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Chor trifft den Nerv des Publikums

Chor trifft den Nerv des Publikums

Illingen. Minutenlanger, verdienter Applaus und stehende Ovationen: Mit der Aufführung von Carl Orffs Meisterwerk "Carmina Burana" in der Illinger Illipse hatte der Projektchor Amici Cantus unter Leitung von Stefan Monshausen sichtlich den Nerv seines Publikum getroffen

Illingen. Minutenlanger, verdienter Applaus und stehende Ovationen: Mit der Aufführung von Carl Orffs Meisterwerk "Carmina Burana" in der Illinger Illipse hatte der Projektchor Amici Cantus unter Leitung von Stefan Monshausen sichtlich den Nerv seines Publikum getroffen. Nahezu alle Zuhörer im (fast) ausverkauften Saal gingen jedenfalls zufrieden und mit Kommentaren wie "Eine großartige musikalische Leistung" wieder nach Hause. Sie alle waren noch Minuten nach Konzertende vom großen Klangerlebnis eingenommen. Und in der Tat lieferten Sylvia und Wolfgang Brendel am Klavier, Peter Hoffman und Kollegen am Schlagwerk, die Solisten Hannelore Becker (Sopran), Rolanz Kunz (Tenor) und Vadim Volkov (Bariton), der Kinderchor des Kinderchors des Arnold-Janssen-Gymnasiums St. Wendel und natürlich die "Freunde des Gesangs" an diesem Abend eine klasse Leistung ab. Wucht und LeichtigkeitDenn obwohl die "Carmina Burana" ohne Zweifel zu den meist aufgeführten klassischen Stücken des 20. Jahrhunderts zählt, ist es nicht immer leicht, die Wucht oder auch Leichtigkeit, die hinter manch einem Lied steckt, angemessen vorzutragen. Insbesondere dann, wenn die Aufführung nicht mit einem großen Orchester im Hintergrund, sondern - wie in der Illipse - in der so genannten "kleinen Fassung" mit zwei Klavieren und Schlagwerk erklingt. Grundlage für die "Carmina Burana", dem Hauptwerk Orffs, ist eine Sammlung lateinischer und deutscher Lieder und Gedichte aus dem 13. Jahrhundert. Aus den darin enthaltenen 240 Stücken wählte der deutsche Komponist 24 Texte aus, die er komplett neu vertonte und unter dem Titel "Carmina Burana" am 8. Juni 1937 in Frankfurt uraufführte. Seine Auswahl untergliederte er in drei große Teile: "Primo Vere" (Im Frühling) und "Uf dem Anger" (Auf dem Felde), "In taberna" (Im Wirtshaus) sowie "Cour d'amours" (Im Hof der Liebe) und "Blanziflor und Helena", in dem die Annäherung zweier Menschen besungen wird. Eingerahmt wird das Werk von einem Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna ("Fortuna Imperatrix Mundi"), die das Schicksal der Menschen letztlich bestimmen soll. Und eben dieses Anrufen der Göttin in "O Fortuna" brachte der rund 70 Frauen und Männer starke Chor auf der Bühne mit voller Inbrunst und besonders stimmgewaltig zu Gehör. Stimmgewaltige SolistenAuch den drei Solisten muss man ein Kompliment aussprechen, ebenso natürlich dem Kinderchor und den Musikern an Klavier und Schlagwerk, die allesamt eine großartige Leistung boten. Das gilt auch für Saxofonist Ricardo Angel-Peters, der als Amuse-Gueule zusammen mit Stefan Monshausen am Klavier das Publikum mit bekannten Melodien - wie "Air" von Johann Sebastian Bach oder einem süßsauren Walzer aus Monshausens Feder - auf den gelungenen Abend einstimmte.