Konzert in Wemmetsweiler: Ein Konzerterlebnis mit ganz viel Gefühl

Konzert in Wemmetsweiler : Ein Konzerterlebnis mit ganz viel Gefühl

Die Schweizerin Nina Haug gastierte in Wemmetsweiler und verzaubert am Piano das rare Publikum.

Eine überaus bemerkenswerte junge Künstlerin mit einer tollen Ausstrahlung begeisterte jüngst im Großen Kuppelsaal des Rathauses Wemmetsweiler ihre Zuhörer. Nina Haug heißt die Pianistin, die in Schaffhausen in der Schweiz, gleich an der Grenze zur Bundesrepublik, geboren wurde.

Das Konzert mit der Pianistin Nina Haug war die achte Veranstaltung in Folge der Reihe „Klassik trifft Jazz“.  Die wenigen Besucher erlebten eine Künstlerin, die sehr viel von ihrem Handwerk versteht und von Kuhn als „ideale Pianistin“ vorgestellt wurde, welche „die Verbindung zwischen Klassik und Jazz wunderbar hinkriegt“. Aber Nina Haug trumpfte nicht nur musikalisch auf. Bei den persönlichen Erörterungen zu den ausgesuchten Werken hätten die Konzertbesucher ihr stundenlang zuhören können, weil sie sehr sympathisch erzählte. Ihre musikalische Handschrift auf dem Rathausflügel löste Begeisterungsstürme aus. Sie interpretierte „Three Preludes for piano“. Sie spielte aus dem Musical Porgy and Bess „Summertime“ und aus dem Musical Girl Crazy „I got Rhythm“ von George Gershwin, The Fire Sermon, Klaviersonate Nr. 2, Op. 64 von dem Finnen Einojuhani Rautavaara, die Lebewohl-Sonate von Ludwig van Beethoven und besser konnte der Abschied nicht sein als mit „Ev’ry time we say Goodbye“ von Cole Porter. Von Gershwin berichtete sie, dass er so jung schon einen eigenen Stil entwickelte, dass Maurice Ravel ihn nicht unterrichten wollte. Bei dem Werk des Finnen sprach sie von einer „fixen Idee, die wächst und wächst und irgendwann explodiert und das mit sehr coolen Rhythmen. Ich bin mir sicher, es entstehen Bilder vor ihren Augen.“

Im zweiten Teil ging es um Abschied nehmen, beginnend mit der Lebewohl-Sonate mit drei Sätzen, bei der spürbar wurde, dass der eine den anderen nicht gehen lassen wollte. Das Abschlusslied „Ev’ry time we say Goodbye“ passte dann zu der persönlichen Situation der Schweizerin, die von der Schweiz nach Finnland umzieht. Dort verbringt sie zwei Semester in Helsinki an der bekannten Sibelius Academy.

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