Krankenhaus-Panne Hilflos im Krankenhaus-Bett nach einer schweren Operation

Neunkirchen · Für Maria Engel war der Aufenthalt ihres Ehemannes im Diakonie-Klinikum Neunkirchen (DKN) eine schlimme Erfahrung. Das Bedauern der Verantwortlichen befriedigt sie nicht.

 Wenn bei Angst und Schmerzen im Krankenhaus keine Hilfe gerufen werden kann, ist das für den Patienten äußerst belastend.

Wenn bei Angst und Schmerzen im Krankenhaus keine Hilfe gerufen werden kann, ist das für den Patienten äußerst belastend.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

SZ-Leserin Maria Engel (mit der Autorin dieser Zeilen weder verwandt noch verschwägert) ist auch Wochen nach dem Vorfall, der sich an Ostern im Diakonie-Klinikum Neunkirchen, dem ehemaligen Städtischen Krankenhaus, ereignete, in Rage. Emotional aufgewühlt, berichtet die ausgebildete Heilpraktikerin aus einem Illinger Ortsteil über Pannen auf der urologischen Station. Dabei konzentriert sie sich auf das Versagen der Notfallklingel. Ihr Mann habe nach einer größeren Operation sehr heftige Schmerzen gehabt und hätte niemanden auf der Station erreichen können, um geholfen zu bekommen. Schließlich habe  der 69-Jährige  in seiner Not bei ihr zuhause angerufen. Sie habe dann versucht,  auf der Station Pflegepersonal telefonisch zu erreichen, kam nach etlichen Fehlversuchen (“niemand hat abgehoben“) dann erst durch einen Anruf in der Telefonzentrale zu einem Kontakt. In der Zwischenzeit habe  der verzweifelte Ehemann mit einer Glasflasche an die Wände gehämmert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Als die Flasche zerbrach, habe er sich erheblich an den Splittern verletzt. Nachdem sie in die Klinik geeilt sei,  habe sie einen blutenden und völlig aufgelösten Patienten in dem Einzelzimmer vorgefunden. Ihre Bitte an die Nachtschwester, doch für eine funktionierende Patientenklingel zu sorgen, habe erst nichts bewirkt. Das Gerät sei erst am Tag nach der Operation in Stand gesetzt worden. Maria Engels Ehemann bestätigte gegenüber der SZ die Vorwürfe seiner Frau gegen das DKN, möchte aber namentlich nicht in Erscheinung treten. „Der  geschilderte Vorfall und andere  weniger gravierende Probleme in der Klinik, dazu ein anschließender  Krankenhausaufenthalt wegen eines anderen Leidens in einer anderen Klinik haben ihn schwer mitgenommen“, sagt seine Frau. Er brauche jetzt vor allem Abstand und Ruhe, die sie aber nicht  geben wolle, auch wenn  die Verantwortlichen im Nachhinein ihr Bedauern ausgedrückt hätten.

Die Saarbrücker Zeitung hat die Diakonie-Klinikum Neunkirchen gGmbH  um eine Stellungnahme gebeten.  Kristina Rogoß, Leitung des Referats Kommunikation und Pressesprecherin des Krankenhausträgers „Stiftung kreuznacher diakonie“ hat geantwortet.  „Die Hinweise zum Aufenthalt des Patienten in unserem Klinikum haben die Mitarbeitenden des DKN sehr betroffen gemacht. Es geht dem Fachpersonal des Hauses stets darum, Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen – so auch in diesem Fall. Daher wurden die Vorwürfe, die die Ehefrau des Patienten erhebt, detailliert geprüft“, so Rogoß. Sie schildert den Vorfall im Klinikum so: „Der Patient versuchte sich im Laufe seines Aufenthaltes durch das Betätigen der Notfallklingel beim Pflegepersonal bemerkbar zu machen. Allerdings funktionierte diese nicht, da das Verlängerungskabel nicht angeschlossen war. Diesen Umstand bedauern wir sehr und er entspricht nicht dem Standard der Diakonie Klinikum Neunkirchen gGmbH. Da es das Ziel und die Pflicht unserer Mitarbeitenden ist, sicherzustellen, dem Patienten die nicht alltägliche Situation eines Krankenhausaufenthaltes so sicher wie möglich zu gestalten und seine gesundheitlichen Umstände zu verbessern, wurden aufgrund dieses Ausnahmefalles sofort alle Klingelanlagen auf Funktionsfähigkeit überprüft, Ersatz sichergestellt und der Vorfall bei der Dienstbesprechung der Stationsleiter am folgenden Morgen thematisiert. Sowohl die Pflegedirektorin als auch ihr Stellvertreter waren bei dem Patienten vor Ort, um sich bezüglich seines Wohlergehens zu erkundigen und sich persönlich zu entschuldigen. Der Dialog mit dem Patienten war hier wichtig, da wir für konstruktive Kritik stets offen und dankbar sind. Nur so können wir unser Personal stetig schulen und für solche Bereiche weiter sensibilisieren.  Der Patient zeigte sich sehr offen für diese Bemühungen, was die Mitarbeitenden ausgesprochen anerkennen.“

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