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Start-up-Center Neunkirchen
„Gründer sind Arbeitgeber von morgen“

Neunkirchen. Start-Up-Center Neunkirchen hat das erste Jahr hinter sich. Von Michael Beer

„Hotel Mama“ für Jungunternehmer: Wer mit seiner starken Idee eine eigene Firma aufmachen möchte, bekommt im Neunkircher Start-Up-Center auf der Bliespromenade für die erste schwere Zeit eine Rundumbetreuung. Technisch voll ausgestattetes Büro, Beratung und Betreuung, Expertenwissen, Workshops, Seminare, Vorträge und den Blick zum Zimmernachbarn. Das Start-Up-Center, angedockt an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreis Neunkirchen (WFG), finanziert über das Modellvorhaben Landaufschwung, hat das erste Jahr hinter sich. Dass in dieser Zeit junge Leute mit tollen Ideen dem Projekt die Türen eingelaufen hätten, will auch Wirtschaftsförderer Klaus Häusler nicht behaupten. Mit zwei Gründern war das Unternehmen gestartet, ein dritter kam hinzu. Doch alle fünf Büros ließen sich in den ersten Monaten nicht besetzen. Das hätte auch Häusler gerne anders gesehen, aber er verweist auf verschiedene Faktoren. Das Start-Up-Center musste sich erst etablieren, sagt er. Und darüber hinaus sei die Zahl der Existenzgründer bundesweit in 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gesunken, auf das Rekordtief von 557 000 nach Zahlen der staatlichen Förderbank KfW. Keine optimalen Voraussetzungen also, um von Neunkirchen aus die Welt zu verändern. Doch Häusler ist beharrlich. Die Finanzierung über das vom Bund ausgeschüttete Landaufschwung-Geld ist für dieses Jahr gesichert. Er arbeite daran, auch für 2019 die Förderung zu erhalten. Wenn danach das Bundesprogramm ende, stehe die Entscheidung an, ob es weiter Finanziers für ein solches Center gebe. Häusler betont: „Die Start-Ups von heute sind die Arbeitgeber von morgen.“


Die erste Gründerin im Start-Up-Center vor einem Jahr war Anika Meyer aus Illingen. Sie hat einen Verlag aufgemacht und gibt das Saarland-Magazin „Sonah“ heraus. Mit zwei Preisen ausgezeichnet, berichtet Häusler, habe sie sich am Markt etabliert. Fünf Ausgaben des Magazins gibt es mittlerweile. Anika Meyer hat ihr Büro zwischenzeitlich geräumt, genauso wie der männliche Erst-Starter Michael Loch, der mit Web-Design für kleinere Unternehmen an den Start gegangen ist. Zwei der fünf Büros sind aktuell an Nachfolger der beiden vermietet. Kostenfreie Start-Up-Büros gibt es mithin im Moment drei. Damit hat die WFG auf die zunächst verhaltene Nachfrage reagiert. Derzeit an Bord sind im Start-Up-Center Mauro Scherf und das Duo Stefan Schaum und Dirk Meister. Mauro Scherfs Geschäftsidee: Technologien so zusammenbringen, dass zum Beispiel ein Bauplan dreidimensional und somit begehbar wird. Stefan Schaum und Dirk Meister wollen mit ihrer Gründung als Franchise-Unternehmen Bäder sanieren, ohne alles rauszureißen. Ein Büro ist noch frei. Dafür, sagt Häusler, gibt es drei Bewerber. Und er fügt hinzu: Sowohl Gründer Mauro Scherf als auch die FirmenPartner Schaum und Meister suchten momentan gezielt nach Mitarbeitern für ihre Projekte. Die Gründer von heute, schwingt in diesem Satz Häuslers Grundgedanke mit, sie sind die Arbeitgeber von morgen.



Ansprechpartner für das Start-Up-Center ist Klaus Häusler, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Neunkirchen, Tel. (0 68 21) 68 21 80 01, E-Mail: k.haeusler@wfg-nk.de. Weitere Infos unter www.startup-nk.de