Globus zieht Bilanz und plant Baubeginn in Neunkirchen im Jahr 2020

SB-Markt in Neunkirchen : Globus rechnet mit Baubeginn in 2020

Hüttengeschichte soll sich auch ohne Gasometer auf dem Areal widerspiegeln. Generationswechsel an Spitze kommt.

390 Millionen Euro hat die Globus-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 in die Modernisierung bestehender und den Bau neuer Märkte investiert. Das Unternehmen betreibt 175  Standorte im In- und Ausland. Dazu zählen mittlerweile 47 Globus-Warenhäuser in Deutschland. Das jüngste SB-Einkaufszentrum hat dieses Jahr in Chemnitz eröffnet. 2020 ist die nächste Neueröffnung  eines  SB-Warenhauses in Halle geplant.

2020 könnten dann auch die Bauarbeiten für einen neuen Globus-Einkaufsmarkt im Saarland beginnen. Dieser ist auf dem Gelände des Hüttenparks I in Neunkirchen geplant. „Wir sind im Raumordnungsverfahren“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Globus-Gruppe, Thomas Bruch, bei der Bilanzpressekonferenz in Saarbrücken (wir berichteten). Wenn dieses abgeschlossen sei, dann könne Baurecht entstehen. „Wir rechnen damit, dass wir nächstes Jahr mit dem Bau in Neunkirchen beginnen können“, ergänzte Johannes Scupin, Sprecher der Geschäftsführung der Globus-SB-Warenhäuser.

35 Millionen Euro will das Unternehmen in Neunkirchen investieren. Der neue Markt  soll mit einer Fläche von 7800 Quadratmetern deutlich kleiner werden als andere Globus-Märkte in der Region und einen Schwerpunkt im Bereich Lebensmittel haben. 600 Parkplätze sind geplant, ebenso eine SB-Tankstelle und Waschplätze für Pkw. 250 Arbeitsplätze sollen hier entstehen.

In dem Genehmigungsverfahren werden auch die  so genannten Träger öffentlicher Belange gehört, darunter die Nachbarkommunen.  Hier regt sich Widerstand. So haben sich zum Beispiel Illingen, Ottweiler, Schiffweiler wegen befürchteter Kaufkraftverluste gegen die Neuansiedlung ausgesprochen.

Dass zudem der Gasometer im Hüttenpark dem Neubau weichen muss, das bewegt in Neunkirchen viele Menschen. Das erkennt auch Thomas Bruch an: „Dass Neunkircher Bürger den geplanten Abriss des Gasometers mit Wehmut sehen, das kann ich nachvollziehen“, sagte er im SZ-Gespräch: „Wenn der Gasometer aber erhalten werden sollte, wäre dies mit erheblichen Instandhaltungs- und Unterhaltungskosten verbunden. Ich sehe nicht, wer diese tragen sollte. Das wäre dann eine öffentliche Aufgabe.“  Die Hüttengeschichte soll aber auf dem Globus-Gelände im ehemaligen Hüttenpark eine Rolle spielen. Thomas Bruch: „Es ist für uns ein Thema, wie sich das Erbe der Neunkircher Hütte auf unserem Globus-Areal widerspiegeln könnte. Wir wollen  ja, dass der neue Globus ein authentisches Neunkircher Haus wird.“

Zurück zur Jahreskonferenz: Die Globus-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 7,71 Milliarden Euro gemacht, das sind 1,5 Prozent mehr als im Geschäftsjahr zuvor. Davon steuerten die SB-Warenhäuser in Deutschland 3,38 Milliarden Euro bei (plus 0,9 Prozent). Die Fachmärkte erzielten einen Umsatz von 1,84 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent).  Die Märkte in Tschechien kamen auf einen Umsatz von 1,06 Milliarden Euro (plus 2,9 Prozent) und in Russland  auf 1,43 Milliarden Euro. In Rubel waren dies 107 Milliarden Rubel (plus 6,4 Prozent).

Insgesamt arbeiten für die Gruppe 46 000 Menschen, davon 19 000 in den deutschen SB-Warenhäusern und mehr als 9100 in den Fachmärkten. In Russland und Tschechien beschäftigt das Unternehmen 17 700 Mitarbeiter.

Auf die Entwicklung der SB-Warenhäuser ging Johannes Scupin näher ein. Produkte aus der Region spielen für die Kunden eine immer größere Rolle: „Das Regionale ist für die Menschen noch wichtiger als Bio“, unterstrich Scupin. Darauf wolle man weiter aufbauen, die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern ausbauen, auch im Saarland.

Die Geschichte von  Globus hat vor mehr als 190 Jahren begonnen. 1828 gründete Franz Bruch, Ur-Ur-Großvater von Thomas Bruch, eine Kolonialwarenhandlung, die Keimzelle des heutigen Unternehmens. Seit fünf Generationen ist dieses in Familienbesitz. Und das wird auch so bleiben. Denn Matthias Bruch (36), Geschäftsleiter im Globus-Warenhaus in Güdingen, wird am 1. Juli kommenden Jahres die Geschäftsführung der Globus-Holding von seinem Vater Thomas Bruch übernehmen.   Auf diesen Generationswechsel ging Thomas Bruch in der Pressekonferenz auch ein: „Ich fühle mich zwar heute durchaus fit und in der Lage, meine Aufgaben weiterzuführen. Andererseits werde ich im kommenden Jahr 70 Jahre alt. Da muss ich mich fragen, ob es nicht an der Zeit ist, Räume zu öffnen für die nächste Generation.“ Frischer Wind tue gut. Schon jetzt mache man vieles gemeinsam, arbeite an einem gleitenden Übergang, der mit dem juristischen Schritt der Übergabe am 1. Juli 2020 abgeschlossen werde. Übrigens: Thomas Bruch selbst hat 1981 mit 31 Jahren die Geschäftsführung von seinem Vater Walter Bruch übernommen.

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