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Der Mann für den kleinen Dienstweg

Der Mann für den kleinen Dienstweg

Illingen. Tag für Tag, bei Wind und Wetter, ist Joachim Bohr zu Fuß auf den Straßen der Gemeinde Illingen unterwegs, wo der Bürgerpolizist seit über neun Jahren ein Ansprechpartner für die Bürger ist, durch vorbeugende Arbeit eine Vertrautheit schafft und somit das Sicherheitsgefühl der Bewohner stärkt. Seine Route, so erzählt er, wechsele dabei täglich

Illingen. Tag für Tag, bei Wind und Wetter, ist Joachim Bohr zu Fuß auf den Straßen der Gemeinde Illingen unterwegs, wo der Bürgerpolizist seit über neun Jahren ein Ansprechpartner für die Bürger ist, durch vorbeugende Arbeit eine Vertrautheit schafft und somit das Sicherheitsgefühl der Bewohner stärkt. Seine Route, so erzählt er, wechsele dabei täglich. "Ich bin jeden Tag in einem anderem Ortsteil unterwegs und gehe nie den selben Weg. Zum einen komme ich so mit mehr Menschen in Kontakt, zum anderen soll nicht schon vorher jeder wissen, wann und wo ich unterwegs bin. Auch auf den Feldwegen trifft man mich hin und wieder an, schließlich sollen diese nicht als Hauptverkehrsstraßen genutzt werden." Zu Beginn seiner Tätigkeit sei es für viele noch ungewohnt gewesen, einen Polizisten täglich auf der Straße anzutreffen, vor allem in den Nebenstraßen der Wohngebiete. Mittler bei StreitigkeitenIm Laufe der Zeit hätten sich die Leute jedoch daran gewöhnt und würden ihn häufig ansprechen. "Oft sind es Streitigkeiten unter Nachbarn, bei denen sich die Fronten verhärtet haben. Der Anlass ist dabei oft nur eine Lappalie, aber irgendwann will der eine nicht mehr mit dem anderen reden, und so schaukelt sich das hoch. Ich versuche dann, den Dialog wieder herzustellen und konnte so schon oftmals schlichten, ohne dass sich die Parteien vor Gericht treffen mussten. Das erfordert natürlich ein gewisses Gespür und Fingerspitzengefühl." Die Menschen kämen aber nicht nur auf ihn zu, wenn sie ein Problem hätten, sondern auch, wenn es etwas Erfreuliches zu berichten gebe. Dass die Arbeit von Polizeikommissar Bohr geschätzt wird und gut ankommt, zeigen etliche Postkarten an den Wänden seines Büros, die ihm Illinger Bürger aus dem Urlaub geschickt haben. Es sei die Idee seines damaligen Vorgesetzten und die von Bürgermeister Armin König gewesen, einen Bürgerpolizisten in Illingen zu etablieren. Nach nunmehr neun Jahren könne dies als voller Erfolg gewertet werden. Zwar hatte man in Städten wie Neunkirchen oder Saarbrücken schon länger so genannte City-Cops eingesetzt, in einer eher ländlichen Gemeinde war das zum damaligen Zeitpunkt jedoch noch eher ungewöhnlich. "Die Rückmeldungen sind wirklich durchweg positiv. Natürlich kommt es auch mal vor, dass sich jemand ärgert, aber das ist wirklich selten der Fall. Ich bin auch froh über die Bezeichnung Bürgerpolizist, weil er das ausdrückt, was meine Aufgabe ist. Ich bin vor Ort für den Bürger ein Ansprechpartner. City-Cop, Dorfpolizist oder Gendarm waren damals auch in der Überlegung, aber die Wahl wurde gut getroffen." In etwas mehr als zwei Jahren wird Joachim Bohr in den Ruhestand gehen und ein anderer wird seine Arbeit übernehmen, die er mit viel Freude ausübt. "Mir macht meine Arbeit Spaß. Ich bin mit vielen Menschen in Kontakt und versuche immer zu helfen. Oftmals auf dem so genannten kleinen Dienstweg. Es ist schön, wenn man dann so viel positive Resonanz bei den Bürgern erfährt."

Auf einen BlickAuch wenn Joachim Bohr nicht in den Ortsteilen von Illingen unterwegs ist, steht er gerne als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung. Seine Arbeitszeit ist täglich von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 15 Uhr. Telefon (06825) 92 40. red