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Die Tür zur Zukunft steht noch auf dem Kerpen-Hof

Die Tür zur Zukunft steht noch auf dem Kerpen-Hof

Es ist heiß. Richtig heiß an diesem Nachmittag. Ein Tag zum Faul-auf-der-Couch-im-Zimmer-liegen. Oder zum Schwimmengehen. Oder zum Eisschlecken mit den Füßen im Eimer mit kühlem Wasser. Es würde einem viel einfallen.

Letzte Rundreise-Station: Die RAG-Halle in Reden. Kathrin Prams (links) und Svenja Kany im Stargate.
Walter Backes (gelbes Shirt), Horst Prams (rote Hose) und Werner Boudier sind das Bauteam. Sie haben die Tardis gestaltet. Von vorne sieht's schon fertig aus.
Sascha Winter (im Trans Am) stellt den Bandit und den Dodge Bulls Eye, vorne mit Sascha Meyer am Steuer, auf der Fark aus. Die nachgebauten Filmfahrzeuge stammen aus seinem Privatbesitz.

Keineswegs aber, große Autos durch die Gegend zu schieben, um sie neugierigen Menschen zu präsentieren. Und dann noch eine halbe Stunde zu warten, bis die endlich den Weg ins neue Gewerbegebiet in Uchtelfangen gefunden haben.

Doch Kathrin Prams ist hart im Nehmen. Sie ist die Pressefrau der Fark, des Fantasie- und Rollenspielkonvents, der am letzten Augustwochenende in seine dritte Auflage geht. Wieder größer. Prmas hat der SZ eine Rundreise organisiert zu den Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass der Laden vom 28. bis 30. August laufen wird. Mit dabei hat sie Svenja Kany, leidenschaftlicher Fantasy-Fan und gerade an der Recherche zu ihrer Bachelchor-Arbeit über die Organisation solcher Messen.

Station eins: besagtes Gewerbegebiet Auf Maien, von dessen Existenz weder Navi noch Einwohner wissen - aber Gott sei Dank die Briefbotin. Hier lagern Schätze auf vier Rädern. Sascha Winter, leidenschaftlicher Sammler von Oldtimern zeigt der SZ schon mal, was die Fark-Besucher zu sehen bekommen werden. einmal einen 68er Dodge Bulls Eye, wie ihn Van Diesel im Film "The fast and the furious" fährt. Fürs Foto setzt sich Sascha Meyer hinters Steuer. Sascha Winter gibt den Frauenschwarm Burt Reynolds im Trans am Bandit, bekannt aus "Ein ausgekochtes Schlitzohr". Zurück in die Garage allerdings müssen die nachgebauten Filmautos dann trotz Nummernschild geschoben werden - die Hitze wohl. Der Fotograf schiebt mit, der Rest macht sich bereit für Station zwei.

Auf dem idyllisch gelegenen Kerpenhof wartet eine kleine Menschenmenge. Dirk Boudier hat das Fark Construction Team hierher beordert. "Die machen alles, ohne die läuft nix", sagt der Mitorganisator des Wohltätigkeits-Events, dessen Erlös in diesem Jahr nicht nur dem Kinderhospiz-Dienst, sondern noch weiteren Kinderhilfswerken zu Gute kommen wird. Das "Besichtigungsteam" ist komplett - und im Gänsemarsch geht es quer durchs Gelände, vorbei an Pferdeställen, Traktoren, Heu und einem Hufschmied, der einem Vierbeiner gerade neues Fußwerk anpasst. Oben auf dem Hügel ist ein Unterstand. Der Scherz muss kommen: "Ist das ein Dixieklo?" Doch was hier in strahlendem Blau entgegenleuchtet, ist ein Nachbau der Tardis, der Telefonzellen-ähnlichen Raum-Zeit-Maschine, mit der die Sci-Fi-Figur Dr. Who die Realitäten wechselt. Das wird der Haupteingang sein. Gebaut haben ihn Walter Backes, Horst Prams und Werner Boudier. Das bewährte Team - vergangenes Jahr bereits haben sie das Stargate gebaut - hat sich die Baupläne aus dem Internet geholt. Eine Papp-Miniatur-Ausgabe präsentiert Backes dem Besuch. Die Plane wurden modifziert, "schließlich soll da ja ein Rollstuhl durchpassen", erläutert Boudier. Vier bis fünf Mal haben sie sich bisher getroffen, 100 Stunden "jeder so 30", glaubt Prams, haben sie bislang dran gearbeitet, die 25 Quadratmeter Holz zu verbauen.

Zahlen kann auch Andreas Fries nennen. Für den Elektriker und sein Construction-Team geht es etwa eine Woche vor Beginn richtig in die Vollen. Schätzungsweise zehn bis zwölf Kilometer Kabel werden dann verlegt werden, 1500 Sitzplätze sind zu stellen. "Und vor allem muss das hinterher auch wieder ganz schnell abgebaut werden." 35 bis 40 Helfer sorgen nicht nur für Auf- und Abbau vor und nach der Fark, sie sind auch über die Tage im Einsatz, helfen hier und da, geben Auskunft, gehen mit den Sammelbüchsen rund. Der harte Kern, allen voran neben Fries auch Bühnenverantwortlicher Sven Blatt, trifft sich ab eine Woche vorher täglich. Nebenher geht das nicht. "Wir nehmen da Urlaub", sagt Blatt. Spätestens am 28. August wird alles fertig sein. Da sind sich Construction-Team, die drei vom Bautrupp und die Organisatoren einig. Die Stimmung ist gut. Die einheitlichen schwarzen Shirts nett. Jetzt geht's zur verdienten Abkühlung.

Fürs Rundreise-Team steht noch die dritte und letzte Station des Tages an. Nach Reden. Wohin sonst? Kathrin Prams schließt die große RAG-Halle auf. Links Massen von Fahrrädern. Ein Kinderwagen, Stühle. Literweise Getränke. Bergeweise blaues Kabel. Und schwarz verhüllte Gebilde. "Hier war während der Fark ein Aufenthalts-Raum." Einige haben sogar übernachtet. Tuch eins wird gelüftet: Hervorkommt das Stargate, der Haupteingang vom letzten Jahr. Prams und Kany - mittlerweile mit reichlich Material für die Bachelor-Arbeit - machen Faxen für den Fotografen. Auf andere Planeten verschwinden sie Gott sei Dank dabei nicht. Dafür verschwindet Verhüllung Nummer zwei: Voilà der Thron von "Game of Thrones". "Jetzt setz ich mich aber mal hin", sagt Prams. Schnappt sich ein Schwert als Stütze - man weiß, was sich gehört - und nimmt Platz. Geschafft!