Winterchaos auf Sonneninsel Illinger Bürgermeister Armin König sitzt ohne Strom und Heizung tagelang auf Mallorca fest

Palma de Mallorca · Statt wohliger Wärme hat es Armin König eiskalt erwischt: Nach den Fastnachtstagen war er auf die Urlaubsinsel Mallorca gereist. Was ihn auf der Mittelmeerinsel erwartete, klingt wie ein kleines Abenteuer.

Ungewöhnlicher Wintereinbruch auf Mallorca.

Ungewöhnlicher Wintereinbruch auf Mallorca.

Foto: dpa/112

Die kalte Jahreszeit im Saarland gegen wärmende Sonne eintauschen: Das versuchen viele Urlauber. So auch Armin König. Der Illinger Bürgermeister wollte nach Fastnacht in Südeuropa ein paar Tage entspannen. Doch so ganz gelang es ihm nicht, die eigentlich in seiner Heimat erwarteten Wetterkapriolen mit seiner Reise zu umschiffen.

„Wir haben hier auf der Sonneninsel Mallorca Ausnahmezustand“, berichtet der eigentlich sonnenhungrige Lokalpolitiker aus dem Landkreis Neunkirchen. Und damit meint er nicht die Eskapaden alkoholgeschwängerter Touristen in den deutschen Bierkneipen auf dem Ballermann.

 Illingens Bürgermeister Armin König.

Illingens Bürgermeister Armin König.

Foto: Holger Diderich

Schnee und Wassermassen schließen Armin König in Finca ein

„Schneesturm, Wassermassen, unterspülte Straßen“ – das schildert König von seinem Feriendomizil im Mittelmeer. Und das von dem Eiland aus, wo Winter wie in Königs Heimat eigentlich völlig unüblich ist. Unter diesen Bedingungen sei in vielen Orten die Energieversorgung zusammengebrochen.

Mehr als 24 Stunden habe auch er ohne Strom auskommen müssen. „Und ohne Elektrizität gibt’s hier auch keine Heizung.“ „Schweinekalt“ sei es in seiner abgelegenen Finca, in der er zwei Tage festgesessen habe.

Offenbar erachteten die dortigen Behörden die Lage für bedrohlich. Denn über die Notrufzentrale habe es Warnungen an die Bevölkerung gegeben, zu Hause auszuharren. Mit dem Stromausfall gingen allmählich auch die letzten Akkureserven der Mobiltelefone zuneige, schreibt Armin König per Kurznachrichtendienst, kurz bevor sein Handy den Geist aufgibt.

Das war am späten Dienstagabend. Am Mittwochvormittag, 1. März, erreicht die SZ den Urlauber wieder. „Ich sitze hier am Flughafen an einer Ladestation“, schildert ein gut gelaunter Armin König. Nach einer Woche Aufenthalt auf Mallorca steht gleich die Rückreise nach Frankfurt an. Trotz der Wetterturbulenzen habe er die Zeit genossen. „Als wir hier ankamen, schien die Sonne. Jetzt vor unserem Abflug scheint sie erneut.“

Bürgermeister von Illingen: Erzwungener Kerzenschein auf Mallorca vor Heimreise ins Saarland

Die zwei Tage eingepfercht im Ferienhaus habe er ebenso überstanden. „Normalerweise sehr romantisch, jetzt etwas frostig“, sagt er und lacht dabei. Zwei Abende bei erzwungenem Kerzenschein-Dinner und Gratis-Wein vom Vermieter vor Ort ließen den ungewöhnlichen Wintereinbruch erträglich erscheinen. Und der 65-jährige König setzt noch einen drauf: „Kalt duschen hat auch was.“

Sturm, Regen und ergiebiger Schneefall hatten die Balearen heimgesucht. Teilweise bildete sich eine hohe Schneedecke von bis zu einem Meter. Gleichzeitig sanken die Temperaturen auf bis zu minus 16 Grad. Wind jagte mit knapp 120 Stundenkilometern über die Inseln hinweg. Schuld daran war Sturmtief Juliette.

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