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Ganz ungezwungen französisch plaudern

Neunkirchen. "Heute habe ich einen neuen Freund oder eine neue Freundin gefunden" - diesen Satz werden sicherlich einige Eltern gestern Abend von ihren Kindern gehört haben. Insbesondere dann, wenn diese das Gymnasium am Steinwald besuchen und einen der gut 50 Austauschschüler und -schülerinnen aus Frankreich als neuen Partner an ihre Seite gestellt bekamen

Neunkirchen. "Heute habe ich einen neuen Freund oder eine neue Freundin gefunden" - diesen Satz werden sicherlich einige Eltern gestern Abend von ihren Kindern gehört haben. Insbesondere dann, wenn diese das Gymnasium am Steinwald besuchen und einen der gut 50 Austauschschüler und -schülerinnen aus Frankreich als neuen Partner an ihre Seite gestellt bekamen. Denn gestern feierte eine neue Form des Schüleraustausch Premiere am Neunkircher Gymnasium. Keine Schüler von weit her und auch nicht für eine längere Zeit, sondern Jungen aus Mädchen vom Collège Georges Bernanos aus Montigny-les-Metz, die für einen Tag den Alltag ihrer deutschen Schulkameraden kennenlernen durften, weilten zunächst am Steinwald und später in der Innenstadt. "Wir waren gleich angetan von der Idee, einmal einen Austausch mit einer Schule zu machen, die in so kurzer Zeit zu erreichen ist", erzählte Heidi Koob, Lehrerin für Französisch am Gymnasium am Steinwald. Ursprünglich die Initiative ergriffen hatte ihre französische Kollegin, Loret-Marie Baumgartner. "Ich habe über eine Agentur für Austausch in St.Avold sowie durch das Internet Kontakt zu dieser Schule bekommen und Ende Februar entstand der erste Kontakt", sagte sie. Beide Lehrerinnen, aber auch die Schulleiterinnen waren sich einig, dass man das Vorhaben noch im laufenden Schuljahr in die Tat umsetzten sollte. Und so trafen gestern Morgen die Schüler mit ihren Lehrerinnen in Neunkirchen ein. So authentisch wie möglich sollten die Jungen und Mädchen den Unterrichtsablauf an einem deutschen Gymnasium kennenlernen. Daher fiel die Begrüßung in der Aula durch Schulleiterin Karin Weiskircher-Hemmer knapp, aber in bestem Französisch aus. Und ein wenig Aufregung gab es auf beiden Seiten der Schülerschaft, schließlich musste jeder seinen Austauschpartner finden. Nach anfänglichen Schweigen entstanden an immer mehr Tischen kleine Gespräche und die Schüler halfen sich gegenseitig, die entsprechenden Vokabeln zu finden. "Und es ist auch gar nicht schlimm, wenn nicht alles gleich perfekt läuft. Es geht einfach darum, ungezwungen Konversation zu üben. Und das am besten mit Gleichaltrigen", wie Heidi Koob betonte. Auf dem Programm stand neben dem Unterricht am Nachmittag ein Besuch der Innenstadt mit kleinem Einkaufsbummel. Geplant ist bereits der Gegenbesuch in dem recht kleinen Collège unter der Leitung von Brigitte Cahen. Denn ihre Schule besuchen gerade mal 200 Jungen und Mädchen. "Wir hoffen auch, dass die geringe Entfernung vielleicht Eltern dazu veranlasst, die neu gewonnenen Freunde auch mal auf private Initiative zu besuchen", so Weiskircher-Hemmer. cim "Es ist auch gar nicht schlimm, wenn nicht alles gleich perfekt läuft." Lehrerin Heidi Koob