De Hausmeischda unn 's Gerda

Uchtelfangen. Zufrieden zieht sich "de Hausmeischda", Willi Jost, in der Pause mit seiner Bühnenpartnerin Marion Hirtz, "emm Gerda", in die Garderobe zurück. Der Nebenraum des Gasthauses Vis à Vis in der Uchtelfanger Sport- und Kulturhalle ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Fans warten ungeduldig auf die zweite Halbzeit

Uchtelfangen. Zufrieden zieht sich "de Hausmeischda", Willi Jost, in der Pause mit seiner Bühnenpartnerin Marion Hirtz, "emm Gerda", in die Garderobe zurück. Der Nebenraum des Gasthauses Vis à Vis in der Uchtelfanger Sport- und Kulturhalle ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Fans warten ungeduldig auf die zweite Halbzeit. "Wolle Sie vielleicht e Stigg Worschd?", fragt Jost die Berichterstatterin und packt genüsslich einen halben "Ringel" Lyoner aus. "Um sei Gewicht se halle, muss ma aach esse, wemma käh Hunger hat", belehrt er. Dass er diese Lebensregel beherzigt, ist unübersehbar. Zu seinen "besten" Zeiten habe er 143 Kilo auf die Waage gebracht. Als der Kettenraucher (60 bis 70 Zigaretten am Tag) letztes Jahr wegen gesundheitlicher Probleme sein Laster aufgab, habe er 16 Kilo zugenommen. "Jedzd sinn awwer 18 wedder runner." Neben seiner Leibesfülle gehören der Schaffanzug, die Batschkapp und die Kassenbrille zu seinen Markenzeichen. Privat scheint Jost der Kultfigur, die er verkörpert, nicht unähnlich zu sein. Während er in seinem neuesten Programm "De Hausmeischda unn 's Gerda" jedoch das Ekelpaket gibt, sei er zu Hause "e ganz Liewer", wie Ehefrau Jutta nachdrücklich feststellt. Einen Witz oder lockeren Spruch hat Willi Jost auch privat ständig drauf. "Mir geht es hauptsächlich um de Spaß!" Er wolle niemandem was erklären und auch nicht politisch sein. "Mir stelle eenfach unser alltägliches Umfeld dar", schließt er Marion Hirtz ein. 1998 wurde der "Hausmeischda" geboren. Drei Jahre später konnte der gelernte Heizungsbauer, Baujahr 1962, mit dem überzeichneten Saarländer seinen Lebensunterhalt bestreiten. Seit vier Jahren moderiert der professionelle Spaßmacher die Morning Show bei Antenne West. "Das Publikum wolld endlich mei Fraa, 's Gerda, kennelerne, von der ich emmer vazehlt hann." Auf der Suche nach einer passenden Gerda sei ihm Marion Hirtz eingefallen, mit der er seit sieben Jahren befreundet ist. "Die Dialoge hann mir oft stunnelang am Telefon geprobt", berichtet Jost. Die superschlanke, topgestylte Marion Hirtz steht im Kontrast zu ihrem dicken Bühnen-Ehegesponst im Blaumann. "Da ich aus der Gesangssparte komme, wollte ich bei unserem gemeinsamen Auftritt auch etwas singen." Für ihre selbst umgeschriebenen Schlager erntete Mara-Lena, so ihr Künstlername als Schlagersängerin, Sonderapplaus. Die Geschichte, die das Duo auf die Bühne bringt, ist unspektakulär und lebt ausschließlich von den Dialogen. 50 Cent für guten ZweckOrt des Geschehens: eine Bushaltestelle. Gerda kommt mit neuer Frisur und auch sonst rundum in Form gebracht aus einer Kur zurück. Ihre Versuche, den "Hewwel" zu becircen, scheitern kläglich an dessen Chauvinismus. "Hott der Friseur die Arme gebroch?" oder "Wenn du an der Saar entlang gehscht, schmeiße dir die Ende es Brod wedder serek, so dinn wie du bischd." Von Beginn an engagiert sich Jost für wohltätige Zwecke. 50 Cent von jeder Karte kommen der Aktion "Hilf-Mit!" der Saarbrücker Zeitung zu Gute. "An Weihnachten werde ich eine Tombola für Hilf mit organisieren."