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| 19:09 Uhr

Auferstehung aus Ruinen

Das Bauvorhaben Brauturm-Galerie in Illingen soll Maßstäbe setzen. Die Bauarbeiten gehen im Zeitplan voran. Unser Bild zeigt Polier Michael Heil (l.) mit Joachim Bartels vor dem Brauturm. Im Hintergrund der Zwiebelturm der Stephanskirche. FOTO: Andreas Engel
Das Bauvorhaben Brauturm-Galerie in Illingen soll Maßstäbe setzen. Die Bauarbeiten gehen im Zeitplan voran. Unser Bild zeigt Polier Michael Heil (l.) mit Joachim Bartels vor dem Brauturm. Im Hintergrund der Zwiebelturm der Stephanskirche. FOTO: Andreas Engel
Illingen. Abbruch und Altlasten-Sanierung sind mittlerweile erledigt. Nun beginnt die Illinger Brauturm-Galerie (BTG) aus den Ruinen zu wachsen. Die SZ hat sich auf der Großbaustelle im Illinger Zentrum umgesehen. Solveig Lenz-Engel

. So was nennt man auch "saarländische Lösung": Wenn das Haus zu klein geworden ist, kommt ein Anbau dran, wenn das auch nicht mehr reicht, wird kurzerhand aufgestockt. Diesem Prinzip haben ganz offenkundig auch Generationen von Leuten gehuldigt, die vor den jetzigen Brauturm-Galerie-Investoren auf dem Gewerbe-Areal im Herzen von Illingen das Sagen hatten. "Wir haben Gebäudeteile ohne Fundamente vorgefunden, stellenweise klebten in den Räumen fünf Lagen Platten übereinander", so beschreibt Baustellen-Polier Michael Heil die Qualität der Baumasse. Alles, was den heutigen Standards nicht mehr entsprechen kann, kam weg. Gewaltige Schuttberge zeugen davon. Der Brauturm als namensgebendes Element des neuen Quartiers steht deswegen zurzeit als Solitär da. Für die neue Nutzung als Geschäfts- Gewerbe und Wohn-Komplex ungeeignete Elemente verschwanden, die Verbindung zur erhaltenswerten Substanz wird neu hochgezogen.

"Wir sind aber weiter im Zeitplan", lässt Mit-Investor Jörg Michael Fries wissen (siehe Info). Mit Hubert Immesberger als Sprecher der Brauturm-Investoren kann das SZ-Team die aktuelle Situation erkunden.

Orientierung gibt der zurzeit durch ein massives Gerüst gesicherte Brauturm: Die Penthouse-Wohnungen in dem großen Gebäude-Querriegel parallel zur Eisenbahntrasse mit dem Bahnhof bilden als oberstes Geschoss der BTG den "Höhepunkt" des Quartiers. Dieser Trakt überragt den Brauturm um ein Voll-Geschoss. Aber nicht nur von den Wohnungen ganz oben hat man einen beeindruckenden Blick. Die Augen können weit über den Ort bis in die grüne Umgebung mit den weidenden Pferden des Kerpen-Hofes der Familie Blass schweifen. Auch in den darunter liegenden Etagen gibt es viel Futter für die Augen der Bewohner beziehungsweise für die Nutzer der gewerblichen Flächen. Für 60 Prozent der Wohnungen gibt es bereits Reservierungen von Interessenten, im Gewerbe-Bereich ist nur noch eine Fläche frei.

In Sachen Gastronomie laufen, so Hubert Immesberger, die Verhandlungen mit möglichen Betreibern. Bekanntlich steht eine Erlebnis-Brauerei ganz oben auf der Wunschliste der BTG-Macher.

Jetzt, wo das Areal aufgeräumt ist, wird auch vorstellbar, welche Dimensionen die öffentlichen Freiflächen mit Teich, Wegen, Treppen und Bäumen haben werden. Das Thema Wasser soll ja eine große Rolle im Gebäude-Umfeld spielen, denn einst war das ganze Umfeld der Illinger Burg Kerpen Sumpfland. Auch jetzt sprudelt im Bereich der BTG noch eine recht ergiebige Quelle. Die Gemeinde Illingen nimmt die Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG) bei der technischen Projektsteuerung zur Entwicklung der öffentlichen Flächen mit ins Boot (die SZ berichtete). Die Straßenplanung zum Ausbau der Braugasse und zum Neubau einer Verbindungsstraße zwischen Poststraße und Braugasse wurde bereits vergeben. Schließlich muss das neue Quartier so erschlossen werden, dass die bisherigen Verkehrsadern nicht durch Anlieger-, Anliefer- und Kundenverkehr überlastet werden.

Desweilen warten die tiefen, kühlen Keller der BTG, in denen früher das Bier der Brauerei Hohlweck gelagert wurde, auf ihre neue Verwendung. Produkte der Käserei Hirztaler aus Hirzweiler, die von Petra Fries geführt wird, sollen dort reifen können, wenn die Galerie fertig ist. Und Baustellen-Polier Michael Heil ist immer wieder erstaunt über die vielen Leute ("wir haben hier früher in der Fleischwaren-Firma Höll gearbeitet"), die gerne zur Besichtigung aufs Gelände kämen. Auch sie müssen sich gedulden: Die Fertigstellung ist fürs dritte Quartal 2018 geplant.

Zum Thema:

Hintergrund Rund 34 Millionen Euro sollen in Illingen verbaut werden. Zirka 25 Millionen werden die privaten Investoren aufbringen, zu denen auch der ASB zählt, der in einem zweiten Bau-Schritt 24 Wohnungen für jüngere behinderte Menschen rechts von der Brauturm-Galerie errichten will. Bund, Land und Gemeinde Illingen sorgen mit rund neun Millionen Euro für Straßen, Wege, Grünanlagen und Plätze (die städtebauliche Planung stammt vom Architekten Michael Frielinghaus aus Friedberg), die das neue Quartier zwischen Hauptstraße und Bahnhof harmonisch mit dem "alten" Illingen verbinden sollen. Im dritten Quartal 2018 soll die BTG fertig sein. Neben dem Gewerbebereich soll es 25 Wohnungen zwischen 54 und 155 Quadratmetern geben, Preise zwischen rund 150 000 und 450 000 Euro. Dazu gibt es Garagen und Tiefgaragen-Stellplätze. Die Käufer haben Mitgestaltungsmöglichkeit beim Zuschnitt der Wohnungen und Penthouses . sl brauturm-galerie.de

Das Modell, das im Baubüro in der Illinger Hauptstraße zu sehen ist, zeigt den geplanten Gesamtkomplex. Der Brauturm (in Hellbraun) bildet das Zentrum. Foto: Andreas Engel
Das Modell, das im Baubüro in der Illinger Hauptstraße zu sehen ist, zeigt den geplanten Gesamtkomplex. Der Brauturm (in Hellbraun) bildet das Zentrum. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Wenn alles fertig ist, wird in den früheren Kühlkellern der Brauerei Hohlweck der Hirztaler Käse reifen. Foto: Andreas Engel
Wenn alles fertig ist, wird in den früheren Kühlkellern der Brauerei Hohlweck der Hirztaler Käse reifen. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Die Illinger Großbaustelle ist ein beliebtes Fotomotiv auch für Amateur-Fotografen. Foto: SZ-Leser-Reporter Steven Mohr
Die Illinger Großbaustelle ist ein beliebtes Fotomotiv auch für Amateur-Fotografen. Foto: SZ-Leser-Reporter Steven Mohr FOTO: SZ-Leser-Reporter Steven Mohr