Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:05 Uhr

Gondwana-Saurier stellen sich dem Vergleich

Reden/Plaza Huincul. Die Expedition ins argentinische Patagonien hat sich für den Paläontologen Andreas Braun von der Urzeit-Schau "Gondwana - das Praehistorium" gelohnt Von SZ-Redakteurin Claudia Emmerich

Reden/Plaza Huincul. Die Expedition ins argentinische Patagonien hat sich für den Paläontologen Andreas Braun von der Urzeit-Schau "Gondwana - das Praehistorium" gelohnt. Braun und sein argentinischer Partner Rodolfo Coria fanden Knochen eines Dinosauriers, der wohl verwandt ist mit dem Iguanodon (Leguanzahn), einem bis zehn Meter hohen Pflanzenfresser aus frühester Kreidezeit, also vor gut 140 Millionen Jahren. "Damit haben wir für Gondwana, den damals zusammenhängenden südlichen Großkontinent, den Erstnachweis der Existenz dieser Dinos geliefert", sagte Braun nach seiner Rückkehr im SZ-Gespräch. Und die wissenschaftliche Arbeit geht weiter: "Jetzt werden unsere Funde mit europäischen und afrikanischen Funden verglichen. Haben sich die Dinos auf den Kontinenten im Norden und im Süden eigenständig entwickelt?" Die südamerikanische Tier- und Pflanzenwelt der Urzeit ist noch relativ schlecht erforscht, so Braun, die nordamerikanische und europäische wesentlich besser. Seine Expedition mit Coria erschließt also wissenschaftliches Neuland.Über seine zweiwöchige Expedition ins Paradies der Knochensucher hat Andreas Braun eine ganz persönliche 20-minütige Dia-Schau zusammengestellt, unterlegt mit Musik und Zwischentiteln. Wir sehen sie uns in seinem Büro in Reden an. Die Schau dokumentiert die Reise bis Plaza Huincul, wo Coria zu Hause ist. Bilder belegen die unendliche Weite der Landschaft, karg, aber reich an Spuren im Sand - aus der Urzeit. Sie zeigen das Grabungsteam um Braun und Coria, das Grabungsfeld, das Lager mit Zelten und Versorgungstanks. Sie zeigen die Crew beim gemütlichen Mate-Trinken und bei schweißtreibender Arbeit mit Hammer und auch Presslufthammer. Denn der extrem harte Sandstein ist eine Herausforderung.

Erste Hinweise auf den vermutlichen Iguanodon-Fund gaben Einheimische dem örtlichen Museum, erzählt Braun. Der Steinbruch wurde abgesteckt. Und das Team mit Braun und Coria legte dann Teile des Sauriers frei. "Ein komplettes Bein, einschließlich Fuß, und einige Rippen haben wir schon", schildert Braun. Der Rest wird folgen: "Wir schätzen, dass der Dinosaurier zusammengebaut acht bis neun Meter erreichen wird." Die Knochen werden zur genaueren Bestimmung und Präparation ins Museum gebracht.

Doch davor sind die Knochen im Grabungsfeld erstmal aufwändig zu bergen: Der im harten Sandstein "gefangene" Knochen wird mit einem verdünnten Leim bestrichen, dann mit Papier bedeckt und eingegipst. Nun wird ein Graben um den Fund gezogen. Der Knochen kann "befreit", die Gipskappe gedreht und der Fund weiterbearbeitet werden. Echte Knochenarbeit.

Zusammen mit Coria hat Praehistorium-Paläontologe Braun eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu seiner Argentinien-Expedition geplant. Und geplant ist ebenfalls, Originalknochen des vermutlichen Iguanodon-Fundes aus Patagonien in Reden zu zeigen, wenn ihre Bestimmung abgeschlossen ist.