Auch die Krippe ist schon aufgebaut

Illingen · Ab Heiligabend ist die Illinger Bergkapelle nach umfassenden Renovierungsarbeiten wieder für Besucher geöffnet. Von 12 bis 17 Uhr sind die Türen offen. Es lohnt sich, das Kleinod zu besuchen. Die SZ war schon dort.

 Der Blick nach oben lohnt sich: Bernhard Zewe, Stefan Klein, Günter Altmeier und Toni Schröder (v.l.) waren maßgeblich an der Renovierung der Illinger Bergkapelle beteiligt. Fotos: Andreas Engel

Der Blick nach oben lohnt sich: Bernhard Zewe, Stefan Klein, Günter Altmeier und Toni Schröder (v.l.) waren maßgeblich an der Renovierung der Illinger Bergkapelle beteiligt. Fotos: Andreas Engel

. Auch Leute, die üblicherweise nicht zu den Kirchgängern zählen oder sich längst ganz von der Steuern fordernden Institution verabschiedet haben, trifft man in der Bergkapelle an. Das malerische Kirchlein auf der Anhöhe an der Landstraße zwischen Illingen und Steinertshaus übt eine ganz besondere Anziehung aus. Rund 30 000 Menschen kommen pro Jahr, wie Toni Schröder von der Kapellen-Mannschaft (siehe Info) weiß. Sie schätzen diesen Ort der Besinnung und des spirituellen Auftankens. Nicht zuletzt ist die neugotische Kapelle "Zu den Sieben Schmerzen Mariens" auch eine Anlaufstelle für alle, die sich in akuten Krisen-Situationen Hilfe erhoffen. Da werden zahllose Kerzen angezündet in der Hoffnung auf göttliche Gnade. Draußen am Vorplatz künden etliche Täfelchen vom gnädigen Wirken der Gottesmutter.

Aber auch der direkte Draht "nach oben" konnte massive Schäden an dem Gebäude nicht verhindern. Wie die SZ berichtete, stand das Jahr 2015 im Zeichen von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Dach, Mauern und Kirchenschiff wurden einer General-Überholung unterzogen. Seit August war die Kapelle geschlossen. Pünktlich zu Weihnachten wird die Pforte wieder geöffnet. Am Heiligen Abend von 12 bis 17 Uhr - dann wird auch eine große Krippe vor dem Altar aufgebaut sein - ist ein erster Blick in den Innenraum im frischen "Lack" möglich. Dann ist die Kapelle wieder wie immer täglich offen. Von 9 bis 17 Uhr in der Wintersaison, sommers bis 19 Uhr.

Die Renovierung ist augenfällig: Das Dach wurde komplett neu in Schiefer eingedeckt, der Dachstuhl ertüchtigt, das Türmchen in Teilen neu aufgebaut, Steinmetze kümmerten sich um die angeschlagenen Außenmauern, drinnen wurde aus der geplanten Reinigung ein kompletter Neuanstrich. Dazu wurden Bänke und Böden renoviert. Auch Fenster und Altar kamen in den Genuss der Fürsorge von Fachleuten. Beteiligt waren unter anderem die Illinger Dachdecker-Firma Erbach, der Steinmetz-Betrieb Scheer aus Uchtelfangen und die Tholeyer Restauratoren Mrziglod-Leiß.

Schön ist das Ganze geworden - beispielsweise an den Ornamenten an Wänden und Decken mag man sich gar nicht satt sehen - aber auch schön teuer. Toni Schröder: "323 000 Euro waren die Ausgangslage, nun haben wir einen Mehrkostenantrag von 142 000 Euro (vom dortigen Architekten bereits anerkannt) zwecks Bezuschussung beim Bistum Trier eingereicht." Nach Ausschöpfung aller Finanzquellen - allein 45 000 Euro kamen bei der noch laufenden Spendenaktion zusammen - gilt es nun, noch rund 200 000 Euro zu finanzieren, damit Architekt Stefan Klein (Merchweiler) der Kirchengemeinde St. Stephanus Illingen melden kann: "Alles wieder in Ordnung an der Bergkapelle". Im laufenden Bauprozess wurden nämlich Mängel entdeckt, die vorher nicht zu erkennen waren. Ein Vorgang, den jeder kennt, der mit Altbauten zu tun hat.

Die Renovierung geht also weiter, während im kleinen Gotteshaus wieder Normalität einzieht. Am Sonntag, 3. Januar, 18 Uhr, wird zum Gottesdienst eingeladen, wie es seit Jahren an jedem ersten Sonntag im Monat üblich ist. Veränderungen stehen im angebauten Küsterhaus an. Nach 20 Jahren zieht der bisherige Küster aus. Kirchengemeinde und Kapellen-Mannschaft hoffen auf einen kreativen Nachfolger. Zurzeit denkt man daran, wieder eine Art Kiosk mit Kerzen- und Getränkeverkauf zu installieren. Schließlich muss Geld in die Kasse kommen.

 Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlt die Illinger Bergkapelle nun wieder in neuem Glanz.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlt die Illinger Bergkapelle nun wieder in neuem Glanz.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Mannschaft um Toni Schröder kümmert sich seit Jahren intensiv und ehrenamtlich um die Kapelle. Die Kapellen-Mannschaft besteht aus neun weiteren gestandenen Herren. Das sind Günter Altmeier, Klaus Bernardi, Walter Brenzinger, Horst Kube, Gerd Saar, Anton Schlicker, Heinz Schmitt, Karl-Josef Vogel und Bernhard Zewe. Bis auf den Bauingenieur Horst Kube, der sein fachtechnisches Wissen bei der Renovierung einbringt, alles Ruheständler. "Nachwuchs" ist also willkommen, außerdem besteht Neigung, in die Herrenriege auch tatkräftige Damen aufzunehmen. Zumal auch jetzt schon etliche Frauenhände an der Kapelle anpacken. Weitere Spenden für die aufwändige Renovierung sind hochwillkommen. Das Spendenkonto lautet: Katholische Kirchengemeinde Illingen , Bergkapelle, IBAN: DE04592520460021013403, Sparkasse Neunkirchen. sl