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Ein Konzept für die Sportstätten

Ein Konzept für die Sportstätten

Der Gemeinderat Illingen hat beschlossen, über ein Gutachten die sportliche Infrastruktur der Kommune unter die Lupe zu nehmen. Das ist Voraussetzung, um vom Land Fördermittel für die Sanierung mehrerer Kunstrasenplätze zu bekommen.

Sportstättenentwicklungsplan - der Begriff klingt nach viel Bürokratie. Dahinter verbirgt sich aber nichts anderes als die Analyse, was eine Kommune ihren Bürgern an Sportmöglichkeiten vorhält und wie dieses Angebot unter dem Eindruck einer sich verändernden Gesellschaft ausgebaut oder reduziert werden müsste. Der Illinger Gemeinderat hat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, ein Gutachten für die Entwicklung der Sportstätten zu erstellen (die SZ berichtete bereits kurz).

Das soll vorwiegend mit eigenen Ressourcen des Rathauses gestemmt werden, wobei Bürgermeister Armin König (CDU ) aber auch ins Spiel gebracht hat, eventuell zwei Sportstudenten über ein Stipendium mit ins Boot zu holen. Das Gutachten ist über seine längerfristigen Aussagen aktuell wichtig, weil die Gemeinde die Kunstrasenplätze in Illingen , Uchtelfangen, Welschbach und Wustweiler sanieren möchte. Zuschüsse gibt es nur, wenn die Sportplanungskommission des Landes das Entwicklungskonzept vorliegen hat. Der Gemeinderat hat zudem eine Lenkungsgruppe eingerichtet, die die Arbeit an dem Gutachten in den kommenden Wochen begleiten wird. Ihr gehören Elfi Kleiß-Schroth (SPD ), Marie-Therese Strauß (CDU ), Christian Petry (SPD ) und Stefan Maas (CDU ) an.

Reges Vereinswesen

Bürgermeister König erläuterte in der Sitzung, die Gemeinde habe ein reges Vereinswesen. Zudem verfüge das Rathaus über viele erforderliche Daten. CDU-Sprecher Maas warb dafür, das Gutachten nicht extern zu vergeben, sondern im Haus zu erstellen. So habe die Gemeinde "größtmöglichen Einfluss" darauf. Eine Formulierung, die auf Widerstand stieß. SPD-Mann Petry etwa meinte, ihm stellten sich bei dieser Wortwahl die Nackenhaare. Er vertrat zudem die Ansicht, man solle "die Tür nicht verschließen, Sachverstand hinzuzuziehen" und eine gutachterliche Kontrolle zu haben. Maas wollte denn auch seine Worte nicht auf die Goldwaage gelegt wissen: Die Gemeinde sollte das Gutachten bestmöglich begleiten können. Petry und Maas stimmten darin überein, mit der Konzeption einen Schritt in die Zukunft zu tun.

Für einen weiteren kleinen Aufreger in der Diskussion sorgte SPD-Fraktionschef Guido Jost, der bei der Suche nach Kandidaten für die Lenkungsgruppe zwei Männer vorschlug und hinterherschob, man müsse ja nicht aus Gründen der Geschlechtergleichbehandlung zwingend einen Mann und eine Frau vorschlagen. Seiner Fraktionskollegin Elfi Kleiß-Schroth stieß dies bitter auf: "Niemand hat gesagt, es müssten mit Gewalt zwei Männer und zwei Frauen sein." Und dennoch hat das Gremium letztlich beide Geschlechter paritätisch in die Lenkungsgruppe gewählt.