gewann Lokalmatador Thies Beyer. „Beim Heimturnier ist das natürlich ein besonders toller Erfolg“, freute sich Markus Beyer, Vater des jungen Ausbilders und Chef des gastgebenden Vereins. Im S*-Punktespringen führte dann kein Weg vorbei an Julie Thielen (RFV Losheim). Mit der Bestzeit von 47,29 Sekunden ließ der Teenager die teils deutlich ältere Konkurrenz souverän hinter sich. Im S*-Springen der vierbeinigen Youngster dominierte Faroso W unter Springprofi Felix Schneider (ZRFV Wickrath und Umgebung 1924), der ursprünglich aus dem saarländischen Tholey kommt und in seiner alten Heimat eine riesige Fangemeinde hat. „Wir sind mit dem Ablauf der Großveranstaltung sehr zufrieden, alle hatten trotz Arbeit ihren Spaß. Auch die neuen Helfer in der Gastronomie haben auf Anhieb einen perfekten Job gemacht. Ein besonders dickes Lob geht an unsere Leute im – ich muss schon sagen Kampfgebiet – Wiesental, die trotz der widrigen Bedingungen durch den immer wiederkehrenden Regen und den dadurch aufgeweichten Boden die schwierige Parksituation über die insgesamt sechs Tage voll im Griff hatten“, lobte Markus Beyer sein Team.

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