Ein essbares Dorf gibt es in Wustweiler

Wustweiler Gemeinschaftsgarten : Ein essbares Dorf für alle Generationen

Ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt wurde in Wustweiler verwirklicht. Hier packt jeder an, damit es wächst und gedeiht.

. Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft war die Grundidee von engagierten Einwohnern des Illinger Ortsteils Wustweiler, die insbesondere den Kindern und Jugendlichen die biologische Vielfalt der Natur näher bringen wollten. Im Mittelpunkt standen die Tradition und das Wissen um das Gärtnern und den Anbau von heimischem Obst und Gemüse, die nicht verloren gehen sollten. Ein Gemeinschaftsgarten wurde in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs auf einem Brachland, das der Gemeinde gehört, angelegt und vom Umweltministerium und der europäischen Union als Gemeinschaftsprojekt „Essbares Dorf Wustweiler“ gefördert.

Im Juli 2018 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. Rodungsarbeiten, die noch kein Geld kosteten, erledigte das Team von Hand. Ab August 2018 wurde dann professionell mit Maschinen das Gelände modelliert und planiert. Örtliche Landwirte unterstützten unbürokratisch. Im April 2019 wurden drei Hochbeete zusammengesetzt, installiert und mit Mutterboden gefüllt und sogleich bepflanzt, damit die Besucher schon etwas zu sehen und zu riechen hatten.

Mit Küchenkräutern wie Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Oregano, Majoran, Salbei, Minzen Thymian, Zitronenverbene, Jiaogulan, Pimpinelle, Oliven- und Currykraut wurden zwei Hochbeete bestückt. Jeder durfte riechen und auch in kleinen Mengen mitnehmen. Ins dritte Hochbeet pflanzte das Team Zucchini, Peperoni und Sonnenblumen. Ein Beet auf dem Boden wurde mit Kohlrabi-, Spitzkohl- und Rote-Beete-Setzlingen befüllt.

Es musste während des heißen Sommers fleißig gegossen werden. Dazu wurde extra eine Schöpfstelle an der Ill eingerichtet. „An dieser Schöpfstelle fühlt man sich wie in einer anderen Welt“, sagte Marie-Luise Herber, die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, die an dieser Stelle schon einmal die Bekanntschaft mit einer Biberratte Nutria machte. „Durch die heiße Witterung hatte die Ill nicht mehr ausreichend Wasser, um den Garten zu gießen. Deshalb wurde ein 1000 Liter großer Vorratsbehälter installiert, der von außerhalb mit Wasser befüllt wird“, erzählt sie der SZ.

Einer der fleißigsten Helfer beim Aufbau des Gemeinschaftsgartens war Rainer Spreitzer. Er hat zusammen mit einer Gruppe aus dem Kindergarten ein Beet mit Rüben angelegt. Und die wurden nun letzte Woche geerntet, damit die Kinder bei einer Gemeinschaftsaktion Rommele schnitzen konnten. Die Rübenpflänzchen hatten sie aus Samen im Kindergarten vorgezogen. Apropos Kinder – für sie sollen im kommenden Jahr Hochbeete angelegt werden, an denen sie einpflanzen und ernten können.

Außer Küchenkräutern ist im Garten jetzt alles abgeerntet, Reben sind eingepflanzt und das Team ist auf die Traubenernte – vielleicht schon im nächsten Jahr – gespannt. Im Frühjahr 2020 sollen weitere Beete angelegt werden, die in Patenschaft bearbeitet werden können. Mittlerweile gibt es an Ort und Stelle schon einen Geräteschrank, damit die Gartengeräte nicht immer von zu Hause mitgebracht werden müssen. Eine Fläche zur Erholung ist schon angelegt. Es fehlen noch zwei Bänke und ein Tisch.

„Wunderbar auch die Neuigkeit, dass wahrscheinlich auf dem angrenzenden Gelände, das sich im Privatbesitz befindet, in Kürze unser hiesiger Imkerverein eine Blumenwiese anlegen und einige Bienenkästen aufstellen wird“, freut sich Ortsvorsteher Knut Kirsch.

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