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Landschaftsprojekt Seifenwies: Das Sumpfblutauge fühlt sich auf der Seifenwies wohl

Landschaftsprojekt Seifenwies : Das Sumpfblutauge fühlt sich auf der Seifenwies wohl

Der Zweckverband Natura-Ill-Theel stellt die Landschaftspflegemaßnahme im Hüttigweiler Naturschutzgebiet vor.

„Das ist für mich ein Stück Heimat“, sagte Rainer Ulrich, Buchautor und Schmetterlingsexperte. Seit mehr als 40 Jahren untersucht Ulrich die Schmetterlingspopulationen auch auf der Seifenwies im Illinger Ortstteil Hüttigweiler. Jetzt stellte der Zweckverband Natura-Ill-Theel die Landschaftspflegemaßnahme Seifenwies vor.

Geschäftsführer Ulrich Heintz erläuterte die Genese des Projektes und die Ziele. Hierbei lobte er vor allem den früheren Naturschutzbeauftragten von Hüttwigweiler, Oswin Jochum, den er als „Paten des Projektes“ bezeichnete. Nach Heintz‘ Worten gehe es darum, nicht nur die reine Natur zu hegen und zu pflegen, „wir wollen auch die Kulturlandschaft bewahren“. Die Seifenwies sei ein klassisches Beispiel für die Kultivierung von Landschaften und deren Verwilderung. Die etwa 1,5 Hektar große Wiese liegt in Hüttigweiler oberhalb der Tennisplätze im Quellbereich des Ailsbaches. Seit 2002 ist die Seifenwies Naturschutzgebiet, aber schon 1994 registrierten die Naturschützer die Existenz seltener Pflanzen wie zum Beispiel das Breitblättrige Knabenkraut, das Sumpfblutauge oder Wasserfenchel.

Allerdings, so Heintz, habe man im Laufe der Zeit auf der Seifenwies („Gebiet von regionaler Bedeutung“) eine zunehmende Verbrachung festgestellt. Man sorgte sich um die negative Veränderung des wertvollen Geländes mit all ihren Folgen wie Rückgang der seltenen Pflanzen und Versteppung. Bei der Landschaftspflegemaßnahme, die 2015 startete, wurde die Seifenwies von verbuschten, standortfremden Gehölzen befreit. Ferner wurde in der sehr feuchten Wiese ein Lebensraum für Amphibien geschaffen. Für die weitere Pflege, sagte Ulrich Heintz, habe man einen Schäfer aus der Umgebung gewinnen können, der seine Tier nun auf der Seifenwies weiden lasse. Die Biologen und Biogeografen freuten sich, dass „die Wiederaufnahme der Wiesennutzung“ bereits wirke. „Es hat sich ein nass- und feuchtwiesentypischer Blühaspekt eingestellt.“ Im Zeitraum von 1991 bis 2007 haben Bund und Land für „Gewässerrandstreifenprojekte“ mit den dazu gehörenden Maßnahmen wie Planung und Grunderwerb 17,5 Millionen Euro investiert. Verantwortlich für die Realisierung war und ist der der Zweckverband Natura-Ill-Theel. Das Projekt hat rund 8000 Euro gekostet.

Der Zweckverband verbindet Lebach, Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Marpingen und Tholey mit Förderprojekten in Umwelt- und Naturschutz, sanftem Tourismus und Regionalentwicklung.