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Hausärzte im Kreis Neunkirchen warten sehnsüchtig auf Impfstoff gegen Corona

Hausärzte im Kreis Neunkirchen in den Startlöchern : Das große Warten auf den Impfstoff

Bestellt, aber noch nicht geliefert: So war die Lage am Dienstag in Hausarztpraxen, die gegen Corona impfen wollen.

  Seit dieser Woche besteht im Saarland die Möglichkeit, sich auch in Hausarztpraxen gegen Corona impfen oder zumindest für eine Impfung vormerken zu lassen. Damit will die Landesregierung bei der Immunisierung aufs Tempo drücken und dadurch die Intensität der Impfungen maßgeblich erhöhen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Saarlandes geht davon aus, dass Impfungen ab sofort möglich sind.

Auch im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) von Dr. Konrad Kruft, Dr. Regine Regitz-Kruft und Nicole Kloß in Wiebelskirchen werden dann Coronaimpfungen verabreicht. „Wir haben bisher schon sehr viele Anfragen“, bestätigt eine Praxismitarbeiterin auf SZ-Anfrage, „aber wir haben noch nichts im Haus“. Der Impfstoff sei bestellt, aber noch nicht vorhanden, sagt sie, „aber ich denke schon, dass es noch in dieser Woche möglich ist“. Im MVZ Wiebelskirchen wird zunächst eine Liste erstellt, „und danach können wir dann Termine anbieten“. Dabei werde man aber eine Priorisierung vornehmen und zunächst die Leute impfen, die schwer krank oder bettlägerig sind, erklärt die Mitarbeiterin des MVZ.

Nicht anders ist die Situation in der Praxis von Frank Fladung in Ottweiler. „Wir haben noch keinen Impfstoff“, lautet auch dort die Auskunft, „aber wir rechnen noch heute oder morgen damit“, hieß es am Dienstagmorgen. Auch in der Praxis in der Ottweiler Schlossstraße wird nach einer Prioritätenliste geimpft, „denn zuerst kommen die Leute an die Reihe, die es notwendig haben“, erklärt die Ehefrau des Arztes auf entsprechende Anfrage.

Auch in der Praxis der Elversberger Allgemeinmedizinerin Dr. Silke Hauck kann man sich impfen lassen, allerdings steht auch dort noch kein Impfstoff zur Verfügung. „Wir kriegen den Impfstoff wohl erst heute Abend“, vermutete eine Mitarbeitern am Dienstagvormittag, „aber wir müssen abwarten, wie viel wir bekommen“. Auch in der Praxis von Silke Hauck werden alle Interessierten in einer Liste erfasst, „und dann werden wir nach einer Priorisierung vorgehen“, betont die Mitarbeiterin.

Wie sehr die Arztpraxen derzeit offensichtlich mit Anrufen überhäuft werden, wurde deutlich, als sich unsere Zeitung am Dienstagmorgen umgehört hat. Von einem Dutzend Praxen quer durch den Landkreis Neunkirchen haben wir gerade mal in den drei genannten Praxen eine Ansprechpartnerin erreicht, ansonsten waren die Telefonleitungen belegt oder aus Zeitgründen war keine Auskunft möglich.

Die Kassenärztliche Vereinigung bittet die Bevölkerung daher nochmals, von Anfragen in den saarländischen Praxen abzusehen. Die Praxen, die sich an den Coronaimpfungen beteiligen, werden von sich aus ihre impfberechtigten Patientinnen und Patienten ansprechen, heißt es in einer Mitteilung der KV vom Dienstag. „Unsere Praxen werden die Corona-Impfungen effizient bewältigen. Die normale Versorgung wird dabei reibungslos weiterlaufen. Durch die Vielzahl an aktuellen telefonischen Anfragen nach Impfterminen in den Praxen wird die tägliche Arbeit aber zusätzlich erschwert. Bitte haben Sie Verständnis dafür und sehen Sie von telefonischen Anfragen in den Praxen ab“, so Sanitätsrat Dr. Gunter Hauptmann und Dr. Joachim Meiser, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland.

Wenn mehr Impfstoff in den Praxen zur Verfügung stehe, werden Patienten aktiv Impftermine vereinbaren können. Dies werde voraussichtlich noch einige wenige Wochen dauern. Die Kassenärztliche Vereinigung – und auch die saarländischen Ärztinnen und Ärzte – werden die Bevölkerung rechtzeitig darüber informieren, heißt es abschließend von der KV.