Der Ortsrat in Illingen diskutierte, wo 2020 Gelder hinfließen

Ortsrat llingen : Foodsharing oder doch ein Bücherhaus?

In der ersten Sitzung des Jahres befasste sich der Ortsrat Illingen auch mit anstehenden Investitionen wie dem fürs Börrchen.

Die erste Sitzung des Illinger Ortsrates in diesem Jahr kann als Brainstorming (Ideenfindung) gewertet werden. Das gilt besonders für den Tagesordnungspunkt „Vorbereitung Haushalt 2020/2021“. „Wo drückt der Schuh, wo sollen wir investieren?“, fragte Ortsvorsteher Wolfgang Scholl in die Runde und musste nicht lange auf Vorschläge warten. Weil er die „Bimmel“ vergessen hatte, ging es manchmal etwas turbulent zu.

Großes Thema war der örtliche Personennahverkehr, der nach wie vor zu wünschen übrig ließe. Scholl nannte das Beispiel einer Bürgerin, die nicht über ein eigenes Auto verfügt und deshalb keine Arbeitsstelle in Saarbrücken annehmen konnte, weil es ihr bis zum Dienstbeginn um 6 Uhr nicht möglich ist, diese Arbeitsstelle zu erreichen. „Wer mit der Bahn nach Illingen kommt und zum Industriegebiet Saarbrücker Kreuz in Uchtelfangen muss, hat ebenfalls Probleme, dieses Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, stellte Scholl fest. Er informierte, dass sich mit der Problematik ÖPNV eine Kommission beschäftigen werde. Man hoffe und erwarte zufriedenstellende Lösungen für die Bürger der Großgemeinde Illingen.

Scholl sprach mit wenigen Sätzen den Ausbau des Freigeländes auf dem ehemaligen Höllgelände an und teilte mit, dass hier immer noch seitens der Geldgeber diskutiert werde, ob der Einbau eines Aufzuges gerechtfertigt sei. Einen dringlichen Handlungsbedarf meldeten die Genossen für den Steg an, der zum Bürgerbüro und verschiedenen Arztpraxen in der Brauturmgalerie führt. Der aus Gitterrosten gebaute Steg verwandele sich bei Minustemperaturen in eine spiegelglatte Zuführung. „Hier muss ganz dringend eine Teppichauflage angeschafft werden, denn die Unfallgefahr ist sehr groß“, so die einvernehmliche Meinung der Ortsratsmitglieder. Der Ausbau des Rundweges um die Burg genießt bei allen Fraktionen des Ortsrates höchste Priorität. Für diese Maßnahme sollten 30 000 Euro im Haushalt eingestellt werden. Investieren wollen die Ortsratsmitglieder auch im Rundturm, um dort Feuchteschäden am Dach zu beseitigen.

Diskutiert wurde über die Müllentsorgung mancher Bürger an Containerstandplätzen. Hier plädierte das Gremium einstimmig für eine mobile Überwachung an prekären Standorten. Gaby Kiehn (CDU) beantragte die Installation eines Sonnenschutzes im Hallenbad, weil man von der tiefstehenden Sonne sehr geblendet werde. Carmen Simmet beauftragte den Ortsvorsteher wegen der noch nicht ausgeführten Markierung in der Kerpenstraße bei der Gemeindeverwaltung Rücksprache zu halten. Thema der Sitzung war auch das Anbringen von Mülleimern, die der Entsorgung von Hundekot dienen sollen, zum Beispiel im Wohngebiet Im Rötchen. Die Ortsratsmitglieder sprachen sich gegen eine solche Installation aus und appellierten an die Hundehalter, den Hundekot adäquat zu entsorgen. Als Beispiel wurde die Entsorgung von gebrauchten Windeln genannt, welche Eltern auch zum Entsorgen mit nach Hause nehmen müssen. Außerdem wäre die Entleerung der Müllereimer mit Kosten verbunden, welche zu Lasten der Allgemeinheit gehen würden.

Auf dem Programm der Sitzung stand auch die Planung für die Veranstaltung „Illingens Beste“. Der Termin steht bereits. Das Fest findet am Samstag, 23. Mai, in der Illipse statt. Die Veranstaltung soll anders als in der Vergangenheit ablaufen, so hieß es weiter, beginnend mit Ehrungen der Personen, die von den Vereinen vorgeschlagen und von einem Gremium ausgewählt werden. Danach soll mit einer populären Band gefeiert werden und zwar gemeinsam mit den Franzosen aus der Partnerschaftsgemeinde Civray, die an diesem Wochenende in Illingen weilen.

Geredet wurde auch über das Projekt „Börrchen“, hier besonders über die Hütte, die von Börrchenkicker gebaut wurde und mangels Aktivitäten dieser Gruppierung nicht mehr gebraucht wird. Michael Menges (SPD) zeigte großes Interesse für diese Hütte, die als Anlaufstation für Foodsharing genutzt werden könnte. Jeder, der eigene Lebensmittel spenden möchte, bevor sie verderben, könnte diese in einem frei zugänglichen Kühlschrank in diese Hütte bringen.

Auf Interesse stieß auch der Vorschlag von Dieter Mohr in der Hütte ein „Haus der Bücher“ zu installieren. Was den Spielplatz dort auf dem Freigelände betrifft, gibt es noch keine konkreten Informationen. Es soll dort auf jeden Fall ein Bouleplatz angelegt werden. „Wir bleiben hier am Ball“, versprach Ortsvorsteher Scholl.