Gasometer in Neunkirchen: Globus-Tankstelle ersetzt ein Wahrzeichen

Gasometer in Neunkirchen : Wahrzeichen muss Globus-Tankstelle weichen

Der Gasomester in Neunkirchen soll einem neuen Einkaufsmarkt Platz machen. Stadt mischt sich nicht ein.

Die Kreis-
stadt Neunkirchen verliert eines ihrer Wahrzeichen. Der bekannte Gasometer mit dem Schriftzug „Neunkircher Stahl“ soll im nächsten Jahr einem Globus-Markt weichen (wir berichteten). Das Einzelhandelsunternehmen plant in Neunkirchen einen Markt mit einer Verkaufsfläche von 7000 Quadratmetern. An der Stelle des 70 Meter hohen Gasometers sollen eine Tankstelle und eine Waschanlage errichtet werden. Das zylindrische Bauwerk steht nicht unter Denkmalschutz.

Globus übernimmt das Gelände des Gasometers von Saarstahl. Derzeit befindet sich die Industrieanlage von 1969 noch im Betrieb. Saarstahl nutzt den Gasometer mit einem Volumen von 80 000 Kubikmetern zur Speicherung von Erdgas für das eigene Werk in der früheren Hüttenstadt. Nun will man auf dem Werksgelände eine neue Anlage bauen. Der Gasometer werde nach Durchführung der Ersatzinvestition durch Saarstahl zurückgebaut, kündigte eine Sprecherin an. Schon in der Vergangenheit dachte das Unternehmen über „alternative Lösungen“ zum Gasometer nach. „Durch die Pläne des Baus eines neuen Globus in diesem Bereich haben diese Pläne natürlich eine gewisse Dynamik bekommen.“

CDU und Grüne im Stadtrat reagierten überrascht auf den geplanten Abriss. Bürgermeister Jörg Aumann (SPD) würdigte den Gasometer als „Landmarke“, er bedauerte, dass mit der Aufschrift ein „identitätsstiftender Slogan“ verschwinde. Doch: Der Grundstücksverkauf sei eine Angelegenheit zwischen zwei Unternehmen, einen Ankauf durch die Kommune nannte Aumann „illusorisch“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung