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Blick in die Wirtschaft
Zwischen Tisch und Theaterbühne

Theo Dörrenbächer, hier mit seiner Frau Hildegard in der Fertigungshalle,  führt das Illinger Unternehmen in der vierten Generation.
Theo Dörrenbächer, hier mit seiner Frau Hildegard in der Fertigungshalle, führt das Illinger Unternehmen in der vierten Generation. FOTO: Andreas Engel /
Illingen. Längst ist die Wirtschaft im  Kreis Neunkirchen nicht mehr geprägt von  Eisenhüttenindustrie und Bergbau, der Strukturwandel ist vollzogen. In loser Folge stellt die SZ Unternehmen vor, die sich  fit fühlen  für die aktuellen Anforderungen. Heute Möbelfertigung Dörrenbächer. Von Solveig Lenz-Engel

Der Name Dörrenbächer steht in Illingen für Möbel und Einrichten. Während unten im Ortszentrum Werner, Uschi und Michael Dörrenbächer ein Sortiment namhafter Hersteller vertreiben, ist Theo Dörrenbächer oben in der Industriestraße mit seiner Möbelfertigung ansässig. Andreas Dörrenbächer, der in den 1920er Jahren in Stennweiler eine Schreinerei betrieb, ist der „Stammvater“ der Dörrenbächers, die nun schon seit Jahrzehnten mit ihren Unternehmen in Illingen tätig sind.


Theo Dörrenbächer, ein Cousin von Michael Dörrenbächer, leitet die Möbelfertigung, unterstützt von seiner Frau Hildegard, nun seit 25 Jahren und setzt die Familientradition damit in der vierten Generation fort. Er hat sein Unternehmen breit aufgestellt: Auch wenn er mit seinem zehnköpfigen Team in der Lage ist, Großaufträge abzuwickeln, baut er auch individuelle Küchen oder Einbaumöbel für den Privatkunden oder passt an, was wegen der meist modularen Arbeitsweise der großen Hersteller nicht mit der Käufer-Wohnung kompatibel war.

„Zurzeit bauen wir 25 Küchen für ein Wohnobjekt“, gibt Theo Dörrenbächer einen Einblick in die Leistungsfähigkeit seiner Firma. Dank computergestützter Maschinen können die Einzelteile in großer Stückzahl auch von der recht kleinen Mannschaft hergestellt werden. „Plattenwerkstoff“ nennt sich das Material, das meist verlangt wird. Dank einer Vielzahl möglicher Oberflächen ist der Einsatzbereich sehr vielseitig. „Wenn gewünscht, arbeiten wir natürlich auch mit Massivholz“, so Dörrenbächer. Die Hälfte des Fertigungs-Teams hat im Unternehmen gelernt, zurzeit ist auch ein junger Eritreer als Auszubildender dabei. „Zu Spitzenzeiten im Sommer, wenn in den Schulen Einbauten gemacht werden sollen, ist es schwer, noch zusätzliche Kräfte zu bekommen“, beschreibt Hildegard Dörrenbächer die Situation angesichts des aktuellen Mangels an gut ausgebildeten Handwerkern.



Im Umkreis von rund 150 Kilometern um den Firmenstandort ist Dörrenbächer tätig, seine Referenzliste ist lang. Sie reicht in der Region von Schulküchen in Neunkirchen und Schiffweiler über Studentenwohnheime in Homburg und Saarbrücken, die Landessportschule, das Neunkircher Hotel Bacher, Friseursalons in Stennweiler und Heiligennwald, ein Seniorenheim in Urexweiler bis zu Sparkassenfilialen in Elversberg und Eppelborn. Aber ein großer Teil der Kunden, wie beispielsweise die Volksbank Edenkoben, erfordert längere Anfahrtswege. Klar, dass da die komplette Logistik stimmen muss, soll nicht viel Zeit durch unnötige Fahrerei verschwendet werden.

Dank des eigenen Fuhrparks ist das Unternehmen flexibel; Auslieferung und Montage können gut mit den Kunden abgestimmt werden. Nicht ganz glücklich ist der 56-jährige Unternehmer mit der Verkehrssituation im Bereich der Illinger Industriestraße, an der etliche Firmen beheimatet sind. So fehle es am Ende der Straße an einem Wendehammer für größere Fahrzeuge. Noch besser wäre eine Verbindung von dem Gewerbegebiet, wo jetzt auch das THW angesiedelt wurde und die Feuerwehr bauen will, zur Gymnasialstraße. Das würde beispielsweise die Situation entspannen, wenn rund um den Friedhof bei Beerdigungen die ohnehin schmale Straße zugeparkt ist. Was sicher auch für die Hilfskräfte bei eiligen Einsätzen von Vorteil wäre.

Im Illinger Gemeinderat wurde über die Verbindung zur Gymnasialstraße, eventuell auch mit Wohnbebauung, bereits gesprochen. Wie die SZ berichtete, gibt es da aber bislang keine konkreten Planungen.

„Maschinen brauchen Futter“, sagen Hildegard und Theo Dörrenbächer und sind zuversichtlich, dank guter Arbeit dieses Futter weiter beschaffen zu können. Mit seiner Vielseitigkeit und Flexibilität will die Illinger Möbelfertigung weiter punkten. Schließlich wurden auch schon eine  Bühne und Laborräume gebaut. Der Plattenwerkstoff kennt da offensichtlich keine Grenzen. Ob Tisch oder Theater, alles geht.