Abiturienten treffen sich nach 45 Jahren in Illingen

Abitreffen : Wiedersehen nach 45 Jahren

Abiturienten des ersten Abijahrgangs am Illtal-Gymnasium trafen sich.

45 Jahre Abitur – und das vom ersten Abiturjahrgang des Illtal Gymnasiums (IGI) – Gründe genug zum Feiern für die ehemaligen Abiturienten, die sich am Samstag im Burghotel Kerpen trafen. Zeit zum Schwatzen, alte Erinnerungen aufwärmen und Erfahrungen austauschen. Wolfgang Weber, einer der ehemaligen Pädagogen und Lehrer der allerersten Abiturienten, hatte da so einige süffisante Erinnerungen im Gepäck – beziehungsweise in seiner Laudatio verpackt.

Er erinnerte sich wohl an die Abiturrede, die damals Angelika Kraus gehalten hätte. „Nicht mehr so recht an den Inhalt, nur an die Form: Mir kam sie kritisch, mutig, ein bisschen frech vor“, sagte Weber, der gerne am IGI unterrichte. „Ich fand im IGI mein Paradies. Ihr habt es mir leicht gemacht, ein zufriedener, glücklicher Lehrer zu sein.“ Seine Entscheidung hat er bis heute nicht bereut: „Schule auf dem Land, einfache Leute. Ihr wart bescheiden, brav, gescheit. Ganz, ganz wichtig: Ihr hattet Humor.“

Dass es in der Schulzeit immer was zu lachen gab, verdanke er besonders den Herrschaften aus „Exweller“ (Urexweiler): „Mei Andreas brauch e haddi Hand …“ „Was de Norbert soll sitze bleiwe? Der iss doch so intelligent.“ Weber erinnerte sich an viel Merkwürdiges, wie an Unterricht an vier verschiedenen Orten, an den Schichtunterricht. Er fasste schmunzelnd zusammen: „Wir opferten die Einheit der Zeit der Einheit des Ortes.“ Nicht unerwähnt ließ er den Turnunterricht für die Mädchen im Mariensälchen des alten Pfarrheims und den Turnunterricht für die Jungen im Pfarrsaal, „wo wir von herabstürzenden Stühlen erschlagen wurden oder von Deckenlampen.“ Witzig die Erinnerung an seine Verfolgungsjagd von Wellesweiler, wo er wohnte, nach Illingen zum Schulunterricht durch die „Staatsgewalt.“ Hausmeister Felix Kessler war sein Retter, denn der lieh ihm das Geld, um sein Protokoll wegen der Geschwindigkeitsübertretung zu bezahlen. Zum Schluss beschäftigte er sich noch mit Toni Huber, einem aus dem Jahrgang, der Aphorismen liefert. „Sein schönster: Moderne Zeiten: Er liebkost sie, sie rohkost ihn.“ Webers Schlussfolgerung: „Besser kann man die Tristesse unserer Welt nicht ausdrücken.“ Sein Motto für den Klassentreffenabend: „Keine Tristesse! Heute wollen wir einfach nur happy sein.“

Einen schönen Abend erlebten zirka 30 Abiturienten mit den Lehrern von damals Wolfgang Weber, Günther Reitz und Dieter Vogtel. Organisiert hatte das Treffen ein Team unter der Regie von Berti Stümer.