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Ein Feuerwerk der skurrilen Wortspiele

Peter Kleiß, (links) organisiert die Reihe ,,Haste Worte“ für die evangelische Kirchengemeinde Uchtelfangen. Mit Ody vam Bruok konnte er am Freitagabend in der Alten Schule punkten. Foto: A. Detemple
Peter Kleiß, (links) organisiert die Reihe ,,Haste Worte“ für die evangelische Kirchengemeinde Uchtelfangen. Mit Ody vam Bruok konnte er am Freitagabend in der Alten Schule punkten. Foto: A. Detemple FOTO: A. Detemple
Uchtelfangen. Er ist bekannt für seine skurrilen Wortspiele und seinen tiefschwarzen Humor. Die Rede ist vom Dichter Ody vam Bruok. Der war jetzt zu Gast in der Alten Schule in Uchtelfangen, wo er die Besucher mit amüsanten Reimen vollauf begeisterte. Astrid Dörr

. "Haste Worte" hieß es wieder am Freitagabend in der Alten Schule in Uchtelfangen - und mit Worten wurde nicht gegeizt. Ody vam Bruok, alias Gregor Köhne, unterstrich eindrucksvoll, dass er nicht umsonst als legitimer Nachfolger großer Lyriker wie Christian Morgenstern , Wilhelm Busch oder Heinz Erhard genannt wird. Mit einem Feuerwerk an skurrilen Wortspielen, poetischen Liebeserklärungen und Geschichten aus dem Leben - gespickt mit tiefschwarzem Humor - begeisterte Ody seine Besucher in der evangelischen Begegnungsstätte Alte Schule.

Mit Preisen ausgezeichnet


Organisator Peter Kleiß hatte den Rheinländer und fünffachen Literaturpreisträger nach Uchtelfangen geladen: ,,Ody vam Bruok ist ein ganz Großer seines Genres. Tiefsinnig, rabenschwarz - aber auch ein Meister der leiseren Texte." 1993 schrieb Gregor Köhne in Berlin noch das Musical "Mixed Pickel", 1996 verlagerte er den Schwerpunkt auf seine dichterische Arbeit. Ab diesem Zeitpunkt nennt er sich Ody, eine Reminiszenz an den langmütigen und gutgläubigen Hund Odie im Garfield-Comic. Das "vam Bruok" übernahm der gebürtige Solinger als Erinnerung an seine rheinländische Heimat.

Ohne große Requisiten, einzig nur mit seinen Worten, zog Ody van Bruok die Besucher gleich in seinen Bann. Großartig, die Geschichten der Yorki-Triologie, in der sich Frau von Basedom nacheinander von ihren drei Hunden verabschieden musste. Pepita wurde vom Husky gefressen: ,,Pepita hängt in einem Husky-Rachen - ups da kann man nichts mehr machen". ,,Bienchen" wurde von einem liebestollen Rammler kopuliert: ,,Fürs Kaninchen ist das Hündchen - mehr nicht als ein Schäferstündchen" und anschließend irrtümlich vom Jäger erlegt: ,,Kaum hat Bienchen es genossen - wird sie jägerseits erschossen". Und auch mit Fips, dem dritten Vierbeiner von Frau Basedom, nimmt es ein böses Ende. Schützend eingebettet in Frauchens opulenten Busen erstickt der arme Hund: ,,Eingepfercht in Oberweiten - naht das Ende seiner Zeiten." Klar, dass nach so viel Pech auch Frau Basedom ihrem Schicksal erliegt. ,,Frau von Basedow erleidet/ einen Herzanfall und scheidet/ aus dem hundeleeren Leben./ Fips liegt angeleint daneben." So ging es Schlag auf Schlag, mal tiefschwarz, mal mit viel Gefühl und Poesie. Auch Pfarrer Reinhold Wawra amüsierte sich köstlich: "Einfach großartig, diese Wortakrobatik." Mit donnerndem Applaus dankte ein begeistertes Publikum nach gut 75 Minuten dem Rezitator.

Für Freitag, 17. Oktober, lädt die evangelische Kirchengemeinde Uchtelfangen zur nächsten Veranstaltung in die Alte Schule in der Friedrichstraße 6. Dann gastiert unter dem Motto "Haste Töne" um 20 Uhr die Gruppe Zeitlos. Die nächste Veranstaltung zu "Haste Worte" findet am 13. November statt. Der Saarbrücker Fotograf Florian Brunner stellt seine visuellen Eindrücke vom unterirdischen Saarbrücken vor.