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Der Primstaler Schriftsteller Frank P. Meyer sorgte für beste Unterhaltung beim Festival „erLesen“ in Uchtelfangen

Lust auf Lesen : Mit Papis altem Opel Kadett nach Oxford

Der Primstaler Schriftsteller Frank P. Meyer sorgte für beste Unterhaltung beim Festival „erLesen“ in Uchtelfangen.

Bei der zweiten Auflage des Lesefestivals „erLesen“ in Illingen präsentierte der Veranstalter Börsenverein des Deutschen Bundhandels in Zusammenarbeit mit der Gemeinde den Primstaler Schriftsteller Frank P. Meyer, der kurzweilig und spannend aus seinem Roman „Das Rätsel um Laureen Mills“ vorlas. Peter Kleiß moderierte die Veranstaltung, die in der Begegnungsstätte „Alte Schule“ stattfand.

Mit seiner locker-leichten, fröhlichen Art eroberte der Autor schon während der Begrüßung die Hörerschaft und witzelte über die Benutzung eines Head Set: „Das ist schon eine Stufe professioneller.“ Schmunzelnd erlebten die Zuhörer seine Ausführungen über die Anreise nach Oxford mit dem alten Kadett Kombi seines Vaters. Lebhaft beschrieb er dann den Doktoranden Peter Becker aus Primstal, der als Geologiestudent ein Stipendium an der berühmten Universität Oxford „Jesus“ erhielt. Er schilderte den Studentenalltag in den frühen 90ern mit Spannerpartys als einer der Höhepunkte des elitären Studentenlebens. Für die Zuhörerschaft war bildlich das College in Oxford und das Leben und Treiben der Studenten bei Privatpartys und in diversen Clubs vorstellbar. Die Bezüge zu Primstal begeisterten immer wieder aufs Neue, die Kommilitonen von damals konnten von den „Primstalgeschichten“ ebenfalls nicht genug kriegen.

Die Handlung des Romans springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Drei unterschiedliche, aber immer wieder ineinander greifende Erzählstränge geben der Handlung eine Spannung und machen den Roman sehr unterhaltsam und packend. Peter Becker kehrte nach 20 Jahren an seinen Studienort zu einem Treffen der „Ehemaligengruppe“ zurück. Seine Reise hatte aber noch einen anderen Grund. Damals verschwand die Bibliothekarin Laureen Mills spurlos. Ihre Leiche wurde erst jetzt gefunden. Die Beerdigung fand einen Tag vor dem Ehemaligentreffen statt. Obwohl niemand mehr mit der Aufklärung des Falles rechnet, rollte Inspector Osmer den Fall neu auf, was die „Romantiker“ ( eine ehemalige Studentenvereinigung) sichtlich nervös machte, denn offensichtlich ist einer von ihnen der Mörder und andere wiederum waren bei der Beseitigung der Leiche behilflich. Die unterschiedlichen Mitglieder des Clubs sind durch unterschiedliche Charakteren gut dargestellt: schrullige Professoren, Engländer, aber auch Schotten und Waliser, die darauf Wert legen, nicht als Engländer bezeichnet zu werden und als Russen.

Für die heimatverbundenen Saarländer war auch die Geschichte, die Peter Becker mit seinem Mitkommilitonen Sergej verbindet, gut verständlich. Einmal wöchentlich veranstalteten beide unter Zufuhr von Wodka nämlich ein „Heilsaufen“, um das Heimweh zu ertränken.

Gut angekommen beim Publikum sind die kleinen Seitenhiebe zum Brexit und zur „Splendid Isolation“, welche die Briten gern zelebrieren. So ganz nebenbei immer wieder der Blick auf die Kulissen des studentischen Oxford, das ziemlich arrogant auf Cambrigde schaut, was die Hörerin Renate Kleer, die sich als Besucherin von Cambrigde outete, öfter zu spüren bekam. Groß war die Freude des Autors über den Besuch der Lesung durch Rüdiger Schwarz aus Niederlosheim, den der Primstaler während seines Stipendiums in Oxford kennen gelernt hatte. „Ich habe das Buch natürlich schon gelesen. Weil ich selbst in Oxford war, konnte ich einen Teil der Romantik wieder erkennen und hatte, als ich das Buch gelesen habe, den ganz speziellen feuchten Geruch der Buntsandsteingemäuer in der Nase.“

Bürgermeister Armin König sprach von einem „absolut gelungenen Festival“, das einen großen Beitrag dazu leiste, das Buch wieder in den Blickwinkel zu rücken. Der Autor Frank P. Meyer sei kein Unbekannter, er freue sich schon auf sein „prims-britisches Special.“ Dem Autor hat es gut gefallen. „Ich lade mich jetzt schon für eine Lesung bei euch wieder ein.“ Sowohl dieser Schlusssatz als auch seine Buchrezitationen aus dem Krimi, der mit Lebensphilosophie, Humor und Überraschungen gespickt ist, wurde mit viel Applaus gewürdigt.

Conte-Verlag, ISBN 978-3956021510, 432 Seiten, 18 Euro.