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Bürgerprojekt kämpft in Illingen sorgt sich um Verkehrssicherheit

Gefahr auf dem Schulweg : Verkehrsmännchen für sicheres Spielen

Bürgerprojekt kämpft für ein „Verkehrsberuhigtes Illingen“. Erste Schilder schon gestohlen.

(bd) Eine Iinitiative hat im Spätsommer 2020 das Bürgerprojekt „Verkehrsberuhigtes Illingen“ ins Leben gerufen. Die Gruppe, meist Eltern von kleinen Kindern, wurde aktiv, weil sie mit der Verkehrssituation in Illingen nicht zufrieden sind. Viele Straßen, darunter beispielsweise die Kerpenstraße, Gymnasialstraße, Weiherstraße, Illinger Straße, Brühlstraße, Galgenbergstraße und Bereiche rund um die Grundschule und den Kindergarten sind besonders betroffen.

Da einige Eltern den „laufenden Schulbus“ begleiten, sehen sie täglich die Gefahrenstellen an den Schulwegen. „Immer wieder erleben wir brenzlige Situationen durch rücksichtslose Autofahrer“, fasst Regine Neurohr, Mitglied der Initiative zusammen. „Unser Ziel ist es, für das Thema „Verkehrssicherheit“ zu sensibilisieren und Verbesserungen für alle Fußgänger und auch Fahrradfahrer in unserer Gemeinde zu erzielen“, führte sie weiter aus und unterstrich, dass Gesundheit, Umweltschutz und Lärmverminderung ebenfalls wichtige Aspekte für die Gruppe wären.

Mit dem „laufenden Schulbus“, der sich in der Gemeinde etabliert hätte, fördere man Umweltschutz, Bewegung, psychische und physische Gesundheit der Kinder sowie das soziale Miteinander. Wünschenswert nennt die Gruppe, den Ausbau der Radwege, auch unter Umweltgesichtspunkten für eine saubere Luft in Illingen. Durch verkehrsberuhigte Maßnahmen erhofft sich die Gruppe weniger Lärm, eine bessere Luftqualität und vor allem mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität und mehr gegenseitigen Respekt im Straßenverkehr.

Um auf sich aufmerksam zu machen, hat die Gruppe Flyer drucken lassen, auf denen das Projekt erläutert ist. Eine geplante Unterschriftenaktion an den Haustüren wurde aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt. Die Gruppe hat sich aber mit einem Schreiben an die politischen Entscheidungsträger und an die Gemeindeverwaltung gewandt und Vorschläge zur Verkehrsberuhigung gemacht. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist die Bürgerinitiative schon selbst aktiv geworden und hat an verschiedenen Stellen im Ort Banner aufgehängt. Weiter stellte die Gruppe das Bürgerprojekt im Orts- und Gemeinderat vor. Darüber hinaus versuchte die Gruppe, Zuschüsse für die Anschaffung von Verkehrsmännchen und elektronischen Geschwindigkeitsdisplays zu bekommen. Beworben hat sich die Bürgerinitiative bei „Saarland zum Selbermachen.“

Einige Verkehrsmännchen, die von privaten Paten gekauft wurden, hängen beziehungsweise stehen schon an markanten Stellen in Illingen. Die korrekte Aufstellung, damit die Männchen keine Gefahr darstellen, wurde mit dem Ordnungsamt besprochen. „Auf unsere Initiative hin hat sich ein neuer Ausschuss im Gemeinderat mit Namen „Sicheres Illingen“ gegründet“, freut sich Regine Neurohr. Dem Ausschuss angegliedert ist ein Bürgerbeirat, der auch Antragsrecht erhalten soll. Simone Hermann, Regine Neurohr und Frank Kesternich vertreten die Interessen der Bürgerinitiative.

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Regine Neurohr und Simone Hermann1.jpg Foto: Foto: Privat

Die Verkehrsmännchen haben es allerdings nicht leicht: In der Feldstraße hat ein Verkehrsmännchen noch keine fünf Stunden überlebt. Kaum war es fixiert, wurde es schon umgefahren. Ein unbekannter Autofahrer ist in die Verkehrsinsel gebrettert und hat das Männlein einfach mitgenommen, vermutlich um eine Spurensicherung nicht zu ermöglichen. Am Ostersonntag wurde am helllichten Tag das Männlein von einem Garagendach in der Berliner Straße geklaut.