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Ausgefeiltes Programm mit Platz für Träume"Kultur ist unverzichtbar"

Illingen. Die Illipse und Brigitte Adamek-Rinderle - das sind zwei, die gehören zusammen. Was zum einen natürlich seine Ursache darin hat, dass die 53-Jährige die Leiterin des Illinger Kulturamtes ist. Zum anderen aber auch natürlich darin, dass sie sozusagen gemeinsam mit dem Bau der Illipse in die Gemeinde kam. Ein Sprung ins kalte Wasser Von SZ-Redakteurin Elke Jacobi

Illingen. Die Illipse und Brigitte Adamek-Rinderle - das sind zwei, die gehören zusammen. Was zum einen natürlich seine Ursache darin hat, dass die 53-Jährige die Leiterin des Illinger Kulturamtes ist. Zum anderen aber auch natürlich darin, dass sie sozusagen gemeinsam mit dem Bau der Illipse in die Gemeinde kam. Ein Sprung ins kalte Wasser. "Eine tolle Herausforderung", wie die vierfache Mutter im Gespräch mit der SZ rückblickend zusammenfasst. Heute hat die Illipse einen nicht nur landes-, sondern sogar bundesweit guten Ruf. Viele Veranstalter - und längst nicht nur kulturelle, sondern Vereine, Verbände, Parteien - nutzen die Veranstaltungsstätte. Insgesamt 150 Buchungen kommen übers Jahr zusammen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von Eppelborn und Merchweiler ist unabdingbar, weiß die Chefin über die Illinger Kultur. Die Illtal-Gemeinden geben so beispielsweise ein gemeinsames "Blättchen" heraus. "Kultur im Illtal" informiert den Kulturbeflissenen über das, was läuft. Und man hilft sich auch schon mal aus. Im Merchweiler Kuppelsaal beispielsweise macht Adamek auch Veranstaltungen. "Einen Raum vergleichbarer Größe haben wir halt nicht." Neben der Illipse stehen noch der Rathaussaal und die Uchtelfanger Kirche zur Verfügung. Die Kultur, die Adamek in die Gemeinde holt, die soll vor allem einem Anspruch gerecht werden: Sie soll qualitätvoll sein. Wie man die Kultur in die Gemeinde bekommt, was man dabei alles beachten und bedenken muss, dass kann man bei Brigitte Adamek-Rinderle sogar lernen. Sie hat nämlich einen Lehrauftrag zu diesem Thema an der Universität des Saarlandes. "Mittlerweile ist es so, dass ich eigentlich im Sessel sitzen kann. Die Angebote kommen von selbst rein, täglich gibt es Mails und Unterlagen - zu Jazz, Klassik, eben allem." Im Laufe der Jahre hat die studierte Germanistin und Schulmusikerin ein Grundgerüst entwickelt. Zu dem gehören Veranstaltungen wie das Neujahrskonzert, die irische Musik zum St. Patricks-Day im März. Aber auch Fremdveranstalter, wie für den Mittelalter-Rock, oder die Disco-Veranstaltungen des Juz haben ihren Platz. Um diese festen Veranstaltungen herum entsteht das restliche Kulturprogramm. "Illinger Gruppen und Vereine, die unterstütze ich auf jeden Fall. Und was wir hier haben, hat eine gute Qualität." Eine weitere Rolle spielt der Jazz, unter anderem mit der Reihe "Gumbo", immer hochkarätig besetzt. Für die Jazz-Reihe gibt es auch die einzige Abo-Möglichkeit. "Mit Tournee-Theatern und Abos, das hat hier nicht funktioniert." Der Plan für die Veranstaltungen ist für dieses Jahr im Großen und Ganzen schon gemacht. Und auch für nächstes Jahr ist das Gros schon angedacht. Und Brigitte Adamek-Rinderle wäre nicht sie selbst, wenn sie mit dem, was sie erreicht hat, zufrieden wäre.Jungen Künstlern ein Podium zu geben, dass ist ihr schon lange eine Selbstverständlichkeit, das Besondere in die Gemeinde zu holen, fällt ihr nicht schwer, das zeigt das ausgefeilte Programm. Doch ein ganz großes Anliegen hat sie noch, eine Utopie, einen Traum: Kinder an die Kunst, die Musik zu bringen. Das will sie im Auge behalten, was man da noch machen kann. Und das schon bald. "Es ist meine feste Meinung, dass solche Dinge wie Winnenden nicht mehr passieren, wenn Leute sich mit Musik und Kultur beschäftigen."Flächendeckend würde sie gerne Geld in den Schulen investiert sehen, um Kinder Musikinstrumente lernen zu lassen. Oder auch den Chorgesang zu fördern. Sie selbst singt im Übrigen auch im Chor, eine der wenigen Freizeitbeschäftigungen, die ihr noch bleiben. Schließlich sieht sie es als Pflicht, so viele Veranstaltungen wie möglich in der Gemeinde zu besuchen. Doch sie liebt ihre Arbeit. "Für mich ist es die schönste Belohnung, wenn am Ende der Veranstaltung die Leute glücklich sind."Was ist Kultur?Adamek: Kultur ist für mich eine Bereicherung des Lebens und eigentlich unverzichtbar.Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie selbst?Adamek: Sie fordert mich voll und ganz, ist aber auch sehr beglückend.Was bedeutet Ihre Arbeit für andere?Adamek: Sie bringt eine Auszeit im Alltag, Erweiterung des Horizonts, Glück.Wieso ist Kultur wichtig?Adamek: Weil der Mensch mehr ist als Essen, Trinken und Arbeit. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam etwas zu erleben, zu erfahren, wie in allem auch Vergangenes bewahrt wird. Sie gehört zum Leben dazu, zeigt die Wertschätzung der Vergangenheit, aber auch des Zeitgenössischen. Es geht nicht ohne. "Für mich ist es die schönste Belohnung, wenn am Ende der Veranstaltung die Leute glücklich sind."Brigitte Adamek-Rinderle




Zur PersonBrigitte Adamek-Rinderle, geboren am 31. Dezember 1955 in Ludwigshafen, ist verheiratet mit dem Orchestermusiker Ulrich Rinderle, vier Kinder. Studium der Schulmusik und Germanistik, arbeitete als Klavierpädagogin, in der musikalischen Früherziehung, als Journalistin und Chorleiterin. Seit 2001 Leiterin Stabsstelle Kultur und Öffentlichkeitsarbeit Illingen. ji